Peek Retina: Das Smartphone als mobile Augenarztpraxis

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Projekt Peek: Smartphones in kleine mobile Augenarztpraxen verwandeln
Projekt Peek: Smartphones in kleine mobile Augenarztpraxen verwandeln(© 2014 Peek)

Dass Smartphones mehr sind als Spielzeuge für gelangweilte Teenager, beweist aktuell Peek. Das Hilfsprojekt will mit einfachen Mitteln Smartphones in kleine mobile Augenarztpraxen verwandeln und sammelt zur Verwirklichung seiner Idee momentan Geld über eine Crowdfunding-Kampagne.

Etwa 39 Millionen Menschen auf der Welt sind Peek zufolge blind. 80 Prozent von ihnen könnten noch sehen, wenn Ärzte ihre Augen rechtzeitig untersucht hätten, glaubt das Team von Peek und hat eine mobile Augenarztpraxis auf Smartphone-Basis entwickelt.

Die Idee hinter Peek ist schnell erklärt: Alle wichtigen Instrumente eines Augenarztes werden auf ein Smartphone reduziert und ermöglichen es so, einzelnen Ärzten auch in entlegenen Gebieten Patienten fernab von Krankenhäusern und Arztpraxen zu untersuchen. So ist ein Früherkennung von Malaria, Meningitis und Krankheiten möglich, die zu einem Verlust der Sehkraft führen können.

Augenarztpraxis in App-Form

Zu Peek gehört eine App auf dem Smartphone, einfache Hilfsmittel wie ein Schablone zum Zuhalten eines Auges und ein "Peek Retina" getaufter Aufsatz, der auf die gängigsten Smartphone-Modelle der großen Hersteller passen soll.

Die App enthält zum Beispiel die typischen Tafeln mit kleiner werdenden Zahlen oder Buchstaben, mit den sich überprüfen lässt, wie viel Sehkraft auf den einzelnen Augen noch vorhanden ist. Der Arzt oder Helfer muss das Smartphone nur im richtigen Abstand zu den Augen des Patienten halten und kann dann die gleichen Fragen, wie in seiner Praxis stellen.

Mit dem Smartphone lassen sich weitere Tests der Sehkraft durchführen und auch Fotos vom Auge anfertigten. Der Peek Retina-Aufsatz ermöglicht es sogar, Aufnahmen vom Augenhintergrund außerhalb einer Arztpraxis anzufertigen. Dies ist wichtig, da viele Entzündungen dort sitzen und vorne im Glaskörper gar nicht oder erst wenn es zu spät ist, zu erkennen sind.

Ärztliche Diagnose aus der Ferne

Ein Arzt oder Helfer soll nach Angaben des Hilfsprojekts mit einem Peek-Smartphone bis zu 1000 Menschen pro Woche untersuchen können. Bei ihm muss es sich nicht zwangsläufig um einen ausgebildeten Augenarzt handeln. Die Untersuchungsergebnisse und vor allem die Fotos können auch Helfer mit dem Smartphone zum Experten schicken, die so weniger Zeit für Reisen aufwenden müssen und mehr Zeit für Diagnosen haben.

Das Peek-Team arbeitet mit Ärzten ohne Grenzen und der International Agency for the Prevention of Blindness zusammen. Gemeinsam wollen sie Projekte und Teams auswählen, die mit den Peek-Smartphones am meisten Menschen helfen können. An der Finanzierung des ersten Projekt-Films hat sich Sony beteiligt, wird aber nicht der exklusive Hardware-Partner sein.

Über die Crowdfunding-Plattform Indiegogo will das Peek-Team 70.000 britische Pfund - umgerechnet rund 88.000 Euro - einsammeln und ist auf einem gutem Weg das selbstgesteckte Ziel zu erreichen. Das Geld ist für die Anschaffung einer Maschine vorgesehen, mit der die Peek Retina-Aufsätze gefertigt werden sollen. Im Oktober 2015 sollen die Auslieferung beginnen und die Hilfe wirklich bei den Leuten ankommen.


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