re:publica: "Wem gehört das Netz?"

Am heutigen Donnerstag widmet sich die re:publica der Frage "Wem gehört das Netz?". Es wird hinterfragt, wie es mit dem privaten Eigentum auf öffentlichen Plattformen aussieht. Sascha Lobo sagte an Tag zwei der Blogger-Konferenz, dass soziale Netzwerke von privater Hand gegenüber ihren Nutzern einen falschen Eindruck der Öffentlichkeit vermitteln würden. "Daraus ergeben sich unterschiedliche Facetten von Problemen", so Lobo. Diskussionen könnten beispielsweise inhaltlich kontrolliert werden. Außerdem forderte Lobo eine internationale Regelung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) für solche Portale.

Der Verein "Digitale Gesellschaft" stellte auf der Konferenz seine Initiative "Adoptier Deinen Abgeordneten" vor. Dabei sollen Netzaktivisten ihre Wünsche an Bundestagsabgeordnete richten. Internetuser sollen über ihre Kommunikation mit den Abgeordneten öffentlich berichten. Auch der Arabische Frühling wurde noch einmal näher unter die Lupe genommen: Fadi Salem von der Dubai School of Government erklärte, dass Online-Plattformen im Zeitraum der Proteste intensiv für politische Zwecke eingesetzt worden seien. Facebook sei meistens Anstoß für eine Protestwelle gewesen. "Soziale Medien verändern die Dynamik, wenn bereits Unzufriedenheit herrscht", ergänzte Zeynep Tufekci von der University of North Carolina.