Fitness-Apps zum Joggen, Radfahren und Sport treiben

Die Parks sind voll mit Läufern, Radfahrern, Inlineskatern und anderen Sportbegeisterten. Der Sport ist Ausgleich zum stressigen Joballtag und gesundheitsfördernd. Wie Bio-Supermärkte entdecken auch Hobbysportler den Trend zu mehr Lebensqualität und Fitness. Passend dazu gibt es Apps, die einem helfen sollen, sich zu motivieren und Trainingspläne einzuhalten. Zwei Anwendungen möchte ich euch vorstellen. Auf die Plätze. Fertig. Los!

Fitness-Apps zeichnen Daten auf, synchronisieren und feuern sogar an

Die kleinen Programme messen die Geschwindigkeit, Zeit, Distanz und den Puls. Bei jedem Kilometer sagt eine freundliche Stimme die aktuellen Werte durch und Freunde auf der ganzen Welt können über Facebook sehen wo ich renne und mich live verfolgen. Per Knopfdruck können sie einem sogar Motivation senden und aus dem Smartphone ertönen dann Anfeuerungen jeglicher Art. Ich habe zwei sehr gute Anwendungen für mich entdeckt, die meinen Sport-Alltag bereichern konnten.

Nike+ Running

Nike bietet neben seinen klassischen Sportartikeln auch diverse Möglichkeiten an, um sportliche Ergebnisse zu digitalisieren und sich mit anderen Sportlern in der eigens geschaffenen Community Nike+ zu vernetzen. Eine der meist genutzten Anwendungen ist die Nike+ Running App, verfügbar für Android-Geräte und das iPhone und den iPod Touch.

Diese App erfüllt alle wichtigen Basisfunktionen, die eine Lauf-App mit sich bringen sollte und misst über GPS Daten wie Geschwindigkeit, Distanz, Geschwindigkeit pro Kilometer und zeichnet diese animiert auf GoogleMaps auf, so dass verschiedenen Läufe im Nachhinein miteinander verglichen werden können. Außerdem merkt sich die App das Datum, Uhrzeit und berechnet aus Körperdaten des Läufers die verbrauchten Kalorien. Nach dem Lauf kann Man sich dazu Notizen machen. Smileys geben an wie sich der Läufer gefühlt hat. Außerdem ergänzt werden können, welche Art von Untergrund man gelaufen ist und und welche Schuhe man getragen hat. Damit wird Nike+ Running zum perfekten Protokoll. Nur Daten zum Wetter fehlen leider gänzlich. War man zufrieden mit seinem Lauf, so kann dieser auf Facebook, Twitter oder Path geteilt werden und Freunden kann man zeigen, wie gut der Lauf war.

Diese Funktionen sind (wie man später noch sehen wir) unter Running Apps nichts besonderes und erfüllen mehr oder weniger den sogenannten Standard. Früher mussten sich Sportler teure Uhren und Programme für den Computer kaufen, welche anschließend den Lauf umständlich synchronisiert haben. Diese Funktionen übernehmen nun Apps und die Internetseite der App. Um all diese Funktionen nutzen zu können, muss man sich kostenlos unter Nike+ anmelden und befindet sich sofort in einer der größten Lauf-Communities der Welt. Fortan kann man sich mit Läufern aus der ganzen Welt messen und empfohlene Laufstrecken testen. Damit wird Nike+ auch zur Empfehlungsmaschine für Läufer. Je mehr Läufer eine Strecke weltweit eintragen, desto mehr Auswahl habe ich und mein Personal Trainer aus der Hosentasche unterstützt mich.

Was Nike+ so reizvoll macht, ist der Charakter eines Wettbewerbs, den es mitbringt. Läufer können verschiedene Level und Trophäen erreichen und sich mit anderen Sportarten messen. Sportler bekommen für Aktivitäten so genanntes NikeFuel, welches andere Sportarten vergleichbar machen und den Wettbewerb untereinander stärken soll. So kann sich auch ein Basketballer mit einem Läufer oder Breakdancer messen. Nike nennt das die „Ultimate Measure of Activity“. Je mehr du dich bewegst, desto mehr NikeFuel bekommst du. Wie sinnvoll das ist, sei natürlich dahin gestellt. Sein Leben aber in ein großes Spiel zu verwandeln und seine Aktivitäten mit Sportlern aus Boston messen zu können, ist ein Vorteil, den auch ein Personal Trainer nicht veranlassen kann.

