Kritik: So gut ist "Phantastische Tierwesen 2 – Grindelwalds Verbrechen"

Johnny Depp mimt den bösen Zauberer Grindewald.
Johnny Depp mimt den bösen Zauberer Grindewald.(© 2018 Warner Bros. Pictures)

Da ist er nun, der zweite Film des geplanten Fünfteilers, mit dem Joanne K. Rowling sich erneut ins "Potterverse" begibt. Das Prequel zu den Ereignissen in den sieben Romanen und acht Filmen spielt in den späten 20er Jahren und erzählt die Story aus Teil eins fast nahtlos weiter.

Mit Harry Potter wurde Rowling angeblich zur zweitreichsten Frau in Großbritannien (nach der Queen), sie müsste also schon lange nicht mehr schreiben. Dass sie es dennoch tut, hat dann wohl mit ihrer Liebe zu der Welt zu tun, die sie in den Potter-Romanen erschaffen hat. Und die sie noch immer nicht so ganz loslassen kann. Dabei sind die fünf Filme um den Zauberer Newt Scamander und den bösen Zauberer Gellert Grindelwald Prequels, deren Ausgang Buchleser längst kennen. Ist es trotzdem spannend?

Die Handlung

Sechs Monate sind seit den Ereignissen aus Teil eins vergangen. Grindelwald (Johnny Depp) soll wegen seiner Verbrechen auch in Europa angeklagt und deshalb dorthin gebracht werden. Doch ihm gelingt die Flucht. Das macht nicht nur das britische Ministerium der Magie nervös. Und so bitten die Minister Newt Scamander (Eddie Redmayne) darum, gemeinsam mit seinem Bruder Theseus (Callum Turner) als Auror die Jagd auf den bösen Zauberer zu eröffnen.

Doch Newt lehnt ab, weil er sich viel lieber um die magischen Geschöpfe kümmert, als Schurken zu fangen. Erst als Albus Dumbledore (Jude Law), sein alter Schullehrer, ihn bittet, aktiv zu werden, nimmt Newt die Aufgabe an. Auch weil er hofft, Tina (Katherine Waterston) wiederzusehen, die als Aurorin hinter Grindelwald und dem in New York entkommenen Credence (Ezra Miller), Träger des Obscurus-Virus, her ist. Können die beiden mithilfe der phantastischen Tierwesen und einiger Freunde den bösen Zauberer in Paris stoppen?

Newt Scamander macht Jagd auf Grindewald.(© 2018 Warner Bros. Pictures)

Es wird düster

Grindelwalds Verbrechen ist der zweite einer Reihe von bereits geplanten fünf Filmen – und das merkt man dem Werk auch jederzeit an. Ohne große Rückschau werden wir sofort in die furiose, aber recht unheimliche, Flucht von Grindelwald hineingeworfen. Und mit einem Höhepunkt, aber ohne rechten Abschluss, endet der Film nach etwa 135 Minuten auch wieder. Daher fühlt sich der Teil auch mehr an wie eine Episode einer Serie als wie ein eigenständiger Film.

Viel gezaubert wird leider nicht.(© 2018 Warner Bros. Pictures)

Was sich hier besonders im Fehlen eines guten Spannungsaufbaus niederschlägt. Es wird viel geredet in diesem Film, die von den Fans so geliebte Zauber-Action ist dafür auf ein Minimum reduziert – denn so richtig nach vorne entwickelt sich die Handlung über weite Teile nicht. Es ist mehr wie ein Schachspiel, in dem die Spieler ihre Figuren behutsam in Position bringen – und wir den Beginn des Mittelspiels mitverfolgen. Und wie auch bei der Potter-Serie werden die "Phantastischen Tierwesen" mit jedem Teil düsterer.

Verführer statt Tyrann

Damit trotz des Buch-Lesern bekannten Ausgangs ein wenig Spannung und Abwechslung erhalten bleibt, legt Rowling ihren neuen Schurken anders an als Voldemort. Während dieser nur an Macht interessiert war und jeden Gegner diese spüren ließ, ist Grindelwald ein Mann des Wortes, ein geschickter Verführer, der andere Zauberer ganz ohne Magie auf seine Seite bringen kann. Und den spielt Johnny Depp für seine Verhältnisse sehr verhalten und ruhig, was die Wirkung der Figur nur noch verstärkt. So wird Grindelwald ein würdiger Schurke für die Reihe.

Grindewald muss nicht zaubern, um andere für sich einzunehmen.(© 2018 Warner Bros. Pictures)

Was Rowling leider nicht gelang, war eine spannende Geschichte zu finden. Die Story des zweiten Teils ist schnell nacherzählt, weil einfach nicht viel Großes passiert. Die Autorin stopfte den Film stattdessen mit unzähligen Anspielungen und Referenzen auf ihr bestehendes Werk voll. Das macht „Grindelwalds Verbrechen“ für Hardcore-Fans zum vielleicht aufregendsten Film der Reihe, für Gelegenheits-Kinogänger aber zum langweiligsten.

Wenigstens Tierwesen?

Und auch die namensgebenden Tierwesen sind lange nicht so präsent wie noch im ersten Film. Zwar ist der Fanliebling Niffler wieder dabei – diesmal sogar Babys seiner Art -, aber insgesamt wirken viele kleine Auftritte der magischen Wesen, als seien sie extra deshalb ins Drehbuch geschrieben worden, damit sie überhaupt vorkommen. Denn sinnvoll sind die meisten nicht. Noch am spannendsten ist dabei der Zouwu, eine Art chinesischer Glücksdrache, der für ein paar tolle Szenen sorgt. Ansonsten überlagert die Jagd nach Grindelwald den Film so stark, dass für die Titelhelden nur wenig Zeit und Raum bleibt. Und das nimmt dem Film viel von dem freundlichen Charme, den der erste Teil noch hatte.
Dafür fährt Rowling beim Personal schwere Geschütze auf. Mit Leta Lestrange (Zoe Kravitz) lässt sie Newts Jugendliebe auftauchen und bringt einen berühmt-berüchtigten Namen zurück. Aber auch Nicolas Flamel spielt eine Rolle, der bereits im allersten Potter-Roman Erwähnung findet. Und natürlich mit Nagini, Voldemorts Schlange, deren tragisches Schicksal der Zuschauer hier erstmals erfährt. Rowling führt ihren neuen Fünfteiler so dicht an die sieben Potter-Romane heran. Richtig spannend ist das aber leider nicht.

Die namensgebenden fantastischen Tierwesen kommen etwas zu kurz.(© 2018 Warner Bros. Pictures)

Fazit

Die Hauptgeschichte des Fünfteilers ist der Konflikt mit dem bösen Zauberer Grindelwald – die die kommt im zweiten Film der Reihe nur sehr schleppend voran. Leider fand J.K. Rowling keine wirklich fesselnden Nebenhandlungen für den zweiten Film, sodass die 135 Minuten nicht durchgehend spannend sind und „Grindelwalds Verbrechen“ so manche zähe Stelle aufweist. Lediglich für beinharte Potter-Fans bietet der Film die volle Ladung in Form zahlloser Verweise auf das Gesamtwerk.


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