OS X Yosemite: Mit dem Mac über das iPhone telefonieren

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OS X 10.10 heißt Yosemite und steht im Herbst kostenlos zum Download bereit.
OS X 10.10 heißt Yosemite und steht im Herbst kostenlos zum Download bereit.(© 2014 Apple)

Apple hat am Montag auf der Eröffnungs-Keynote der WWDC eine ganze Reihe neuer Features vorgestellt. So könnt Ihr demnächst mit Eurem Mac telefonieren. Dazu benötigt Ihr nur ein iPhone und das neue OS X Yosemite. Doch Apples neues Betriebssystem für die Macs hat noch mehr zu bieten.

Telefonieren und SMS schreiben mit dem Mac - wirklich?

Ja, Ihr könnt spätestens im Herbst wirklich mit Eurem Mac telefonieren. Er dient dabei als Freisprecheinrichtung für Euer iPhone, und SMS könnt Ihr auch bequem mit der Tastatur schreiben. Seht Ihr auf dem Mac eine Telefonnummer, die Ihr anrufen wollt, braucht Ihr sie nur anzuklicken und OS X stellt die Verbindung über das iPhone automatisch her. Die neue Funktion wurde auch gleich genutzt, um Dr. Dre bei Apple willkommen zu heißen. Darüber hinaus soll die Nutzung der Hotspot-Funktion von iPhone und iPad so einfach zu nutzen sein wie das Verbinden mit einem WLAN-Hotspot.

Woher kommt der Name für OS X 10.10?

Nachdem Apple fast alle Großkatzen als Namenspaten für OS X-Versionen gewählt hatte, ist die Wahl seit OS X 10.9 auf schöne Plätze in Kalifornien gefallen. Nach dem Surfstrand Mavericks kommt jetzt der Yosemite-Nationalpark zum Zug.

Sendet AirDrop jetzt endlich Daten zwischen OS X und iOS hin und her?

Ja! Das Ärgernis hat ein Ende und Apple ein Einsehen. Über AirDrop konntet Ihr bisher nur Daten zwischen Macs oder zwischen iPhones und iPads austauschen. Mit OS X Yosemite und iOS 8 klappt der Datentransfer endlich auch zwischen den beiden Betriebssystemen.

Mit Handsoff verknüpft Apple seine beiden Betriebssysteme an einem weiteren Punkt: Aktivitäten, die Ihr auch einem Mac begonnen habt, könnt Ihr auf einem mobilen Gerät fortsetzen - umgekehrt funktioniert das auch. Sie müssen nur nah genug beieinander sein. Ziemlich cool!

Welche neuen Funktionen erhält Safari?

Safari bekommt ein neues Design, dass die Bedienung beschleunigen soll und bietet Euch mehr Kontrolle beim Datenschutz. Öffnet Ihr zum Beispiel ein Fenster zum privaten Surfen wird zum Beispiel DuckDuckGo zur Suchmaschine. Darüber hinaus verspricht Apple vereinfachtes Browsen, Streaming in Full-HD und einen schnelleren Seitenaufbau als bei Konkurrenz-Browsern. Zudem könnt Ihr künftig Inhalte mit einem Mausklick per E-Mail, Facebook und Co. mit Freunden zu teilen.

Was hat Apple an der iCloud verbessert?

Wie bei Dropbox ist die iCloud jetzt im Finder integriert. Alle Dateien, die Ihr in dem Ordner "iCloud Drive" ablegt, werden automatisch mit dem Speicherdienst auf Apples Servern synchronisiert. Der unkomplizierte Zugriff auf Eure Dateien habt Ihr aber nicht nur von OS X aus, sondern auch von iOS und sogar Windows. Damit kommt die iCloud in Sachen Komfort deutlich näher an Dropbox und andere Dienste heran.

Ebenfalls sehr praktisch: Ist der Anhang einer E-Mail zu groß, verschickt die Mail-App sie per Maildrop. Bis zu fünf Gigabyte-große Dateien könnt Ihr so verschicken ohne Rücksicht auf die Größe des Empfänger-Postfachs nehmen zu müssen.

Findet Spotlight jetzt endlich das, was ich suche?

Das können wir nicht versprechen, aber Apple verspricht, dass Spotlight jetzt noch schneller und besser Euren Mac und nebenbei auch noch das Internet durchsucht. Langfristig wollen Tim Cook und sein Team Euch komplett von Google befreien und setzen jetzt erstmal auf Bing von Microsoft. Falls Euch die neue Suche bekannt vorkommt, könnte es daran liegen, dass sie sehr an AlfredApp erinnert. Denn das Suchfenster rutscht jetzt in die Mitte des Screens.

Verschmelzen iOS und OS X endlich?

Nein, aber beim Design nähern sich das mobile Betriebssystem und das für Macs weiter an. Die Icons und Menüs von Yosemite weisen eine große Ähnlichkeit mit iOS auf. Durchscheinende Elemente geben Hinweise darauf, was sich gerade hinter ihnen verbirgt, eine neue Systemschrift soll die Lesbarkeit verbessern. Auf einen Touchscreen für iMacs und MacBooks müsst Ihr weiterhin verzichten, aber mit dem Trackpad ist die Bedienung mit den Fingern fast wie auf einem iPad oder iPhone.

Neben der Optik hat Apple auch seine Standard-Programme für OS X überarbeitet. So wachsen zum Beispiel Kalender, Maps und Messenger weiter zusammen.

Was kostet OS X Yosemite und wann erscheint die finale Version?

Wie schon OS X Mavericks wird auch Yosemite kostenlos erhältlich sein. Die Entwickler-Vorschau ist für Mitglieder des "Mac Developer Program" ab sofort verfügbar. Wenn Ihr früher als andere OS X 10.10 auf Eurem Rechner haben und Apple bei der Entwicklung helfen wollt, könnt Ihr Euch für ein Beta-Programm registrieren, dass im Sommer starten soll. Die finale Version soll im Herbst erscheinen - ein konkretes Datum oder einen Monat nannte Apple aber noch nicht.


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