Parrot Bebop: Nachfolger der AR.Drone ausprobiert

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Parrot Bebop
Parrot Bebop(© 2014 CURVED)

Eine äußerst passende Location hat Parrot ausgesucht, um sein neustes Drohnen-Modell im Mittelklasse-Bereich vorzustellen: In die ehemalige Haupthalle des stillgelegten Berliner Stadtflughafens Tempelhof luden die Franzosen bei der Deutschlandpremiere der Bebop-Drohne zum Testflug ein. Wir haben am geschichtsträchtigen Ort eingecheckt und uns angeschaut, welches Fluggerät denn die ikonische AR.Drone beerben soll.

Der Fokus der Bebop-Drohne liegt ganz klar auf der eingebauten 14 MP-Kamera mit Fischaugen-Objektiv, die im Ergebnis aber ein krümmungsfreies Bild liefert: Zwar nimmt sie in alle Richtungen einen 180° Grad großen Ausschnitt wahr, aufgenommen wird (wenigstens standardmäßig, bei Bedarf kann natürlich auch der gesamte Bereich gewählt werden) aber stets aber nur ein 1080p-Ausschnitt, den der Pilot über die zugehörige Free Flight 3.0-App dynamisch selbst bestimmt.

Um das sowohl live an die App gelieferte als auch das aufgenommene Bild möglichst erschütterungsfrei zu halten, verfügt die Bebop über mechanische Stoßdämpfer für die Motoren und eine per Software realisierte Bildstabilisierung, die ungewollte Bewegungen der Drohne selbst automatisch ausgleicht — auch hier spielt das Konzept des nur teilweise genutzten Fischaugen-Bildausschnittes eine effektive Rolle.

Nachteile: Leider werden Videos nur mit 30 Bildern pro Sekunde aufgenommen und da die Drohne über keinen SD-Kartenslot verfügt, ist die Aufnahmegröße auf 8 GB begrenzt — ärgerlich, dass Parrot hier nicht einfach einen Einschub für micro SD-Karten verbaut hat. Andererseits dürften die 8 GB in den meisten Fällen ausreichen, denn mehr als 11 Minuten Flugzeit sind mit dem Standard-Akku, von denen der Bebop zwei beiliegen, ohnehin nicht drin. Gut möglich aber, dass es wie in der Vergangenheit später stärkere Stromspeicher zum Nachkaufen geben wird.

Gut ist, dass die Bebop sowohl im 2,4 GHz- als auch im 5GHz-WLAN-Frequenzband angesteuert werden kann, um so etwaigen Störungen durch benachbarte Wireless-Aktivitäten zu umgehen. In Sachen Sicherheit sind selbsttätige Rotor-Abschaltung bei Gefahr (sprich Berührung) sowie eine automatische Return-to-Home-Funktion an Bord.

Gesteuert wird mit der Free Flight 3.0 App, die für Android, iOS und zukünftig auch Windows bereitstehen wird und die wir bereits von der Rolling Spider kennen. Wer etwas mehr RC-Feeling haben möchte oder einfach präziser und mit mehr Reichweite fliegen möchte, der greift zum sogenannten Sky Controller und erweitert damit auch gleich die Funkreichweite auf satte 2 Kilometer — die Frage ist allerdings, ob 11 Minuten Akkulaufzeit überhaupt für vier Kilometer Luftlinie ausreichen ...

Insgesamt bietet die Bebop auf den ersten Blick ein paar gute Ideen, krankt meines Erachtens aber auch an ein paar konzeptionellen Mankos: Für den recht ordentlichen Preis von 499 Euro — DJIs Phantom wirkt deutlich hochwertiger, kommt mit vollwertigem Controller und kostet in der Basisversion weniger — hätten wenigstens etwas mehr Akku respektive Flugzeit, ein micro SD-Kartenslot oder mehr Speicher und vielleicht sogar eine Kamera, die 60 fps aufnimmt, reinpassen können. Zu den 899 Euro für das Bundle mit dem coolen, aber bestimmt nicht 400 Euro-wertvollen Sky Controller, verkneife ich mir an dieser Stelle noch eine Aussage; der muss erstmal etwas intensiver von mir getestet werden.


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