Google Pixel 5 und Pixel 4a 5G: Fokus auf das Wesentliche

Google hat sein neues Top-Smartphone vorgestellt: das Pixel 5. Der Suchmaschinengigant verzichtet weitestgehend auf Spielereien, steigt in einer neuen (Preis-)Klasse ein und packt bei den Kritikpunkten des Vorgängers an. Mit dem Pixel 4a 5G gibt es zudem ein heimliches Lite-Modell – in der XL-Version.

Auf seinem "Launch Night In"-Event hat Google das Pixel 5 der Weltöffentlichkeit gezeigt – und sich wie erwartet aus der Oberklasse zurückgezogen. Das Unternehmen tritt mit seinem Flaggschiff also nicht gegen das iPhone 12 oder Samsung Galaxy S20 an, sondern in der gehobenen Mittelklasse. Was sich nach einem Downgrade anhört, könnte die Basis für einen Verkaufsschlager sein. Und die Pixel-Serie hat es bitter nötig, langsam an Relevanz zu gewinnen. Mit 7,2 Millionen Einheiten verzeichnete Google 2019 zwar einen neuen Rekord (siehe Tweet am Ende des Artikels). Huawei, Samsung und Apple verkauften aber jeweils mehr als 100 Millionen.

Endlich Akkuausdauer?

Das Herzstück des Pixel 5 ist ein Snapdragon 765G, dem 8 GB Arbeitsspeicher zur Seite stehen. Der Mittelklasse-Chipsatz von Qualcomm meistert selbst gehobene alltägliche Ansprüche – ist nur halt etwas schwächer als das Top-Modell Snapdragon 865+. Zudem gilt er als relativ sparsam, was dem 4080 mAh starken Akku entgegengekommt.

Der schlappe Energiespeicher des Pixel 4 war noch ein Kritikpunkt. Hier scheint der Hersteller also angepackt zu haben. Google verspricht einen Akku, der den ganzen Tag hält und sogar bis zu 48 Stunden Laufzeit bietet; allerdings nur im extremen Stromsparmodus.

Google Pixel 5 In Beiden Farben

Das Google Pixel 5 gibt es in zwei Farben, das 4a 5G wohl nur in Schwarz

Dualkamera mit viel KI-Kompetenz

5G ist beim Pixel 5 ebenfalls mit dabei. Die neue Mobiltechnologie dürfte allerdings hierzulande wohl (noch) nicht das entscheidende Kaufargument sein. Das trifft auf die Kamera eher zu. Google setzt neben einer einfachen Selfielinse (8 MP, Blende: f/2.0) auf der Rückseite auf ein duales System:

  • Hauptlinse: 12 MP (Blende: f/1.7, optische und elektronische Bildstabilisierung)
  • Ultraweitwinkel: 13 MP(107 Grad Sichtbereich)

Während viele andere Hersteller längst drei, vier oder gar fünf Objektive in ihre Kamera-Module integrieren, bleibt Google bei einem kleineren Setup. Das führte in der Vergangenheit mitunter zu etwas weniger Flexibilität (kein Tele). Bewertet man aber die Qualität der einzelnen Linsen, liefern die Google-Handys extrem überzeugende Fotos. Das dürfte auch dieses Mal nicht anders sein – und abermals auch an der "Softwaremagie von Google" liegen.

Google schwärmt von der Belichtung seiner Porträts(© 2020 Google)

Die Schlüssel-Features der Kamera

Auf der Präsentation hob Google mehrere Kamera-Features hervor, die in jeder Situation "atemberaubende Fotos" ermöglichen sollen:

Ultraweitwinkel: Neben der Hauptlinse könnt ihr beim Pixel 5 ein Ultraweitwinkel für Panorama-Aufnahmen aktivieren. Dank Super-Resolution-Zoom-Technologie zoomt ihr in das Bild rein und raus – und sollt euch trotzdem über scharfe Details freuen können. Es scheint sich allerdings um einen reinen digitalen Zoom zu handeln, der einem digitalen Zoom normalweise unterlegen ist. Unser Praxistest wird bald die Antwort liefern.

Kinoeffekt: Ist das schon Hollywood? Einen Hauch der Traumfabrik verspricht Google zumindest. Eine sogenannte Panning-Option soll das Mitziehen von sich bewegenden Motiven erleichtern und "butterweiche Kameraschwenks" ermöglichen. Ein Video dazu findet ihr über diesem Artikel. Die Bildstabilisierung könnt ihr in drei Stufen anpassen. Videos sind beim Pixel 5 maximal in 4K bei 60 fps möglich. In Full-HD-Auflösung sind es bis zu 240.

