OnePlus One: Wie ticken die Flaggschiff-Killer?

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Mit Kalkül zum Erfolg: das OnePlus-Team
Mit Kalkül zum Erfolg: das OnePlus-Team(© 2014 OnePlus)

Mit dem One ist dem fünf Monate jungen Start-up OnePlus ein Riesenerfolg gelungen. Wer sind die jungen Wilden? Und was machen sie so anders?

Nochmal: OnePlus ist erst fünf Monate alt, gegründet Mitte Dezember 2013. Fünf Monate! Wie schafft es ein so junges Unternehmen, dass die versammelte Techbranche über sein Produkt spricht, das sich selbst auch “Flaggschiff-Killer” nennt.

In Sachen Hardware-Power setzt OnePlus bei seinem Debüt auf einen Qualcomm Snapdragon 801 mit vier CPU-Kernen à 2,5 GHz und 3 GB RAM. Damit bringt das One Full-HD-Auflösung auf sein 5,5 Zoll-Display aus Gorilla Glass – das entspricht einer Pixeldichte von 401 ppi. Mit einem Flash-Speicher von 16 GB wird das Basismodell für extrem günstige 269 Euro zu haben sein; den vierfachen Speicherplatz von 64 GB RAM gibt es für einen Aufpreis von gerade mal 30 Euro. Hier von Kampfpreisen zu sprechen, wäre noch untertrieben.

Profit hat erstmal keine Priorität

Aber dahinter steckt Kalkül. Tatsächlich verriet OnePlus in einem Interview mit Android Authority, dass man in den ersten zwei Jahren kein Geld verdienen wolle. Dafür muss aber an anderer Stelle gespart werden. Vor allem in Sachen Marketing. Tatsächlich taucht OnePlus weder im TV noch an anderer Stelle mit Werbung auf. Das Start-up setzt auf Mund-zu-Mund-Propaganda und schaffte es, weltweit Tausende Tech-Evangelisten vom Produkt zu überzeugen. Mit dem Ergebnis, dass das OnePlus One schon lange vor dem Launch in aller Munde war.

Das schaffen sonst nur die Flaggschiffe Nexus, iPhone oder Galaxy S. Darüber hinaus verzichtet OnePlus aufs Ladengeschäft und vertreibt seine Produkte lediglich übers Internet. Das spart enorm viel Kosten. Wirklich ausgefeilt ist allerdings das System, mit dem die Chinesen die Produktion steuern. So funktioniert der Kauf momentan nur auf Einladung. Was zunächst dafür sorgen könnte, dass das Unternehmen weniger verkauft, lässt das Team aber umso genauer den logistischen Aufwand und die Produktionsmenge auf den wirklichen Bedarf abstimmen. Ein Punkt, der nicht nur für Jung-Unternehmen kriegsentscheidend ist. Bevor Apple die i-Ära ausrief, war der Konzern mit übervollen Lagern kurz vor der Pleite. Und produziert ein Unternehmen zu wenig, lässt der Warte-Frust viele Nutzer abwandern.

Xiaomi hat's vorgemacht

Hört sich einfach an, oder? Allerdings erfordert diese Gangart enorm viel Chuzpe von den Machern. Zumal Asien kein einfacher Markt für Mobiles ist. Huawei, ZTE und Co. verfügen bereits über eine enorme Marktmacht. Doch wer smart agiert, kann sich gegen die Mobilriesen behaupten. Das hat auch Xiaomi bewiesen, die nach einem ähnlichen Modell verfahren. Der Mobile-Hersteller wird nun auch in zehn weitere Länder expandieren, unter anderem in die Türkei, Brasilien, Thailand, Indien und Mexiko.

OnePlus versicherte bereits am 10. April, dass das "One" auch in Deutschland verfügbar sein wird. Wir freuen uns auf mehr Konkurrenz für die Etablierten. Ein Top-Smartphone für unter 300 Euro? Da können sich Apple, Samsung, HTC und Co. aber ganz schön warm anziehen. Wir sind sicher: Von den ambitionierten Chinesen werden wir in den kommenden Monaten und Jahren noch viel hören.


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