Razzia bei Megaupload - Webseite offline

US-Behörden haben am Freitag nach einer Razzia das Portal "Megaupload" geschlossen. Dem Betreiber und Hacker Kim Schmitz wird vorgeworfen, 175 Millionen Dollar durch Werbeeinnahmen und Raubkopien erwirtschaftet zu haben. Am Mittag wurde der als Kim Dotcom bekannte Internet-Geschäftsmann in Neuseeland verhaftet. Neben ihm wurden noch drei weitere Personen im Auftrag des FBI festgenommen. Die Tauschplattform Megaupload ist vor etwa sieben Jahren ans Netz gegangen.

Durch die illegale Verbreitung von Raubkopien sei den Rechteinhabern ein Schaden von 500 Millionen Dollar entstanden, teilte die US-Justizbehörde mit. In der Vergangenheit waren die vier Kriminellen immer wieder in den Fokus der Ermittler gerückt. Das Unternehmen versicherte zwar hin und wieder, illegal erworbene Materialien von den Servern zu entfernen und die verantwortlichen Nutzer zu blockieren, doch Außenstehenden reichten diese Maßnahmen nicht aus.

Im Internet entbrannte am frühen Nachmittag eine Diskussion über die durchgeführte Durchsuchung. Hacker aus den Kreisen von Anonymous reagierten mit Lahmlegungen von bestimmten Webseiten.  So wurden die Online-Auftritte von Musikgesellschaften, US-Behörden und des FBI attackiert.

Nutzer könnten bestraft werden

Wie der Stern unter Berufung auf eine Rechtsanwältin berichtet, sind Uploads auf sogenannte Filehostern strafbar. Die Anwältin vermutet aber, dass sich aus dem Fall für den einzelnen Nutzer keine konkreten Folgen ergeben könnten. Die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Informationstechnologie im Deutschen Anwaltverein (DAV) erklärte gegenüber der dpa: "Dazu müsste der Anbieter die Daten seiner Nutzer auf seinen Servern gespeichert haben", weiter sagte sie: "Da gibt es aber eigentlich keinen Grund für". Für Premiumkunden könnte es allerdings brenzlig werden. Sie könnten mithilfe ihrer Kreditkartendaten ermittelt werden. Den Usern könnte eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren drohen. Aber auch Abmahnungen durch die Rechteinhaber sind nicht auszuschließen.