Proteinbier JoyBräu: Wir haben mit den Erfindern des Hype-Drinks gesprochen

Das Team hinter JoyBräu, dem ersten Proteinbier, bestehend aus Tristan, Erik und Max.
Das Team hinter JoyBräu, dem ersten Proteinbier, bestehend aus Tristan, Erik und Max.(© 2018 CURVED)

Bier-Durst und sportlicher Ehrgeiz? Das passte bislang nicht gut zusammen, fanden Tristan Brümmer und Erik Dimter und entwickelten kurzerhand das weltweit erste alkoholfreie Proteinbier: "JoyBräu" enthält 21 Gramm Protein pro Flasche und ist damit eine echte Alternative zum Proteinshake – oder für die kommenden WM- und Grillpartys. Wir haben es probiert und mit den Erfindern gesprochen.

"Man kriegt so viele dumme Sprüche, selbst als Sportler, wenn man beim Grillen oder auf Parties kein Bier mit trinkt, gerade als Mann. Es ist wirklich eine coole Sache, wenn man nicht immer der 'Vollidiot' ist, der Wasser oder Cola trinkt." Aus der Not heraus entwickelten zwei Hamburger Studenten und Freunde das weltweit erste alkoholfreie Proteinbier mit "Lifestyle-Faktor", wie sie selbst sagen: JoyBräu klingt tatsächlich nach Spaß, trägt als Logo einen durchtrainierten Gorilla mit Sixpack und schmeckt erfrischend fruchtig:

Dabei ist es eine echte Alternative für Sportler, denn es enthält ähnlich viele Aminosäuren wie ein Proteinshake. Die Idee zu ihrem neuartigen Bier hatten Tristan Brümmer und Erik Dimter, heute gerade mal 23 und 24 Jahre alt, im Auslandssemester während ihres dualen Studiums in Südostasien 2016. Die beiden sportlichen Nordlichter kommen eigentlich aus der Schifffahrt und haben in Singapur festgestellt, dass es totaler Quatsch ist, sich nach dem Krafttraining direkt an eine der zahlreichen Bars dort zu setzen und die Trainingseffekte wieder zunichte zu trinken. Die Geschäftsidee war geboren und die JoyBräu GmbH schnell gegründet – neben dem Studium.

Seit der FIBO ist nichts mehr wie vorher...

Vor ziemlich genau einem Monat hatte JoyBräu dann seinen ersten großen Auftritt auf der weltgrößten Fitnessmesse in Köln – und heimste direkt den "Innovation & Trend Award" der FIBO 2018 in der Kategorie "Lifestyle/Life-Balance/Wellness" ein. Seither ist für die beiden Jungunternehmer nichts mehr, wie es einmal war und sie hatten keinen Tag mehr frei: "Jeder will unser Bier diesen Sommer für Events haben. Pünktlich zur WM läuft auch der Verkauf in Fitnessstudios an und wir sind derzeit total ausverkauft. Wenn alles gut läuft, haben wir ab nächster Woche wieder Ware", sagt Tristan zuversichtlich. Die erste Großproduktion war schon wenige Wochen nach der FIBO restlos ausverkauft und viele Kunden haben direkt vorbestellt. "Wir hatten einen schönen Business-Plan", erklärt Tristan, "und den haben wir mal eben locker um drei Jahre übersprungen."

Tina von CURVED hat die Geschäftsführer von JoyBräu, Tristan und Erik, in Hamburg getroffen.(© 2018 CURVED)

Klingt wie der Traum eines jedes Start-ups, aber Tristan hatte auch schon die eine oder andere schlaflose Nacht, weil mit diesem schnellen Erfolg niemand gerechnet hatte und die Entwicklungen nicht schnell genug voran gingen. Erst vor kurzem haben die beiden Hobbybrauer ihr erstes Büro bezogen und vor einer Woche ihren ersten Mitarbeiter eingestellt: Max Gaedcke unterstützt Tristan im Marketing, während Erik sich um den Vertrieb kümmert. Der ebenfalls 23-Jährige Max ist Bodybuilder auf Amateurniveau und hatte so gar keine Lust auf einen Großkonzern. Über ein Hamburger Startup-Portal ist er auf Joybräu aufmerksam geworden und hat Tristan und Erik einfach angesprochen. Diese Macher-Mentalität scheint sehr gut zur JoyBräu-Erfolgsgeschichte zu passen: Hier wird nicht lange geschnackt, wie man in Hamburg sagt, sondern umgesetzt. Trotzdem wissen Tristan und Erik ganz genau, was sie tun und verfolgen einen Plan – angefangen bei Marktforschungen, Gesprächen mit Brauereien und schließlich der Kooperation mit der TU Berlin, Fachbereich Brauerei- und Getränketechnologie.

"Die Idee, ein alkoholfreies Proteinbier rauszubringen, hatten schon viele, das hören wir immer wieder. Allerdings waren wir die ersten, die die Herausforderung angenommen haben."

Was braucht es für ein süffiges Sommerbier speziell für Sportler?

