Priceline kauft OpenTable für 2,6 Milliarden Dollar

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Einen schönen Tisch im Top-Restaurant, bitte: Geht bei OpenTable mit einem Klick
Einen schönen Tisch im Top-Restaurant, bitte: Geht bei OpenTable mit einem Klick(© 2014 CC: Flickr/Thomas Hawk)

Diese Fusion macht Sinn: Nach der Hotel- kommt schließlich oft die Restaurant-Buchung. Internet-Pionier Priceline angelt sich den Restaurant-Reservierer OpenTable für 2,6 Milliarden Dollar. Der Preis ist ziemlich heiß- nämlich ein 46-prozentiger Aufschlag gegenüber dem letzten Schlusskurs für ein Unternehmen, das 2013 gerade mal 33 Millionen Dollar verdiente.

Man kennt das ja: Ab zum Kurztrip nach Paris, das Hotel soll schnell gebucht werden – und das passende Dinner am Samstagabend auch. Aber was tun? Paris, Samstagabend um 21 Uhr: Das ist ein Albtraum für spontane Restaurant-Besucher – wo befinden sich eigentlich die guten Adressen, sind sie ausgebucht und bekomme ich noch einen guten Platz?

Der Online-Reservierer OpenTable hat den Dinnerstress zum Geschäftsmodell gemacht: Verlässliches Reservieren war nie einfacher als mit dem bereits 1998 gegründeten US-Internet-Unternehmen – ein Klick, und das Essen ist gebucht. OpenTable operiert außer in den USA in  Kanada, Deutschland, Japan, Mexico und Großbritannien und  vermittelt nach eigenen Angaben bereits 15 Millionen Buchungen pro Monat von 31.000 Restaurants.

2,6 Milliarden Dollar für 33 Millionen Jahresgewinn

Geld verdient OpenTable an den beteiligten Restaurants, die bei Zustandekommen des Dinners eine Provision an das Online-Buchungssystem abführen – für Nutzer ist die Reservierung natürlich kostenlos. Das relativ risikoarme Geschäftsmodell wirft verlässliche Margen ab: Bei Umsätzen von 190 Millionen Dollar blieben im vergangenen Geschäftsjahr immerhin 33 Millionen Dollar unterm Strich hängen.

Dass OpenTable, das sich im Mai 2009 als erstes Internet-Unternehmen nach der großen Finanzkrise an die Börse wagte, entsprechend die Begehrlichkeiten des weltgrößten Hotel-Reservierers Priceline weckt, erscheint naheliegend. Allein: Der Preis überrascht doch.

Zahltag für OpenTable-Aktionäre: Einsatz verfünffacht

Mit 2,6 Milliarden Dollar zahlt das nach Google, Facebook und Amazon bereits viertwertvollste Internet-Unternehmen der USA (Börsenwert: 62 Milliarden Dollar) einen erstaunlich hohen Preis - nämlich den 78-fachen Jahresgewinn. Mit einem Kaufangebot von 103 Dollar je Aktie bewilligt Priceline gleichzeitig einen satten Aufschlag von 46 Prozent gegenüber dem letzten Schlusskurs von OpenTable.

Für junge Internet-Unternehmen ist das nach dem Börsenabsturz im Frühjahr eine gute Nachricht: Die Milliarden sitzen für Wachstumsunternehmen wieder locker, wie der jüngste Bewertungsschub von Uber, Airbnb und Dropbox beweist. Für OpenTable wird die Übernahme ziemlich genau fünf Jahre nach dem IPO zum großen Zahltag: Wer zu Kursen von 20 Dollar zeichnete, hat seinen Einsatz mehr als verfünffacht.


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