Pech gehabt, Netflix! Diesen Erfolgsserien hat man eine Abfuhr erteilt

Schande! Heute zeigen wir mal mit dem Finger auf Netflix.
Schande! Heute zeigen wir mal mit dem Finger auf Netflix.(© 2018 picture alliance / Everett Collection)

Irren ist menschlich, gute Serien göttlich. Dass sogar Serien-Experte Netflix bei der Auswahl dieser daneben liegen kann, bewies der Streaming-Riese, als er drei Hammer-Serien eine Abfuhr erteilte.

Fehlentscheidungen trifft jeder mal. Hättet ihr etwa gewusst, dass Walter White und Jesse Pinkman aus "Breaking Bad" nur auf AMC zu sehen waren, weil sie einst von Sender HBO abgelehnt wurden? Doch nicht nur HBO hat sich schon gehörig beim Potenzial einer Serie getäuscht: Auch Netflix hat Serien-Hits an die Konkurrenz abgetreten. Und so hieß es "nein, danke" zu den Erfolgsformaten "Transparent", "The Handmaid's Tale" (gehört zu den diesjährigen "Golden Globe"-Gewinnern) und "Mr. Robot". Das verriet Ted Sarandos, der leitende Content-Beauftragte von Netflix, im Interview mit Variety und nannte direkt eine Serie, die aus seiner Sicht als Netflix-Eigenproduktion besser gewesen wäre. Wir stellen euch die Serien, deren Konzept einfach nicht gut genug war, noch einmal vor.

Vertane Chancen: Nicht immer ein Zeichen für schlechten Geschmack

Sarandos ärgert sich aber nicht schwarz (zumindest nicht in der Öffentlichkeit), sondern gibt pragmatische Gründe für das Ablehnen von späteren Serien-Hits: "Es gab einfach so viele [Serien, darunter auch “Transparent"]. Oft sind es keine Bedenken an der Sendung – sondern einfach das Timing. Wir haben uns "The Handmaid's Tale" for drei, vier Jahren angeschaut. Es war nicht in der kreativen Form, in der es heute ist. Auch "Mr. Robot" ist eine Sendung, die wir uns haben entgehen lassen. Komischerweise denke ich, es wäre als Netflix-Show besser gewesen."

Das Netflix-Programm solle außerdem nicht einfach nur Sarandos' persönlichen Geschmack wiedergeben: "Ich möchte, dass es euer aller Geschmack wiedergibt. Netflix soll großartig für euch sein." Tja, noch ein bisschen großartiger wäre Netflix allerdings mit diesen drei verpassten Serien geworden:

"Transparent": Ein Vater wird zur Mutter oder so ähnlich

Das Leben der etwas unkonventionellen Familie Pfefferman ändert sich schlagartig, als Familienvater Mort beschließt, fortan als Frau namens Maura weiter zu leben. Was für den gestandenen Patriarchen seit Jahrzehnten feststeht, ist zumindest seinen drei Kindern gänzlich neu. Sie haben sehr unterschiedliche Wege, um mit der neuen Situation fertig zu werden, allen voran Drogen andere Eskapaden. Und so hat Vater Mort, von der Tochter im Rausch auf "Ma-Pa" umbenannt, auch unter seinen Kindern einen Selbstfindungsprozess losgetreten. "Menschen leben komplizierte Leben, Menschen leben einsame Leben."

Diese Serie hat nicht nur einen genialen Titel (denkt mal ganz genau drüber nach!), sondern wurde mit Lob und Preisen nur so überschüttet. Zu finden ist die kuriose, einfühlsame und sehr lustige Dramedy-Serie mit "Arrested Development"-Star Jeffrey Tambor mittlerweile bei Amazon Prime Video.

"The Handmaid's Tale": Rabenschwarze Zukunftsvisionen und rote Umhänge

"The Handmaid's Tail" (nach dem gleichnamigen Buch von Margaret Atwood, deutscher Titel: "Der Report der Magd") gewann in diesem Jahr den "Golden Globe" in der Kategorie "Beste Serie – Drama". Worum es genau geht? Die Menschen haben die Umwelt zerstört, die Folgen davon sind Unfruchtbarkeit und ein fundamentalistisch religiöses Regime, in dem die wenigen gebärfähigen Frauen als Sklavinnen gehalten und zum Fortbestand der Rasse gezwungen werden. Eine davon ist übrigens Alexis Bledel, vielen besser bekannt als "Rory" von den "Gilmore Girls". Diese schaurige Serie ging an "Hulu", spätestens seit den "Golden Globes" hätten wir sie gern auf Netflix gehabt.

"Mr. Robot": Ein IT-ler wird zum Super-Hacker

"Sie sind unsichtbar – die Typen, die ohne Erlaubnis Gott spielen." Elliot Alderson ist IT-Sicherheitsbeauftragter – und kämpft mit einer schweren Persönlichkeitsstörung. Er lässt sich von einem "Mr. Robot" für eine Gruppe Hacker anheuern – und soll ausgerechnet das gigantische Konglomerat hacken, für dessen Sicherheit er verantwortlich ist. Ist der Hackerangriff erfolgreich, bricht das globale Finanzsystem zusammen...

"Mr. Robot" gewann 2016 den "Golden Globe" als Beste Dramaserie (und ließ damit sogar den Kassenschlager "Game of Thrones" hinter sich). Hier könnt ihr euch den Trailer zur Amazon-Serie anschauen:

Trotzdem kein Grund für Traurigkeit im Hause Netflix

Dass Netflix keinen Grund hat, in der Ecke zu liegen und zu weinen, zeigen andere Erfolgsformate. Da wäre zum Beispiel der neueste Geheimtipp unter Serien-Fans: "The End of the F**king World", in der zwei Teenies zusammen davon laufen – leider ist aber (mindestens) einer der beiden ein Psychopath und kann es nicht abwarten endlich zu morden. Auch Formate wie "The Crown" waren für den "Golden Globe" als beste Drama-Serie nominiert. Wo ihr die preisgekrönten Serien der diesjährigen "Golden Globe"-Verleihung streamen könnt, erfahrt ihr hier.

Noch mehr aus der Welt der Serien

Ihr liebt Serien? Dann haben wir hier bestimmt noch mer Inspiration am Start. Wie wäre es mit den krassesten News und Theorien zu "Game of Thrones" oder auch großartigen Mini-Serien für verregnete Tage oder dem Netflix-Kracher "The End of the F**king World"? Außerdem findet ihr bei uns noch ein Sammelsurium an Serien, die einen qualvollen Tod starben oder einfach niemals enden werden. Apropos qualvoll: Lest hier zu welchen schlechten Serien sich die CURVED-Redaktion öffentlich bekennt. In dem Sinne: Viel Spaß, ihr Schaulustigen!


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