OnePlus 5T lernt vom iPhone X: Android wird auf randlosen Displays besser

Auch die rote Sonder-Edition vom OnePlus 5T hat das Update auf Android Oreo erhalten.
Auch die rote Sonder-Edition vom OnePlus 5T hat das Update auf Android Oreo erhalten.(© 2018 CURVED)

OnePlus lässt sich für die Neugestaltung der Bedienung des OnePlus 5T vom iPhone X inspirieren. Das ist gut, denn auf Dauer ist für Smartphones mit randlosen Displays eine neue Bedienung notwendig. Ein Selbstversuch.

Da die Smartphones auf der Vorderseite fast nur noch aus einem Display bestehen, muss sich die Bedienung verändern. So wandert zum Beispiel bei vielen Android-Modellen der Fingerabdrucksensor auf die Rückseite und Onscreen-Tasten erscheinen auf dem Touchscreen. Beides keine schlechten Ideen, aber für mich, der sein Smartphone viel auf dem Tisch liegen lässt, nur eine Kompromiss-Lösung für den Übergang. Ich greife momentan lieber noch zu einem Smartphone mit Tasten neben dem Display und einem Fingerabdrucksensor auf der Vorderseite.

"Randlose" Displays erfordern neue Bedienung

Das erste Smartphone mit einem "randlosen" Display, dessen Bedienung mich überzeugt hat, ist das iPhone X. Durch die Gesichtserkennung Face ID wird der Fingerabdrucksensor überflüssig und durch die Gestensteuerung sind keine Onscreen-Tasten notwendig. In diesem Punkt ist der Aufbau von iOS ein Vorteil gegenüber Android. Ein iPhone hatte noch nie eine Zurück-Taste. Deswegen finde ich es gut, dass auch Hersteller von Android-Smartphones in diese Richtung denken. So hatte OnePlus in einer Test-Version seines auf Android basierenden Betriebssystems OxygenOS für das OnePlus 5T eine umfangreiche Gestensteuerung eingebaut. Im finalen Update fehlten sie dann doch vorerst. Aber man bekommt trotzdem einen Eindruck wie gut die neue Bedienung von Android auf "randlosen" Displays werden könnte.

OnePlus 5T: Die Gestensteuerung muss man extra aktivieren.(© 2018 CURVED)

Drei Wischbewegungen ersetzen auf dem OnePlus 5T die Tasten: Von unten aus der Mitte nach oben Wischen bringt einen zurück auf den Startbildschirm. Löst man dabei den Finger nicht im Display, sondern hält in mittig auf dem Touchscreen, öffnet sich die Multitasking-Übersicht der laufenden Apps. Will man nur einen Schritt zurück gehen, genügt eine Wischbewegung von unten nach oben am rechten oder linken Rand des Bildschirms.

Das ist im ersten Moment ungewohnt, geht einem aber schnell in Fleisch und Blut über. Das weiß ich aus Erfahrung mit dem iPhone. Ich freue mich besonders darüber, dass die Onscreen-Tasten das Display nicht mehr kleiner machen. Bei Apps, die die Tasten ausblenden, entfällt das nervige auf den Bildschirm zurück holen, um das Programm verlassen zu können.

Gesicht statt Fingerabdruck

Das OnePlus 5T hat zwar noch einen Fingerabdrucksensor auf der Rückseite, aber mit Face Unlock auch seine eigene Gesichtserkennung, die einem das Smartphone im Alltag zügig entsperrt. Allerdings arbeitet sie nicht mit so vielen Sensoren wie Face ID beim iPhone X und ist selbst OnePlus zufolge nicht so sicher wie ein PIN-Code und ein Fingerabdruck. Apple sagt dagegen, dass Face ID sicherer als ein Fingerabdruck sei.

Während die Gesichtserkennung von Android-Geräten in Zukunft hoffentlich noch sicherer wird, freue ich mich zumindest über die Aussicht Smartphones in Zukunft auf dem Tisch liegen zu lassen und trotzdem entsperren zu können. Beim OnePlus 5T muss ich dafür immer noch mein Gesicht in das Blickfeld der Frontkamera bringen. Nur den Finger auf das Display legen reicht nicht. Noch nicht. Denn der chinesische Hersteller Vivo hat das erste Smartphone mit einem Fingerabdrucksensor im Display fertig – kommt aber nicht ohne Onscreen-Tasten aus.

Warten auf die bessere Bedienung

OnePlus hat das bereits sehr gute und preislich attraktive OnePlus 5T mit dem Software-Update auf Android Oreo für mich noch nutzbarer gemacht. Aber solange die Gestensteuerung aus der Beta-Version nicht den Sprung in die finale Version von OxygenOS schafft, bleibe ich beim HTC U11 mit Fingerabdrucksensor und Sensortasten unterhalb des Displays.

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