rdio - Wer Skype erfindet, macht auch gute Musik

rdio - Der Musikstreamingdienst der Erfinder von Skype

Kennt Ihr Skype? Sicherlich kennt Ihr Skype und viele von Euch werden es auch regelmäßig nutzen. Gegründet wurde es von Janus Friis und Niklas Zennström. Beide haben nun rdio.com gegründet, was viele von Euch jedoch nicht kennen dürften. Der Musikstreamingdienst ist die gefühlte Nummer drei hinter Spotify und Simfy. rdio.com ist 2010 in San Fansisco auf den Markt gekommen und ist neben den USA auch in Kanada, Deutschland, Spanien, Dänemark, Portugal, Australien und Neuseeland aktiv. Jetzt denkt ihr sicherlich warum man die Nummer drei überhaupt nutzen sollte? Rdio (gesprochen: ar-die-oh) klingt ein wenig wie Radio und erinnert irgendwie an Twitter mit Musik. Spannend? Dann solltet Ihr jetzt weiterlesen.

Was genau macht rdio?

rdio ist, wie auch Simfy und Spotify, ein Musikstreamingdienst, der dem Nutzer kostenpflichtig über 15 Millionen Songs auf dem Smartphone oder über einen Computer anbietet. rdio organisiert dabei Musik in Listen oder Sammlungen und der Nutzer kann diese bewerten. In einem sozialen Netzwerk, welches stark an Twitter erinnert, kann man anderen Nutzern folgen und deren Listen und Sammlungen hören oder deren Empfehlungen nachlesen. So werden andere Nutzer denen man folgt (wie auch bei Twitter) Following und Nutzer die einem selbst folgen Follower genannt.

Die nähe zu Twitter ist offensichtlich und auch gewollt. So sind Nutzer mit vielen Follower und einer umfangreichen Sammlung weit oben in der Empfehlungsliste. Jetzt werdet ihr sicherlich fragen: Was sind Sammlungen? Nein, Musik muss ich nicht kaufen und ich stelle mir auch keine Platten ins Regal. Sammlungen sind Titel, Alben und Künstler, die ich mit meinem Profil verknüpfe, so dass andere Follower sehen können, welche Musik ich höre und ob es sich lohnt mir zu folgen. Wenn ich bekannte Begriffe wie Follower und Following habe, dann muss es auch einen Stream geben, in dem der Nutzer die Aktivitäten und den Verlauf seines Netzwerkes mitverfolgen und Musik anderer Nutzer hören kann.

Muss ich mich auch mit Twitter anmelden?

Nein, das geht nicht. Bei rdio muss man sich entweder mit einer Email-Adresse oder einem Facebook-Profil anmelden. Zusätzlich werden noch, Benutzername, Passwort, Geschlecht und Geburtsdatum verlangt. Die beiden letzteren Angaben werden jedoch nicht auf dem Profil angezeigt. Warum das so ist...

Wer will, kann sein Profil noch im Nachhinein mit Facebook, Twitter und Last.fm verknüpfen und jeden gehörten Song automatisch posten lassen. Gezwungen wird hier jedoch niemand und es bedarf die ausdrückliche Zustimmung des Nutzers. Mit rdio kann man sich gut ein Image aufladen, was es für Marken und Unternehmen besonders interessant macht. So könnte es in den nächsten Monaten einen neuen rdio Star geben. Der dem alle folgen wollen. Der der die beste und aktuellste Musik kennt.

Wie finde ich Songs?

rdio kann nach Titel, Künstler, Alben, Nutzer oder Playlisten, in dem ein Song vorkommt, suchen. Die Suchergebnisse werden dem Nutzer beim Eingeben bequem rechts oben angezeigt, so dass dieser schon vorab sehen kann, was er sucht. Die Suche ist hier aber durch Empfehlung klar in den Vordergrund gerückt, so empfiehlt rdio dem Nutzer vor allem Nutzer die als Kenner, Vorgeschlagene Nutzer, Top Hörer oder Neu bei rdio gelistet sind. Empfehlung neuer Musik heißt hier vor allem Empfehlung aktiver Nutzer. Einfache Formel: Mehr Follower, mehr Musik in der Sammlung bedeutet ein besseres Ranking! Neue Musik von Menschen für Menschen nennt rdio seine Vorgehensweise.

Will ich Bekannte oder Freunde suchen und einladen, kann ich das nicht nur über Facebook oder Twitter tun, dem Nutzer werden auch Suchen in Gmail, Yahoo Mail, AOL Mail oder Hotmail angeboten. Da ist zu hoffen, dass keine Datenschutzlücken entstehen und Adressbücher ausgelesen werden.

Wer bereits ein großes Netzwerk hat und vielen Nutzern folgt, kann sich einfach der Heavy Rotationhingeben und Songs werden zufällig aus dem eigenen Netzwerk bzw. aus dem durch das Netzwerk gewachsene Radio gespielt. Hier wird rdio seinen Anspruch ein Radio zu sein gerecht. Organisches Wachstum benötigt jedoch Zeit und Muße, was nicht unbedingt jeder Nutzer will und mitbringt. Damit rdio aus sich heraus wachsen kann und sich eine starke Community bildet, braucht der Internetdienst noch viel Zeit. Er lebt von seinen Mitgliedern, die miteinander interagieren und eine Kultur des Teilens akzeptieren.

