Platform Development Kit: Kann Google die Update-Probleme bei Android lösen?

Android ist ein tolles mobiles Betriebssystem: Unzählige Möglichkeiten zur Personalisierung, unglaublich viele verschiedene Modelle von zahlreichen Herstellern in allen möglichen Ausstattungs-Varianten vom einfachen Einsteiger-Modell bis zum teuren High End-Gerät in allen Größen, Formen und Farben, ein Betriebssystem, das jede Menge kann und viele Apps, die einem das Leben erleichtern oder etwas farbenfroher machen.

Doch ein ganz gravierendes und grundlegendes Problem gibt es mit Gooles Mobil-OS: Die Vielfalt an Geräten im Zusammenhang mit den herstellereigenen Nutzeroberflächen machen Android zu einem Splitter-Betriebssystem und den Herstellern in Sachen Updates das Leben schwer. Denn für jedes einzelne Smartphone und Tablet muss der Hersteller testen und anpassen, und das kostet Zeit. Die langen Verzögerungen zwischen der Veröffentlichung eines Updates durch Google und dem Zeitpunkt, wann die neue OS-Version dann von den Hersteller verteilt wird sind einer der am häufigsten genannten Kritikpunkte am Android-Betriebssystem.

Updates: Hersteller können nicht mithalten

In den Jahren 2009 und 2010 vergingen durchschnittlich neun Monate, bis ein neues Update von Google über die Hersteller bei den Nutzern angekommen war. Updates hingegen wurden alle sechs Monate veröffentlicht. Bei Android 4.0 Ice Cream Sandwich sind seit der Veröffentlichung im Oktober 2011 auch bald neun Monate vergangen und relativ wenige Modelle haben die aktuellste Android-Version seither bekommen. Im vergangenen Jahr hatte Google auf der I/O angekündigt, dass man zukünftig eine Garantie darauf gebe, dass Smartphones von HTC, LG, Sony Ericsson, Motorola und Samsung für mindestens 18 Monate die aktuellste Android-Version bekommen. Der Versuch war gut gemeint, aber eben nicht gut gemacht. Denn wenn die Hersteller so lange brauchen, um ein Update anzupassen und auszurollen, dann ist das Ganze mehr oder weniger hinfällig.

Stand der Android-Fragmentierung im Mai 2012

Doch Google scheint begriffen zu haben, dass die Update-Thematik ein wichtiger Punkt ist, den man nicht unter den Tisch fallen lassen darf und nimmt sich des Problems erneut an. Auf der Google I/O 2012 hat der Internet-Konzern deshalb angekündigt, dass es für kommende Android-Versionen ein Platform Development Kit, kurz PDK, geben werde. Dieses Kit wird schon frühzeitig an die Hersteller von Smartphone, Tablets und Chips verteilt. So lange Google dann noch an den Feinheiten einer neuen OS-Version bastelt können die Hersteller bereits an der Anpassung der Software an ihre Hardware arbeiten.

PDK soll Herstellern das Leben erleichtern

Das PDK enthält den dafür nötigen Quellcode und soll den Hardware-Partnern von Google rund zwei bis drei Monate vor der Veröffentlichung einer neuen Android-Version zur Verfügung gestellt werden. Damit sollen Updates zukünftig deutlich schneller bei den Nutzern ankommen – zumindest theoretisch, denn ob die Hersteller das dann wirklich umsetzen, ist natürlich offen. Die Idee hinter dem PDK ist aber auf jeden Fall gut, bleibt zu hoffen, dass auch die praktische Umsetzung gelingt.

Es ist ohnehin fraglich, warum noch kaum ein Hersteller realisiert zu haben scheint, dass man sich mit zeitnahen Updates einen echten Vorteil gegenüber der Konkurrenz verschaffen kann. Lediglich kleinere Hersteller wie beispielsweise Huawei haben sich in dieser Hinsicht bei Android 4.0 richtig ins Zeug gelegt.

Bildquelle: android.com