OnePlus 2 und der Hype: die sympathischen Schreihälse

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OnePlus-Boss Carl Pei: "Ja, wir sind laut"
OnePlus-Boss Carl Pei: "Ja, wir sind laut"(© 2015 Google+/CarlPei)

OnePlus nervt Euch mit seinem offensiven Marketing? "Egal", sagt der Hersteller des Flagschiff-Killers. Denn: Eine andere Chance haben die Außenseiter nicht.

So viel Ehrlichkeit ist löblich: "Ja, wir sind laut", gesteht OnePlus im jüngst erschienenen Blogeintrag - und begibt sich dabei extrem sympathisch in den direkten Diskurs mit seinen Nutzern. Denn in jüngster Vergangenheit ist der Hersteller des einstigen Flaggschiff-Killers nicht immer positiv aufgefallen mit seinen Marketingaktionen. "Wir sind die Ersten, die es zugeben: Unser Marketing kann mitunter sehr polarisierend sein", heißt es in dem Blogeintrag.

Aber seien wir einmal ehrlich: Ohne dieses Grassroots-Marketing hätten wir doch nie etwas vom OPPO-Ableger gehört, oder? Klar, zu seiner Zeit war das OnePlus One mit seinen Specs und dem unschlagbaren Preis-Leistungs-Verhältnis zweifelsohne der "Flaggschiff-Killer". Doch bekannt wurde es eigentlich nur durch das extrem restriktive Einladungssystem. Längst nicht jeder, der eines haben wollte, bekam auch eines. Und wer Invites vergeben konnte, konnte sich Hunderter bzw. Tausender Anfrage gewiss sein. Der Hype packte auch mich, weswegen ich nach kurzer Zeit über Tradingshenzen ein OnePlus One aus China orderte.

"Unser Marketingbudget ist winzig"

Für mich war es einmal mehr ein Ausflug ins Androidsegment bzw. Cyanogen Mod. Die Technik überzeugte, doch mit dem Release des iPhone 6 war es dann für mich vorbei. Zu groß war mir das 5,5-Zoll-Gerät. Und dennoch hat mich das OnePlus One überzeugt - wenn auch CM damals mit etlichen Kinderkrankheiten auf dem Phablet zu kämpfen hatte.

Nun rührt der Hersteller für den Nachfolger, das OnePlus 2, einmal mehr die Werbetrommel. Und wie! Beinahe täglich meldet sich CEO Carl Pei zu Wort, mitunter auch recht protzig. Zusätzlich veröffentlichte man eine Roadmap, wann mit weiteren Enthüllungen zu rechnen sei. Die Erklärung ist einfach: "Unser Marketingbudget ist winzig", erklärte OnePlus. "Deshalb müssen wir laut und relevant bleiben, um mit den etablierten Herstellern auf Augenhöhe bleiben zu können." Man hätte sich daran erinnert, wie es war, auf der Suche nach neuen Infos zu einem Gerät, das noch nicht erschienen ist. Dieses Gefühl will OnePlus für seine Nutzer intensivieren. Kurzum: "Wir glauben, dass es bei den Fans besser ankommt, Informationen Stück für Stück zu bringen an Stelle einer großen Ankündigung."

Gut so. Zumindest meiner Meinung nach begibt sich OnePlus damit auf eine Ebene mit seinen Nutzern, wenn man Neuigkeiten im eigenen Forum und über die diversen Kanäle mit den Fans teilt. Ein weiteres Plus dieses ungewöhnlichen Marketings: Das Unternehmen bekommt so zu den einzelnen Veröffentlichungen ein recht genaues Feedback der Community. Zur Bekanntgabe, dass das OnePlus 2 mit USB Typ-C kommt, hätten sich Nutzer demnach sehr positiv geäußert. Mit einem einzelnen Release würde das Feedback wohl weitaus unübersichtlicher ausfallen. Und auch wenn das Invite-System schrecklich nervt: OnePlus kann auf diese Weise sehr gut auf Nachfrage produzieren - und teure Über-Produktion vermeiden.

Was mir auch gefällt: OnePlus bricht mit dem sonst für Asien typischen Zurückhaltung. Eine Bitte hätte ich dann aber doch: "Never Settle" ist ein Slogan, dessen Sinnhaftigkeit sich mir noch nie erschlossen hat. Er ist so beliebig, dass ihn auch ein Autohersteller oder Fabrikant von Outdoor-Equipment verwenden könnte. Ansonsten bin ich gespannt, was OnePlus in den kommenden Tagen noch so enthüllen wird.

Was denkt Ihr? Übertreibt es OnePlus mit seinem Marketing - oder liegt genau richtig? Teilt uns Eure Meinung in den Kommentaren mit.


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