Die große Herausforderung bestand vor allem darin, ein alkoholfreies kühles Blondes zu kreieren, das trotz des sehr hohen Proteingehaltes von 21 Gramm pro Flasche am Ende süffig, klar, dünn, schaumig und auf keinen Fall schal schmeckt. "Bier brauen ist wie Brot backen. Proteinpulver ist ein super Nährboden und mit normaler Hefe ist das Ergebnis am Ende wie zu dünn gewordener Pizzateig: einfach ekelhaft", gibt Tristan selbstkritisch zu Protokoll. Ein halbes Jahr lang hat der Hobbybrauer bei sich im Keller kredenzt, schließlich suchte die TU Berlin noch ein Jahr lang nach der perfekten Rezeptur. "Wie viele Brau-Versuche uns das insgesamt gekostet hat? Auf jeden Fall im zweistelligen Bereich. Wir haben es zwei Jahre lang immer wieder versucht und ein Braugang dauert zwei Monate. Den Rest kann man sich ausrechnen."

Trotzdem glaubten Tristan und Erik an ihre Geschäftsidee und gingen schließlich auf Brauereien zu. In Deutschland reagieren die traditionell aber nicht besonders aufgeschlossen gegenüber Zusätzen, die dem deutschen Reinheitsgebot widersprechen. Schließlich wandten sich die beiden an eine Handvoll Universitäten und konnten mit der TU Berlin und der Brauerei Bischoff im pfälzischen Winnweiler Partner gewinnen. JoyBräu ist das weltweit erste alkoholfreie Proteinbier, das sich auch offiziell so nennen darf, weil es außer der Hinzugabe der Aminonsäuren dem Deutschen Reinheitsgebot entspricht, also komplett auf künstliche Zusatzstoffe, Süßstoffe und Konservierungsstoffe verzichtet. In einem zweifach patentierten Verfahren werden die zertifizierten und veganen Aminosäuren, die zu einem Teil aus China kommen, weil es sie in Europa so noch gar nicht gibt, dem Braugang beigefügt.

"Wir wollten, dass sich unser Bier mit einem Proteinshake messen kann und eine echte Alternative wird, die fruchtig, leicht, aber nicht milchig ist."

"Viel mehr als 21 Gramm Aminosäuren pro Flasche kriegt man in einem Bier auch nicht gelöst", erklärt Tristan. Max, der ja noch relativ unbedarft und frisch bei JoyBräu dabei ist, beschreibt es so: "Malzbier gemischt mit ein bisschen Holunderbrause, das war mein erster Eindruck."

JoyBräu auch für Nicht-Biertrinker?

Viele Kommentare auf der Facebook-Seite von JoyBräu loben den fruchtigen Geschmack. Stimmt, das Bier schmeckt durch den hohen Proteingehalt leicht süßlich, enthält aber nur 16,8 Gramm Kohlenhydrate und davon 7,9 Gramm Zucker. Mit nur 135 Kilokalorien pro Flasche, ist JoyBräu eine echte Alternative für laue Sommerabende oder Grillpartys: Alkoholfreies Bier schmeckt vielen zu fad, Cola oder Limonade enthalten viel Zucker und damit leere Kalorien. JoyBräu schmeckt nicht so herb wie ein typisches Bier, sondern viel fruchtiger, mit einer leichten Zitrusnote, und könnte damit auch vielen gefallen, die sonst kaum Bier trinken – so wie Max, der als Bodybuilder ja ohnehin auf seine Ernährung achtet. Immer mehr Hobbysportler machen zumindest phasenweise einen Bogen um Alkohol. Das könnte auch ein Grund für den leicht rückläufigen Bierkonsum in der Biernation Deutschland sein.

Das erste Proteinweizen ist schon in Arbeit

Auf die Frage, was Tristan und Erik sich für die Zukunft noch so vorgenommen haben, versichern beide: "Wir werden JoyBräu weiter ausbauen und entwickeln derzeit das erste Proteinweizen. Das wird dann auch als halber Liter auf den Markt kommen, aber bis dahin dauert es noch ein bisschen." In jedem Fall wollen sie sich weiterhin auf das konzentrieren, was sie am besten können: Proteinbier brauen. Proteinriegel und weitere Nahrungsergänzungsmittel für Sportler wird es bei JoyBräu nicht geben. Die Jungs setzen ganz klar auf ihren Innovationsfaktor, immerhin sind sie weltweit die ersten, die es tatsächlich geschafft haben, ein schmackhaftes alkoholfreies Bier mit Protein zu brauen und haben bereits die ersten Anfragen aus Peru, Italien und Spanien. Wenn ihr euch selbst überzeugen wollt, könnt ihr JoyBräu demnächst in den ersten Fitnessstudios probieren oder über die Webseite direkt zu euch nach Hause bestellen: Den Sixer gibt es für rund 18 Euro, das macht umgerechnet 3 Euro pro Flasche. Dann kann die WM ja kommen, wohl bekomms!

Wer sich bis dahin lieber noch belesen möchte, warum alkoholfreies Bier nach dem Training so gut tut und welche Getränke-Alternativen es außerdem für Sportler gibt, der liest einfach weiter. Wenn euch interessiert, welche Trends die diesjährige FIBO noch befeuert hat oder welche die besten Übungen für das Krafttraining und was ihr zu dem Proteinbier nach dem Training essen solltet, haben wir auch die passende Lektüre für euch.


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