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Rechte und Pflichten für Drohnen-Piloten im Überblick

Vor dem Jungfernflug gilt es, Einiges zu beachten
Vor dem Jungfernflug gilt es, Einiges zu beachten(© 2014 CC: Flickr/eekim)

Drohnen - oder besser gesagt Multikopter - erfreuen sich großer Beliebtheit. Jeder möchte eine haben. Und möchte sie sofort nach dem Auspacken in die Lüfte steigen lassen. Aber vor dem Jungfernflug gilt es, Einiges zu beachten. CURVED klärt Euch über Eure Rechte und Pflichten als Drohnenpiloten auf.

Haftpflichtversicherung ist nicht gleich Haftpflichtversicherung

Pflichten? Ganz recht: Wer in Deutschland eine Drohne manövrieren will, der benötigt unter anderem eine Haftpflichtversicherung. Diese private Haftpflichtversicherung soll Euch bei Schäden an Dritten und deren Eigentum absichern. Man könnte jetzt natürlich denken, dass diese Versicherung auch die möglichen Schäden durch den eigenen Multikopter abdeckt, aber dem ist nicht immer so.

Klärt also vorab mit Eurer Versicherung, ob ein Abschluss einer separaten Haftpflicht für den Drohnenflug notwendig ist. Auch wenn die Versicherung sagt, dass Flugmodelle in der Haftpflicht inbegriffen ist, sollte man seine Versicherungspolice genau durchlesen. Die meisten versichern, wenn überhaupt, nur Modelle ohne Eigenantrieb. Eine Drohne wäre somit nicht abgedeckt.

Private Haftpflichtversicherungen für Modellflugzeuge mit Eigenantrieb werden allerdings auch von vielen Versicherungen angeboten. Die Kosten dafür sind mit weniger als 100 Euro im Jahr überschaubar. Auch Modellflugvereine bieten Versicherungen an, die zum Teil an eine Mitgliedschaft gekoppelt sind. Aber auch solch eine Kombination aus Mitgliedschaft und Versicherung beträgt pro Jahr nicht über hundert Euro.

Anders sieht es bei gewerblichen Drohnenflügen aus. Wenn Ihr Eure Drohnenflüge zum Beispiel für Film-, Foto- oder Überwachungszwecke nutzen wollt, dann braucht Ihr eine gewerbliche Haftpflichtversicherung. Solch eine gewerbliche Haftpflicht bekommt ihr auch bei Eurer Versicherung des Vertrauens, oder aber kann auch beim Deutschen AERO Club (DAeC) und dessen Versicherungspartner erworben werden.

Da es für Drohnen keine Standardversicherung gibt, solltet Ihr mit der Versicherung Eures Vertrauens im Detail besprechen, was Ihr mit der Drohne vorhabt und für welche Eventualitäten Ihr abgesichert werden solltet. Nachdem man die Versicherungen abgecheckt und eine notwendige Haftpflichtversicherung abgeschlossen hat, könnt Ihr euch an die Flugvorbereitungen machen.

Informationen und Erlaubnisse einholen

Bevor man aber seine Drohne aufsteigen lässt, gilt es noch einige Informationen einzuholen. Zu allererst solltet Ihr Euch überlegen, wo Ihr die Drohne aufsteigen lassen wollt. Theoretisch ist das fast überall erlaubt. Aber es gibt natürlich Gesetze, die den Luftraum reglementieren. Wollt Ihr auf oder über ein privates Grundstück fliegen, braucht Ihr die Erlaubnis des Eigentümers. Wie auf dem Boden besitzt dieser eine Art Hausrecht für den Luftraum über seinem Grundstück. Öffentliche Anlagen wie Parks haben auch einen Eigentümer, die vor dem Flug um Erlaubnis gebeten werden müssen. Das klingt erst einmal kompliziert, sorgt aber im Anschluss dafür, dass eventuelle Anrufe von Parkbesuchern bei den Behörden Verwirrung stiften.