Por­t­rätmodus: Teil des Pixel 4 ist bereits ein Astrofotografiemodus, dank dem ihr bei Nacht sogar die Milchstraße fotografieren könnt. Die Fähigkeit, bei schlechten Lichtverhältnissen gute Fotos machen zu können, will euch Google nun auch bei nächtlichen Porträts ermöglichen – Bokeh-Effekt inklusive. Auch am Tag könnt ihr dank eines besonderen Lichtmodi eure Gesichter perfekt ausleuchten. Die Belichtung passt ihr gegebenenfalls in Google Fotos nachträglich an.

Das Fotografieren soll auch nach EInbruch der Dunkelheit Spaß machen

Besseres Display als im iPhone 12?

Wie bereits eingangs erwähnt, hat sich Google aus dem High-End-Duell gegen Apple, Samsung und Co. zurückgezogen. Das bezieht sich allerdings primär auf den Chipsatz. Denn es gibt im Pixel 5 auch Features, auf die ihr beim iPhone 12 mutmaßlich verzichten müsst. Das sechs Zoll große OLED-Display (Full HD+) bietet eine Bildwiederholfrequenz von 90 Hz. Animationen, Games und Co. stellt das Panel also besonders flüssig da. Wer noch ein Smartphone mit 60 Hz nutzt, wird die Neuerung nicht vermissen. Es heißt aber: Einmal ein Handy mit 90 Hz (oder mehr) genutzt und man will nicht mehr zurück.

Schön schlicht – innen und außen

Das nahezu rahmenlose Design (mit Aluminium-Rückseite) sieht schlicht und schick aus. Auch in anderen Bereichen verzichtet Google auf Schnickschnack. Gesichtserkennung und der Motion-Sense-Radarchip sind rausgeflogen. Letzteres war noch ein großes Feature des Pixel 4, fand aber nur wenig Anhänger. Als Entsperrmethode steht euch ein Fingerabdrucksensor auf der Rückseite zur Verfügung.

Ein Klinkenanschluss ist beim Pixel 5 nicht dabei und leider auch kein Slot für eine MicroSD-Karte. Ihr könnt den Speicher von 128 GB also nicht erweitern und müsst eure Daten gegebenenfalls in die Cloud auslagern; wobei 128 GB in der Regel ohnehin ausreichen sollten. Ihr könnt den Akku kabellos laden und auch andere Geräte wie eure Pixel Buds 2 mit neuer Energie versorgen. Android 11 ist ab Werk installiert.

Das "Lite"-Modell ist größer: Das Pixel 5 und Pixel 4a 5G im direkten Vergleich(© 2020 Google)

Pixel 4a 5G: Heimliches Pixel 5 Lite

Zudem hat Google auch das Pixel 4a 5G vorgestellt – eine günstige Alternative zum Pixel 5. Das 5G-Modell unterscheidet sich vom bereits präsentierten Pixel 4a nicht nur durch Support des neuen Netzstandards. Es ist vielmehr so etwas wie ein heimliches Pixel 5 Lite. In den wichtigen Bereichen Kamera, Chipsatz und 5G-Support sind beide Geräte auf einem Level. Beide Geräte sind sich auch im Design sehr ähnlich, das Display (6,2 Zoll) ist sogar etwas größer und es gibt einen Klinkenanschluss.

Ein paar Abstriche müsst ihr aber machen:

  • Kinn ist etwas größer
  • Rückseite aus Kunststoff
  • kein 90 Hz
  • schwächerer Akku (3885 mAh)
  • "nur" 6 GB Arbeitsspeicher
  • kein kabelloses Laden
  • keine IP68-Zertifizierung (gegen Wasser und Staub)
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Preise und Verfügbarkeit

Das Google Pixel 5 wird es in den Farben Just Black und Sorta Sage zu einem Preis von 613,15 Euro geben. Das ist deutlich weniger als die UVP des Pixel 4 (849 Euro). Der Vorverkauf hat bereits begonnen und der Marktstart soll am 15. Oktober erfolgen. Wer bis zum 14. Oktober bestellt, erhält die Kopfhörer Bose QC 35 II im Wert von aktuell rund 200 Euro (UVP: 341,13 Euro) gratis dazu. Zur Aktion

Anders sieht es leider beim Pixel 4a 5G aus. Für das 486,40 Euro teure Modell könnt ihr euch derzeit nur auf eine Warteliste eintragen. Der Release ist wohl erst Mitte November und die weiße Ausführung soll sogar gestrichen sein.

Auf dem Event hat Google auch Google TV und einen neuen Chromecast vorgestellt. Zudem zeigte der Hersteller einen neuen Smart Speaker. Die ganze Veranstaltung könnt ihr im Re-Live noch einmal anschauen.


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