Ohne eure Zustimmung: Einige Smartphone-Apps senden Daten an Facebook

Spotify gehört wohl zu den Apps, die Daten ungefragt an Facebook senden
Spotify gehört wohl zu den Apps, die Daten ungefragt an Facebook senden(© 2018 CURVED)

Viele Smartphone-Apps senden Daten über euer Nutzungsverhalten an andere Unternehmen, das dürfte euch nicht überraschen. Einige Android-Anwendungen teilen Informationen allerdings wohl mit Facebook, ohne dass ihr dem zugestimmt habt. Auch bei einigen namhaften Apps soll das der Fall sein.

Gleich 34 beliebte Android-Apps hat Privacy International analysiert. Knapp 61 Prozent davon sollen automatisch Daten an Facebook senden, selbst wenn ihr nicht einmal ein Konto für das soziale Netzwerk besitzt. Unter diesen Anwendungen befinden sich beispielsweise Shazam, Yelp, Duolingo und Spotify. Zu den übermittelten Informationen gehört offenbar, dass ihr eine der Apps installiert habt oder sie gerade verwendet. Auch eure Werbe-ID für personalisierte Anzeigen wird anscheinend gesendet.

Wegen Entwickler-Kit?

Etwas mehr Informationen versendet dem Bericht zufolge die Reise-App Kayak. Hier gehören wohl etwa Details zu Flügen sowie Anzahl der reisenden Personen (und ob es Erwachsene sind) zu den übermittelten Daten. Selbst wenn ihr also nur nach einem Hotel in einer bestimmten Stadt sucht, gelangen diese Informationen offenbar an Facebook.

Grund für das Tracking sei bei den Apps das "Facebook Software Development Kit". Viele Entwickler greifen wohl auf dieses sogenannte SDK zurück, um sich die Arbeit bei der Programmierung von Apps für diverse Betriebssysteme zu erleichtern. Privacy International hat wohl bereits die betroffenen Unternehmen kontaktiert und auf das Ergebnis ihrer Untersuchungen hingewiesen. Zum Beispiel die Macher von Spotify wollen die Angelegenheit nun prüfen. Womöglich verschicken einige Android-Apps bald also keine Daten mehr an Facebook, ohne dass ihr dem zugestimmt habt.

Datenpannen rund um Facebook sind derzeit übrigens keine Seltenheit. Erst kürzlich wurde bekannt, dass der Social-Media-Riese einigen Entwicklern wohl Zugriff auf eure privaten Nachrichten gegeben hat. Viele Unternehmen wollen aber nicht einmal davon gewusst haben, dass sie diese Zugriffsrechte besaßen.


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