Nokia: Ist der Zug weg?

Erst wurde ein Werk in Bochum geschlossen, jetzt verlieren Tausende Mitarbeiter ihre Stellen in Rumänien. Der Grund: die Kosten.

Schon im Jahr 2008 wurde bei der Schließung des Nokia-Werks in Bochum angegeben, dass die Produktionskosten zu hoch seien. Aus diesem Grund wurde die Produktion nach Cluj (Rumänien) verlagert, die Angestellten waren dort günstiger. Da man in Asien jetzt noch billiger fertigen kann, baut das Unternehmen dort. In Cluj stehen die ehemaligen Arbeiter von Nokia auf der Straße und suchen einen Job.

Wie vermutet wird, geht es dem Konzern in erster Linie nicht unbedingt um die Produktionskosten, sondern um hohe staatliche Förderungsmittel für die neuen Hallen. Als das Bochumer Werk geschlossen wurde, musste man allerdings wieder Steuergelder zurückzahlen. Auch in Rumänien soll geprüft werden, ob ein Teil der 20 Millionen Euro, wieder in staatliche Hände gegeben werden muss.

Auch Bonn schließt die Türen

Die Arbeitsplätze zur Software-Entwicklung in Bonn sollen auch gestrichen werden. Weltweit werden insgesamt 3000 Arbeitsplätze eingespart.

Schon seit Längerem schwächelt Nokia und kann nicht mehr mit den Konkurrenten, darunter Samsung, Apple und LG, mithalten. Normale Handys erleben in Europa zurzeit einen Rückschlag. Zwar will Nokia im kommenden Jahr im Smartphone-Markt nachziehen, doch es könnte passieren, dass der Zug schon abgefahren ist. Man darf nicht vergessen: Nokia war einmal Marktführer.

Es wird gemunkelt, dass der Konzern schon selbst nicht mehr an den Aufstieg glaubt, was durch die Verlagerung in Billigproduktionsländer bestätigt wird.

Um wieder an die Spitze zu kommen, bräuchte der Konzern einen ultimativen Masterplan. Ohne diesen sieht es eher schlecht aus.