Nike wäre aber auch nicht Nike, wenn dem Läufer nicht auch Produkte präsentiert werden würden. So kann man noch in der App Hosen, Schuhe und Lauf-Shirts erwerben, ohne einen Schritt in den Laden zu setzen.

runtastic GPS Coach

Meine erste Lauf-App war die von runtastic und ich muss dazu sagen, dass diese bei weitem nicht so schön aussieht wie die Nike+ Running App. Die App hat grundsolide Eigenschaften wie auch die meisten Anderen - so misst sie Zeit, Distanz, Geschwindigkeit pro Kilometer, die Geschwindigkeit insgesamt, Kalorien, maximale Geschwindigkeit und die Höhenmeter aufwärts und abwärts (das kann Nike nicht). Je nach Einstellungen werden mir diese Werte während des Laufens regelmäßig durchgesagt und ich kann kontrollieren, ob ich schneller oder langsamer laufen muss. Auf Wunsch kann ich noch meinen Puls mit entsprechendem Equipment messen lassen und Zusatzinfos zum persönlichen Empfinden des absolvierten Laufes, Untergrund und dem Wetter eintragen.

Wer sich in der runtastic Community befindet, kann sich von Freunden unterwegs anfeuern und so motivieren lassen. Dazu muss man jedoch angemeldet sein und das persönliche Profil ausfüllen. Wer runtastic nutzt, hat die Möglichkeit noch andere Sportarten messen zu lassen. Angeboten werden 28 weitere Aktivitäten, darunter Laufen, Radfahren, Nordic Walking, Reiten und viel andere. Alle sollte man jedoch nicht ernst nehmen.

In der Standard-Version ist die App kostenlos und für den lockeren Lauf oder die entspannte Radtour bestens geeignet. Wer jedoch einen persönlichen Trainingsplan haben und sich Ziele setzen will, muss ein in-App Upgrade kaufen. Je nach Funktion variieren Preis und Benefit. Um mir individuelle Ziele zu setzen, muss ich das Upgrade Coaching kaufen (2,39€), um z.B. ein Intervalltraining zu absolvieren. Will ich Wettbewerbe gegen Freunde oder einen Geist laufen, so muss ich das Upgrade Wettbewerbe mit Ghost Run (1,59€) kaufen. Hier kommt wieder der spielerische Charakter zum Tragen, wie auch schon in der Nike+ Running App. Nur leider gibt es hier keine Trophäen oder Ähnliches.

Wer jetzt immer noch von der App überzeugt ist, kann sich verschiedenen Trainingspläne kaufen. Diese haben verschiedene Ziele zur Auswahl, ein individuelles Startdatum und kosten zwischen 10€ und 30€. So befinden sich Trainingspläne für Anfänger, einen 10 Km Lauf, Marathon, Halbmarathon oder zur Gewichtsreduktion in der Auswahl. Diese Pläne sind nach Angaben von runtastic von Experten erstellt. Einer der Experte und Personal Trainer ist hier Dieter Baumann, Laufcoach und Olympiasieger.

Fazit: Können Fitness-Apps helfen?

Die kleinen Helfer eigenen sich super, um Basisdaten zu messen und einen Lauf zu bewerten, vorausgesetzt man ist in der Lage, die gewonnenen Trainingsdaten für seinen persönlichen Trainingsplan zu nutzen. Ein gewisses Vorwissen und Richtwerte sollte man schon haben, da können die Apps nur bedingt helfen. Jedoch können sie durch die Community-Funktionen für Abwechslung in meinem Sportalltag sorgen. Und für Statistik-Junkies ist es jedes Mal nach dem Sport eine helle Freude, die Daten auf den Rechner zu synchronisieren und alles, vom langsamsten Rennkilometer bis hin zur Kartenposition der Höchstgeschwindigkeit noch einmal genau zu analysieren.