Polizeiarbeit bekommt durch Social Media neue Perspektiven

Das EU-Forschungsprojekt COMPOSITE (Comparative Police Studies in the EU) kam in einer Studie zu dem Ergebnis, dass Social Media eine der großen Herausforderungen für die Polizei sind und die Polizeiarbeit nachhaltig verändern. IT- und Kommunikationsexperten der Polizei aus zehn Ländern sowie Firmen, die die Polizei ausrüsten wurden für die Studie befragt.

Einer der sechs Trends, die laut der Studie die Polizeibehörden beschäftigen, ist Social Media (neben Systemintegration, erhöhter Mobilität, Überwachungstechnologie, digitaler Biometrie und Problemen mit der Nutzerakzeptanz).

So gab es beispielsweise bereist Fahndungserfolge, die auf einen Aufruf zur Mithilfe via Twitter zurückzuführen waren. Vor allem in den Niederlanden und in Großbritannien werden Social Media bei der Polizei bereits aktiv genutzt, so Sebastian Denef vom Fraunhofer Institut für Angewandte Informationstechnik FIT. So gab es in Großbritannien Tests, in denen Polizeistationen stündlich über ihre Arbeit berichteten – und das Interesse der Bevölkerung war überraschend groß. Laut Denef wird häufig eine engere und vertrauensvollere Beziehung zwischen der Polizei und der Bevölkerung gefordert. Um diese zu schaffen, sei Social Media ein geeignetes Instrument.

Bewusst ist man sich jedoch auch der Risiken, die Social Media mit sich bringen. Gerade bei Ermittlungen dürfen manche Schritte nicht öffentlich gemacht werden. Die Herausforderung hier liegt stark bei den IT-Dienstleistern. Und natürlich erhöht Social Media die Transparenz, macht aber auch angreifbar. Hier einen goldenen Mittelweg zu finden, dürfte nicht ganz einfach werden. Man darf aber gespannt sein, was wir in Zukunft über unsere Freunde und Helfer via Twitter, Facebook und Co. erfahren werden!

Bildquelle: presseportal.de/polizeipresse/