Bevor man seine Drohne aufsteigen lässt, braucht es meist eine Erlaubnis(© 2014 CC: Flickr/North Charleston)

Besonders in der Nähe von Flughäfen, so klein diese auch sein mögen, gilt zudem ein minimaler Sicherheitsabstand von 1,5 Kilometern. Als nächstes gilt zu klären, ob man sich im kontrolliertem oder unkontrolliertem Luftraum bewegen will. Wo sich kontrollierte und unkontrollierte Lufträume befinden, könnt Ihr mit Hilfe von Google Earth und dem Plugin von Klaus Künzel nachschauen. Natürlich braucht man auch noch eine Erklärung zu den auf der Karte dargestellten Lufträumen. Diese gibt es auf der Webseite von Mikrokopter oder in der Grafik der deutschen Flugsicherung. Grundsätzlich gilt aber: Aufstiege im kontrollierten Luftraum müsst Ihr unbedingt bei dem verantwortlichem Tower der Deutschen Flugsicherung anmelden. Unser Tipp: Spart Euch diese Komplikation und fliegt Eure Drohne nur dort, wo keine "echten" Flugzeuge und Helikopter durch die Luft fliegen.

Falls Ihr trotzdem im kontrollierten Luftraum fliegen wollt und die Deutsche Flugsicherung nach einer Aufstiegserlaubnis verlangt, wird es noch ein wenig komplizierter. Die Aufstiegserlaubnis bekommt ihr bei den folgenden Ämtern in Euren Bundesländern:

Baden-Württemberg

  • RP Stuttgart, Postfach 80 07 09, 70507 Stuttgart, Tel: 0711 99762-0
  • RP Karlsruhe, 76247 Karlsruhe, Tel: 0721 9260
  • RP Freiburg, Sautierstraße 26, 79098 Freiburg, Tel: 0761 2080
  • RP Tübingen, Abteilung 4, Referat 46, Konrad-Adenauer-Str. 20, 72072 Tübingen, Tel: 07071 757-0

Bayern

  • Regierung von Mittelfranken, Luftamt Nordbayern, Postfach 99 02 68, 90268 Nürnberg, Tel: 0911 527 000
  • Regierung von Oberbayern, Luftamt Südbayern, Postfach, 80534 München, Tel: 089 21760

Berlin & Brandenburg

  • Gemeinsame obere Luftfahrtbehörde Berlin und Brandenburg, Mittelstr. 9, 12559 Schönefeld, AP: Frau Städtner, Tel: 03342 / 4266 4221, Fax: 03342 / 4266 7612

Bremen

  • Senator für Wirtschaft und Häfen, Referat Luftverkehr, Postfach 10 15 29, 28195 Bremen, Tel: 0421 3610

Hamburg

  • Behörde für Wirtschaft und Arbeit, Referat Luftverkehr, Alter Steinweg 4, 20459 Hamburg, Tel: 040 428410

Hessen

  • RP Kassel, Dr.-Fritz-Hoch-Haus, Steinweg 6, 34117 Kassel, Tel: 0561 1060
  • RP Darmstadt, Wilhelminenstr. 1-3, 64278 Darmstadt, Tel: 06151 120

Mecklenburg-Vorpommern

  • Wirtschaftsministerium, Johannes-Stelling-Str. 14, 19053 Schwerin, Tel: 0385 5880

Niedersachsen

Informations-Webseite des Landes Niedersachsen zum Thema Drohnen:

  • Luftfahrtbehörde: Tel: 0441 2181111
  • Niedersächsische Landesbehörde für Strassenbau und Verkehr, Bismarkstrasse 31, 26122 Oldenburg, Tel: 0441 7990 (laut Auskunft am Telefon nicht mehr zuständig)
  • Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsbereich Wolfenbüttel, Sophienstraße 5, 38304 Wolfenbüttel, Tel: 05331 8809-0

Nordrhein-Westfalen

  • RB Köln und Düsseldorf: Bezirksregierung Düsseldorf, Dezernat 26 - Luftverkehr, Postfach 30 08 65, 40190 Düsseldorf, Tel: 0211 4750
  • RB Arnsberg, Münster und Detmold: Bezirksregierung Münster, Dezernat 26 - Luftfahrt, Postfach 59 07, 48128 Münster, Tel: 0251 4110

