Oculus: Mark Zuckerberg erfüllt sich Aerosmith-Traum

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Ein ewiger Nerd-Traum: Schon Aersomith versuchten 1993 in die Welt der virtuellen Realität ein- und abzutauchen
Ein ewiger Nerd-Traum: Schon Aersomith versuchten 1993 in die Welt der virtuellen Realität ein- und abzutauchen(© 1993 Universal Music)

Zwei Milliarden Dollar für eine vage Zukunftsvision: Facebook kann sie sich nach seinem enormen Börsenhöhenflug leisten, denn der Deal wird zum Löwenanteil mit der luftig bewerteten Aktie bezahlt. Wie vage der Traum von Oculus als dem sozialsten aller Netzwerke indes bleibt, zeigt ein Rückblick zu einem Kultvideo, das bereits älter als 20 Jahre ist…

Wenige Dinge altern so schnell wie Technologie. Es gibt diesen Aerosmith-Hit aus den frühen 90er-Jahren, der heute noch genauso zeitlos klingt wie 1993: Das großartige „Amazing“, das zusammen mit „Crying’“ und „Crazy“ die Get-a-Grip-Trilogie und der MTV-Genration den Stoff lieferte, aus dem Jugendträume sind.

Seitdem hat sich viel verändert – oder auch nicht. Aerosmith sind immer noch Aerosmith und klingen noch wie früher – oder versuchen es zumindest. Alicia Silverstone sieht auch zwanzig Jahre später noch (fast) so bezaubernd aus wie das kleine blonde Biest, das damals allen den Kopf verdrehte und den Protagonisten in „Amazing“ in seltsame Cyberspace-Räusche trieb, die Hoffnung auf eine enorm aufregende virtuelle Zukunft machte. Doch auch die virtuelle Realität ist 20 Jahre später immer virtuell geblieben: ein Nerd-Traum.

Zuckerberg zockt: Oculus ist „eine Wette“

Mark Zuckerberg hat sich gestern, mit jungenhafter Begeisterung, die ihn im nächsten Moment wie einen Groß-Investor vom Rang eines Jeff Bezos oder Warren Buffett aussehen lässt, einen großen Auftritt  geleistet. Die scheinbar enormen 2 Milliarden Dollar sind in Wirklichkeit Kleingeld für den fast 30-fachen Milliardär – 80 Prozent werden mit der haussierenden Aktie bezahlt, die Zuckerberg einsetzt wie ein begnadeter Zocker: als Spielgeld. 

Zuckerberg hat es in der gestrigen Telefonkonferenz selbst zugegeben: Oculus ist „eine Wette.“ Während nichts im Geschäftsleben eine sichere Sache ist, ist Oculus die bislang unsicherste aller Facebook-Übernahmen – ein Spielzeug, das man sich in den letzten Jahren seiner Zwanzigerjahre auf dem Zenit des bisherigen Erfolges schon  mal leisten kann.

Virtual Reality auch 20 Jahre später kein Massenmarkt 

Doch es könnte durchaus sein, dass Zuckerberg darüber erst alt und grau werden muss, bis er weiß, dass Oculus sein albernstes oder bestes Investment geworden ist. Warum, macht „Amazing“ deutlich, das 1993 in vielfach prämierten Produktion von Marty Callner aussah wie das modernste und futurischste Video, in dem der Protagonist in die fremden Verheißungen der virtuellen Realität eintaucht – und das mit einem Datenhelm, der aussieht, wie der große Bruder des Oculus.

Computer und Interface erscheinen aus heutiger Sicht wie die Rückblende ins digitale Steinzeitalter: Immerhin tauchen wir ein in eine Welt, in der Bill Clinton ein junger Präsident, das WWW der überwältigenden Mehrheit unbekannt und Steve Jobs zu Apple noch nicht zu zurückgekehrt war  – iPod, iPhone, iPad: längst noch in weiter Ferne. So könnte es Facebook mit dem Oculus auch gehen: Wenn die Zeit nicht reif ist, bleibt die Vision eine Vision – und die Datenbrille ein Datenhelm...

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