Nokia: Experiment gescheitert?

Seit drei Monaten ist das Nokia Lumia 800 auf dem Markt, das erste Windows Phone des finnischen Handy-Herstellers. Nokia hat alle Hoffnungen in dieses Smartphone gesetzt, in der Hoffnung, damit wieder aus den sinkenden Verkaufszahlen herauszukommen. Doch den durchschlagenden Erfolg, den man vom Lumia 800 und dessen kleinem Bruder, dem Nokia Lumia 710 erwartet hatte, hat es nicht gebracht.

Der Focus berichtet von weiterhin sinkenden Marktanteilen bei Nokia. Dabei beruft sich das Nachrichtenmagazin auf eine Studie des Marktforschungsunternehmens Comscore. Diese belegt: Von Dezember 2010 bis Dezember 2011 hat Nokia deutlich verloren, die 41 Prozent Marktanteil fielen auf 25 Prozent. Gerade auch im letzten Quartal 2011, in dem auch die beiden Lumia-Modelle an den Start gingen, musste Nokia einen Rückgang des Marktanteils von 30 Prozent auf 25 Prozent hinnehmen. Das tut weh.

Samsung und Apple sind dem einstigen Branchenprimus ganz dicht auf den Fersen und wenn es so weitergeht, haben sie Nokia bis Ostern eingeholt. Auch was das Betriebssystem angeht, musste Nokia einen herben Verlust hinnehmen. Bereits im November 2011 hat Googles Android Nokias Symbian als beliebteste Plattform abgelöst. Wobei eigentlich klar war, dass es dazu kommen würde, denn immerhin setzt Nokia seit der Kooperation mit Microsoft nicht mehr auf das eigene mobile Betriebssystem Symbian, sondern auf Windows Phone.

Und genau da liegt ein weiteres Problem der Finnen: Es gibt keine Alternative mehr zu Windows Phone und Microsoft, oder wie die Kollegen von Golem.de so treffend schreiben: Es gibt keinen Plan B für Nokia. Sollten der Smartphone-Hersteller mit den Windows Phone-Modellen keinen Erfolg haben, so sieht es ganz schlecht für ihn aus. Denn Alternativen hat Nokia keine, zumindest momentan nicht. Nokia setzt alles auf eine Karte, den US-Markt, und hofft auf Erfolge dort. Doch wenn auch die ausbleiben, dann könnte das Ende eines Handy-Dinos ganz schnell besiegelt sein.

Foto: gizmodo.de