Papstrücktritt: Reaktionen auf Twitter

Papst Benedikt XVI. hat seinen Rücktritt angekündigt. Zuvor herrschte allerdings Ungewissheit unter der Netzgemeinde, ob die Meldung der italienischen Nachrichtenagentur "ANSA" wirklich stimmte. Wir haben einen Teil der Stimmung im Netz für Euch eingefangen.

Ungewissheit unter der Netzgemeinde

"Ey, hört auf damit. Das mit dem Papst ist doch ein Scherz?", schrieb  "Snowcat2070" auf Twitter. Doch auch andere Twitter-User taten sich schwer, den angeblichen Papstrücktritt zu glauben. "Papst Benedikt will zurücktreten? Hat der auch bei der Doktorarbeit geschummelt?", witzelte der Nutzer "schlenzalot".

Rücktritt bestätigt

Klarheit brachte kurze Zeit später der wichtigste Mann des Vatikans. Er bestätigte den Rücktritt des Pontifex am 28. Februar dieses Jahres. Um mehr über die Amtsniederlegung des katholischen Kirchenoberhauptes zu erfahren, nutzen viele Menschen die Suchmaschine Google. Nach eigenen Angaben zählt der Suchmaschinen in den USA mindestens 100.000 Suchanfragen mit dem Begriff "Pope".

Google-Suche wurde genutzt

In Deutschland nutzen vor allem die Einwohner von Bayern, Baden-Württemberg und Thüringen die Google-Suche, um Informationen über den Papst zu finden. Anhänger des Papstes waren erstaunt über die plötzliche Rücktrittsmeldung aus dem Vatikan.

Der Pontifex selbst äußerte sich am Montag nicht auf Twitter. Sein letzter Tweet vom Sonntag: "Wir dürfen der Kraft der Barmherzigkeit Gottes vertrauen. Wir sind alle Sünder, doch seine Gnade verwandelt uns und macht uns neu." ZDF-Hauptstadtkorrespondent Nick Leifert fragte sich, ob das die Abkündigung gewesen sei.

Bundestagsfraktionen: Politiker melden sich

Auch Politiker aus den Parteien im Bundestag meldeten sich über Twitter zu Wort. Kerstin Griese (SPD) zeigte sich überrascht: "Sowas konnte sich miemand ausdenken." Sie äußerte im gleichen Tweet mit einer Hoffnung auf Kirchenreformen. Sie seien laut der Bundestagsabgeordneten "dringend nötig".

Aus der Heimat von Papst Benedikt XVI. twitterte unter anderem die stellvertretende Generalsekretärin der CSU, Dorothee Bär. Sie war "erschüttert" über den Rücktritt. Bär erinnerte sich daran, dass der noch amtierende Pontifex im Jahr 2005 an ihrem Geburtstag gewählt wurde. Die Abgeordnete lud ein Foto hoch, das den Papst bei seinem Besuch im Bundestag zeigt. "Bin dankbar, dass ich den Papst im Plenum des Bundestags erleben durfte", schrieb sie.Von der FDP äußerte sich Patrick Kurth: "Wir waren Papst."

"Aus heiterem Himmel"

"Das kam aus heiterem Himmel: Respekt und alles Gute an Bruder Papst Benedikt und jetzt hoffentlich mehr Weltöffnung", twitterte Grünen-Bundestagswahl-Spitzenkandidatin K. Göring-Eckardt. "Raju Sharma: Der Papst: Ungewöhnlich, konsequent und souverän", schrieb die Linksfraktion und fügte einen Link zu einer Erklärung hinzu. Aus den Reihen der CDU meldete sich Generalsekretär Hermann Gröhe: "Großer Respekt vor der Entscheidung von Papst Benedikt XVI. und einem eindrucksvollen Leben im Dienste des Evangeliums und der Menschen!"

Benedikt XVI. dankte nach eigenen Angaben ab, weil er "nicht mehr genug Kraft" habe. Ein Nachfolger soll noch vor Ostern in das Amt des Papstes berufen werden. Im April 2005 wurde der Kardinal aus Bayern in sein Amt gewählt.