Nokia CEO erteilt Android nun doch eine Absage

Mit einem ganz klaren Ja zum hauseigenen S40 und zu Windows Phone und einem recht kategorischen Nein zu Android hat Nokias CEO Stephen Elop mit der Gerüchteküche aufgeräumt. Die Betriebssystem-Frage kam während des Conference Calls auf, bei dem Nokia in dieser Woche die neusten Geschäftszahlen kommentierte. Nokia schickt Symbian mit dem 808 PureView in den Ruhestand und wird vorerst bei S40 und Windows Phone bleiben.

Erst im vergangenen Jahr hatte Nokia mit der Asha-Series das 1999 vorgestellte S40 wiederbelebt. Mit dem OS positioniert sich Nokia gegen den Markt der günstigen Android-Einstiegsmodelle. Dennoch wurde der Schritt von Marktbeobachtern nicht immer ganz Ernst genommen. Immer wieder ging die Frage an Nokia, warum man nicht Android nutzen will. Vor gut zwei Wochen erst war ein Medienbericht der spanischen Zeitung El Pais aufgebauscht worden, in dem sich Elop angeblich noch jede Richtung offen halten wollte. Insider hatten das als offene Überlegung Pro Android gewertet, doch das sollte es gar nicht sein.

Strategie: Zweigleisig

CEO Stephen Elop erteilte jetzt eine ziemlich klare Absage in Richtung der Android-Befürworter. TechCrunch hat die wichtigsten Passagen dazu veröffentlicht:

"We are clearly innovating with Microsoft around Windows Phone, and are focused on taking that to lower and lower price points. You will see that over time compete with Android. But at the same time we’ve said consistently — and we’re just beginning to see it in the Asha full-touch products — that we will continue to innovate around our Asha smartphone line in order to compete with the very lowest levels of Android."

Nokias Strategie ist weiterhin mit Asha den Billig-Androids entgegen zu treten. Die Innovationen mit Windows Phones werde man weiter voranzubringen - um sie letztendlich auch zu einem günstigeren Preislevel anbieten zu können. Windows werde mit Android konkurrieren können, auch wenn es heute bei den Marktanteilen und Möglichkeiten noch nicht gleich aufliegt. Elop konnte dazu nicht mit Kritik an der Android-Plattform an sich halten:

"We are not wanting to do great deals of customisation to the heart of the platform because of course that could lead us into the situation that Android’s facing — where the amount of fragmentation that you’re seeing is increasing as people take it in different directions."

Android kämpfe mit der Fragmentierung, und das nicht zuletzt durch die Offenheit des Systems. Damit wolle Nokia sich nicht auseinandersetzen.

Windows bringt gutes Geld

Was Elop nicht direkt sagt, was aber nicht zu vernachlässigen ist: Der Windows-Phone-Deal bringt Nokia Milliarden. Für die Nutzung von Android müsste Nokia jedoch selbst Lizenzgebühren an Microsoft abdrücken. Diese Einstellung könnte allerdings dafür sorgen, dass Nokia im Aufwärtstrend bleibt und schwarze Zahlen präsentieren kann.

Lumia ist ein echter Erfolg für Nokia, ebenso Asha. Low- und High-End so getrennt scheint als Konzept für die Finnen perfekt aufzugehen.

via TechCrunch