Was bekomme ich für ein Musik-Abo?

In der gratis Version hat der Nutzer für 7 Tage uneingeschränkten Zugang zu Musik. Um danach weiter Musik hören zu können, muss der Nutzer das Upgrade Web für 4,99 € oder das Upgrade Unlimited für 9,99 € im Monat abonnieren. Für 4,99€ kann dann weiterhin auf die komplette Musik ohne Einschränkungen und Werbung zugegriffen werden. Für 9,99€ bekommt der Nutzer die Möglichkeit die Musik auf mobilen Geräten zu hören und diese mit einem Smartphone zu synchronisieren, um Songs auch offline zu hören. Bezahlt werden kann nur mit einer Visa- oder Mastercard. Andere Dienste oder Möglichkeiten werden nicht angeboten.

Welche Betriebssysteme unterstützen rdio?

Um Musik über rdio zuhören, hat der Nutzer die Möglichkeiten dies über einen Browser, ein Desktop-Player oder einem Smartphone zu tun. Über einen Browser geht man auf die Webadresse rdio.com, meldet sich mit Namen und Passwort an und kann von jedem Rechner aus Musik hören. Wer einen klassischen Musik-Player bevorzugt und seine eigene Musik aus iTunes mit rdio verknüpfen will, kann sich solch ein Player kostenlos für Mac und Windows herunterladen. Die eigene Musik bleibt jedoch auf der Festplatte und wird keinem der anderen Nutzer zu Verfügung gestellt. Um Musik auf einem Smartphone zu hören, wird ein iPhone, iPod oder iPad mit iOS 3.1.3 oder neuer verlangt. Auf Android-Geräten läuft rdio ab Version 1.6, auch wenn im Google Play Store Variiert je nach Gerät angegeben ist . Ebenso kompatibel ist rdio mit einem Windows Phone 7 und einem BlackBerry wie das Curve 8500+, Bold, Tour, Torch, Storm oder Style. Wer ein System von Roku oder Sonos zu Hause hat, kann auch darüber Musik von rdio beziehen.

Was hat rdio nun mit einem Radio zu tun?

Bei rdio gibt es keine klassischen Radiostationen die nach Genre sortiert sind, wie man es vermuten würde. Vielmehr entstehen diese Stationen organisch und sind nach dem Verständnis des rdio Teams Playlisten von Leuten oder Firmen, welchen man folgen kann. Folgt ein Nutzer dem Vice Magazine, so kann man alle Songs, die Vice Magazin in Listen hat als Radio hören. rdiogibt dem Nutzer also die Möglichkeit eine eigene kleine Radiostation aufzusetzen und diese im internen Ökosystem von rdio zu verbreiten. Um zu schauen, ob eine Station eines Nutzers interessant ist oder nicht, kann man sich die Sammlung eines Nutzers anschauen. Dort wird gezeigt welcher Titel am Meisten gespielt wurde oder von welchem Künstler die meisten Songs in der Sammlung vorhanden sind. Die Sammlung wird graphisch als dynamisches Blasenbecken aufbereitet, welches Spaß macht zu nutzen und damit zu experimentieren. Eine große Blase bedeutet, das Songs von einem Künstler am häufigsten gehört werden.

Empfohlen werden mir auch Künstler, die zu einem anderem bekannteren Künstler eine Ähnlichkeit haben. So steht dann bei The Paybacks ähnlich zu Florence + The Maschine. Wer weitere Informationen zu einem Album haben will, kann sich dazu gleich belesen. Ein Album ausgewählt, bietet rdio dem Nutzer Informationen zum Label, Erscheinungsdatum und bei Künstlern noch einen Info-Text an.

Wer rdio intensiv nutzt, dem wird auffallen, dass einige Songs oder Alben eine Kennzeichnung mit explizit enthalten. Das weißt den Nutzer darauf hin, dass Songs oder Alben vulgäre oder sexuelle Texte enthalten. Entschieden wird das von der RIAA Recording Industry Association of America). Eltern sollen sehen, falls ein Lied nichts für die jungen Ohren der Kleinen ist.

Ist rdio nun zu empfehlen?

Bei rdio steht Nutzer wie bei Twitter im Vordergrund. Wer mal eben Musik hören will und auf Genre hofft, ist hier fehl am Platz. Um rdio mit Spaß und Freude nutzen zu können, muss man sich Zeit nehmen und ein eigenes kleines Netzwerk aufbauen, um Musik bewusst zu entdecken. Somit wirkt rdio am Anfang etwas unübersichtlich und könnte für viele Nutzer eher abschreckend sein. Unter zwei Stunden dürfte die Orientierungsphase des Nutzers nicht liegen. Sicherheit wird bei rdio groß geschrieben. Neben der Kennzeichnung vulgärer Texte, gibt es auch immer wieder Hinweise auf eine „sichere Verbindung“, wie z.B. bei der Anmeldung, und es erscheint in grünen Buchstaben Sichere Verbindung wird geladen. Der Nutzer soll sich sicher fühlen.

Ähnlich wie auf Twitter, gibt es auch schon hier erste Stars, die viele Follower haben und als Kenner gelistet werden. Wer also ein neues Netzwerk für sich erobern will, kann sich hier genüsslich austoben und viel Spaß haben.