PhotoDNA: Facebook und Microsoft im Kampf gegen Kinderpornografie

Kinderpornografie im Internet ist ein großes Thema, das immer wieder heiß diskutiert wird. Mit Hilfe der PhotoDNA-Technologie werden bei Microsofts Suchmaschine Bing sowie dem SkyDrive Cloud-Dienst schon seit einiger Zeit eingesetzt. Facebook zieht jetzt nach und verwendet PhotoDNA zur Überprüfung der Bilder, die in dem sozialen Netzwerk hochgeladen werden.

Zusammen mit dem Dartmouth College hat Microsoft bereits im Jahr 2009 die Software PhotoDNA entwickelt. Diese soll nach Angaben von Microsoft erkennen, ob auf Fotos möglicherweise Missbrauchsopfer dargestellt sind. Die Bilder werden von der Software mit denen des National Center for Missing and Exploited Children (NCMEC, Nationales Zentrum für die Suche nach verschwundenen und missbrauchten Kindern) abgeglichen und gefiltert. Bei einem Treffer wird das entsprechende Bild sofort blockiert.

Mit Hilfe von PhotoDNA werden nur bereits als Kinderpornografie klassifizierte Bilder gefunden und gesperrt. Neue Aufnahmen erkennt das Programm nicht. Da solche Bilder aber oft jahrelang über das Internet verbreitet werden, werden die Opfer immer wieder aufs Neue missbraucht und gedemütigt. Die Software soll genau dies verhindern – ein erster, kleiner Schritt also. Außerdem sollen die Behörden dabei unterstützt werden, die Täter ausfindig zu machen.

Nach Angaben von Microsoft wurden auf diese Weise bereits über zwei Milliarden Bilder geprüft, von denen 2500 Fotos mit kinderpornografischem Inhalt erkannt wurden. Die Fehlerquote liegt laut Microsoft bei null Prozent.

Facebook nutzt die PhotoDNA-Software als erster großer Online-Dienst jetzt auch und überprüft damit alle Bilder, die von Nutzern hochgeladen werden. Für die Nutzer das sozialen Netzwerks ändert sich damit nichts, es läuft alles in gewohnter Weise weiter. Zukünftig sollen sich auch weitere Online-Plattformen und Dienste an der Überprüfung von Fotos mittels PhotoDNA beteiligen.