Rheinland-Pfalz

  • Landesamt für Straßen- und Verkehrswesen, Luftamt, Flughafen Hahn, Gebäude 663, 55483 Lautzenhausen, Tel: 06543 508801

Saarland

  • Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr Referat D/6 Luftfahrt, Franz-Josef-Röder-Straße 17 66119 Saarbrücken, Tel: 068 501 4249

Sachsen

  • LANDESDIREKTION SACHSEN | Referat 36 | Luftverkehr und Binnenschifffahrt | Stauffenbergallee 2 | 01099 Dresden, Tel. Durchwahl: 0351 825-3614

Antragsformular: www.lds.sachsen.de / Service / Formulare / Referat 36 / Unbemannte Luftfahrtsysteme

Sachsen-Anhalt

  • Landesverwaltungsamt, Referat 307 - Luftfahrt, Postfach 20 02 56, 06003 Halle (Saale), Tel: 0345 5140

Schleswig-Holstein

  • Landesamt für Straßenbau und Verkehr, Mercatorstr. 9, 24106 Kiel, Tel: 0431 988 4554

Thüringen

  • Thüringer Landesverwaltungsamt, Postfach 22 49, 99403 Weimar, Tel: 0361 3773- 7461, -7474

Eine Aufstiegsgenehmigung kostet zusätzlich. Einen einheitlichen Betrag gibt es leider nicht. Den müsst Ihr bei den jeweiligen Behörden erfragen. Diese geben Euch auch zusätzliche Informationen, ob ihr noch ein Flugbuch benötigt, in dem Ihr genauestens eintragen müsst, wann, wo, wer und weshalb flog.

Plant Ihr Eure Drohnen an einem Öffentlichen Platz aufsteigen zu lassen, dann kann es nicht schaden, die Polizei von Eurem Vorhaben zu informieren. Tut Ihr das nicht, und ein irritierter Bürger ruft die Polizei oder die Feuerwehr wegen eines unbekannten Flugobjektes, könnte es teuer werden. Ihr würdet für die Kosten des Einsatzes haftbar gemacht. Also: Kurzer Anruf bei der Wache - und das Problem ist aus der Welt geschaffen.

Nicht abschrecken lassen

Als Pilot einer Drohne hat man sehr viele Pflichten, die aber verständlich sind. Denn schließlich kann aus technischen Gründen auch ein Multikopter abstürzen und für Probleme sorgen. Wer sich aber an die Regeln und Auflagen hält, der hat sicherlich lange Zeit viel Spaß mit seinem neuen Hobby. Nur das Wetter haben wir nicht im Griff. Da heißt es nur: Hoffen, dass Petrus Euch wohlgesonnen ist.

Alle Infos nochmal zusammengefasst:

  1. Kontaktiert im Vorfeld Eure Versicherung und klärt ab, welche Haftpflichtversicherung Ihr benötigt. Für den gewerblichen Einsatz Eurer Drohne braucht Ihr eine gewerbliche Modellflughaftpflicht. Darunter fallen auch schon Blogs, auf denen Werbung läuft, oder YouTube-Kanäle, die über Werbeeinblendungen Geld verdienen.
  2. Fragt bei den oben angegebenen Behörden nach, ob Ihr für Eure Drohne eine Aufstiegserlaubnis braucht. Für gewerbliche Drohnenflüge benötigt Ihr die Erlaubnis des Luftamtes.
  3. Ist eine Aufstiegserlaubnis gefordert, stellt die notwendigen Unterlagen, wie den Nachweis über die Haftpflichtversicherung, für das Antragsformular zusammen
  4. Holt Euch noch die Freigabe für den Drohnenflug vom zuständigen Flugsicherungstower.
  5. Falls Ihr plant, in der Nähe von Wohn- und Geschäftsgebieten eine Drohne aufsteigen zu lassen, dann solltet Ihr die Polizei informieren.
  6. Checkt am Tag vor dem Flug und am Flugtag selbst das Wetter.

 

Alles zum Thema Drohnen findet ihr auf unserer Themenseite.


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