Plotter Maps - erstelle deine eigenen Karten

Karten sind vor allem dazu da, um sich zu orientieren und das Ziel schnellstmöglich zu finden. Smartphones navigieren uns in heutigen Zeiten sicher durch den Großstadtdschungel an das Ziel. Doch wie zuverlässig und aktuell sind die digitalen Karten von Google und Apple? Um Cafès, Bars oder Restaurants zu entdecken, sind diese nicht immer hilfreich. Mit Plotter Maps kann jeder seine eigene Karte erstellen, teilen, erweitern und sogar andere Karten entdecken, die zu speziellen Themen Empfehlungen aussprechen. Ein etwas anderer Versuch, um Foursquare als soziale Empfehlungsplattform Paroli zu bieten.

Post Privacy - Daten sichtbar für jedermann

"Post Privacy ist ein Begriff, der einen Zustand beschreibt, in dem es keine Privatsphäre mehr gibt und Datenschutz nicht mehr greift."[ad id="mobile_half"] Quelle: wikipedia.org

Wer über ein Smartphone, Tablet oder sonst ein digitales Endgerät kommuniziert, macht sich oftmals sichtbar, und spätestens seit PRISM und Tempora ist uns klar, dass jeder Schritt den wir virtuell und digital machen, mitgelesen werden kann. Viele fürchten um die Privatsphäre. Mich und auch viele andere meiner Generation hat die Totalüberwachung jedoch nicht überrascht - Überwachung gab es schon immer. Dass ich wenig überrascht war, liegt aber auch daran, dass ich mir meiner Wirkung im Netz bewusst bin und weiß, was ein Tweet oder auch dieser Beitrag auslösen kann - oder auch meine Aktivität bei Plotter Maps. Offene Daten können dazu führen, das wir die Privatsphäre überwinden und Geheimdienste überflüssig werden. Die Daten bei Plotter Maps sind offen und spiegeln bei Benutzung mein Verhalten in der Großstadt sehr genau wieder - für jeden freizugänglich.

Wie genau funktioniert Plotter Maps

Der Ansatz von Plotter Maps ist genau der der Post Privacy. Es werden auf Karten Lieblingsorte erstellt und so geteilt, dass diese anderen freizugänglich sind. Ein Twitter für Empfehlungen von Orten in einer bestimmten Stadt. Dieser Service kann für Fremde sehr nützlich sein, um nicht wieder in einem Touristen-Café zu landen und überteuerte Shakes und schlechte Kuchen essen zu müssen. Spätestens hier machen offene Daten Sinn, oder? Ich bekommen einen Mehrwert, der nur durch aktives Teilen realisiert werden kann! In Foren des Web 1.0 war das früher nicht anders, wenn ein Problem mit der Community geteilt und diskutiert wird. Hier es alles viel subtiler.

Aber zurück zu Plotter Maps: Im Kartenraum - THE MAP ROOM - kann ich nach Karten suchen. Die einzelnen Empfehlungen auf der Karte heißen Plot und werden wie bei Google Maps als Stecknadel angezeigt. Ich habe mir Strandbars & Beergardens und Diner & Cafés rausgesucht. Diese werden mir nun nach der Aktivierung angezeigt, gelbe Stecknadeln sind Strandbars & Beergardens und lila Stecknadeln sind Diner & Cafés (siehe Bild).  Klicke ich darauf, werden mir neben der Entfernung, Öffnungszeiten, Bilder und Kommentare von anderen Nutzern angezeigt. Ab hier kann ich entscheiden, ob ich hin gehen möchte oder weitersuche.

Nun kann ich als Nutzer mehrere Karten erstellen. Was heißt das "erstellen"? Angenommen ich bin selbst jemand, der sich in München, Berlin, Hamburg oder Düsseldorf wunderbar auskennt, dann kann ich alle meine Lieblingsorte, -bars oder Restaurants in einer neuen Karte speichern. Die Karten sind entweder für jeden sichtbar, nur für meine Freunde auf Plotter oder nur für mich. Durch teilen auf Facebook oder Twitter der eigenen Karte, kann ich noch andere nach weiteren Empfehlungen fragen, um die Karte gemeinsam sinnvoll zu ergänzen. Je besser meine Tips sind, desto mehr Follower werde ich haben.

Fazit

Man merkt der App an, dass diese noch ein wenig unvollständig ist. Für die USA gibt es schon gute Karten mit vielen Plots und Informationen von Nutzern. Für deutsche Städte sieht es aber eher mau aus. Berlin als Startup-Zentrum hat da noch die meisten Karten im Repertoire.

Sinn kann diese App durchaus machen und ich sehe gutes Potential im Einsatz für Großveranstaltungen wie z.B. die Fashion Week Berlin, um Gästen und Teilnehmern Restaurants in der Stadt zu empfehlen. Bisher geschieht das immer mit dem offiziellen Fashion Week Berlin Guide in Form eines Papier-Booklets.

Müsste ich mich jedoch zwischen Foursquare und Plotter Maps entscheiden, so würde ich klar zu Foursquare greifen, weil da die vorhanden Daten einfach wesentlich größer und genauer sind. Plotter Maps ist aber durchaus eine Alternative und könne in Zukunft eine gute Empfehlungsmaschine werden. Verfügbar ist die App bisher nur für iOS, Android soll Anfang 2014 kommen.

Noch ein Abschlusswort zu Post-Privacy: Wir sollten uns alle daran gewöhnen, dass es in Zukunft immer mehr Gründe gibt, unsere Daten freiwillig abzugeben. Niemand will, dass Daten schaden, aber wenn der Nutzen für den Einzelnen bzw. für das Gemeinwohl groß ist und einen Mehrwert bietet, dann sollten wir vielleicht überlegen was Apps in Zukunft mit Daten machen können. Plotter Maps ist nur ein positives Beispiel, wo wir Daten selbst kontrollieren können.