Retina-iMac im Foto- und Videotest: Pixel-Power satt

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Ein unverschämt gutes Display: der Retina-iMac
Ein unverschämt gutes Display: der Retina-iMac(© 2014 CURVED)

Es ist der schnellste iMac, den Apple je gebaut hat. Und auch der Schärfste. CURVED hat das 5K-Monster auf seine Foto- und Videoperformance getestet.

Er war der “Kai aus der Kiste”, das “One more thing” — wenn auch nicht so genannt — der iPad-Keynote im Oktober des vergangenen Jahres: der neue iMac mit 5K-Auflösung. Einen Tag nach der Präsentation hatte ich die Möglichkeit, mir den Power-Rechner genauer anzusehen. Nun habe ich mich persönlich und beruflich vor rund zwei Jahren von stationären Computer verabschiedet und bin mit meinem Macbook Air zufrieden. Allerdings ist dieser iMac auch nicht für Consumer gedacht, sonndern klar als Profimaschine ausgerichtet.

Zwei Wochen Foto- und Videopraxis

Filmemacher sollen auf dem 27-Zoll-Bildschirm mit 5120x2880 Bildpunkten ihr 4K-Material auf 100 Prozent sehen können und zusätzlich noch genug Bildschirmfläche für die Einblendung von Werkzeugen haben. Fotografen bekommen, so zumindest das Werbeversprechen von Apple, mehr Details für die Bildbearbeitung angezeigt.

Als der iMac dann Mitte Dezember unsere Redaktion erreichte, war es also an der Zeit, den Rechner unseren Profis aus der Foto- und Videoabteilung zu überlassen. Konnte das Gerät überzeugen? Hier die Erkenntnisse nach rund zwei Wochen im Praxistest.

Zum Hintergrund: Unsere Fotografin Katrin Saalfrank arbeitet regulär an einem Macbook Pro mit 13 Zoll (Ende 2013), 2,4 GHz Intel Core i5 und 8 GB 1600 MHz DDR3 sowie einem Cinema-Display mit einer Auflösung von 2.560x1.440 Bildpunkten. Nach einer Woche mit dem iMac fällt ihr Urteil sehr positiv aus — mit kleinen Abstrichen: Die Details kommen bei der Auflösung im Vergleich zu Displays mit einer Standardauflösung von 1920 x 1080 Pixeln extrem gut heraus. Rund 2600 Euro sind zwar ein stolzer Preis, allerdings für ein Setup aus hochauflösendem Bildschirm und schneller Hardware (bei uns im Test: 3,5 Ghz Quadcore i5, 8 GB DDR3 RAM, AMD Radeon R9 M290X mit 2GB GDDR5) für ein Arbeitsgerät absolut angemessen.

Spieglein, Spieglein

Allerdings erwies sich das spiegelnde Display also eher ungeeignet für die tägliche Arbeit. Ein mattes Display bzw. die Option, das iMac-Display auch entspiegelt einsetzen zu können, wäre wünschenswert. Apropos Display: Nach wie vor gibt es bei Apple-Bildschirmen keine Möglichkeit, die Farbeinstellungen mit entsprechender Hardware zu kalibrieren. Ein Feature, das Ottonormalnutzer überhaupt nicht brauchen, aber für die tägliche Arbeit mit Fotos und Videos enorm wichtig ist. Zwar gibt es die Möglichkeit, den Monitor des Macs in den Systemeinstellungen softwareseitig zu kalibrieren, doch erwies sich das in der Praxis als nicht ausreichend.

Völlig ausreichend ist hingegen die Rechenleistung des Retina-iMac: Hochauflösende Bilder ließen sich auf 500cm Länge in nur zehn Sekunden interpolieren. Zum Hintergrund: Wir reden von 6,5 Gigabyte für ein (!) File. 100 Bilder à 15 Megabyte ließen sich ebenfalls problemlos importieren und gleichzeitig weitere Programme ohne Verzögerungen starten. Kurzum: In Sachen Rechenpower ist der neue iMac absolutes High-End.

Und wie schaut es im Videobereich aus? Hier kam der iMac im Test mit 4K-Material sogar besser zurecht als der sehr leistungsfähige Mac Pro (bei uns im Einsatz: 3,7 Quadcore Intel Xeon E5, 32 GB 1866 Mhz DDR3, AMD FirePro D700 6144 MB), mit dem unser Videoexperte Stefan Sonnabend sonst arbeitet. Zum Vergleich:

Rendervorgang von 4K-Material mit zwei Videoeffekten auf dem Clip:

Retina-iMac - 15:25 Minuten

MacPro - 23:36 Minuten

Rendervorgang von 1080p-Material:

Retina-iMac - 5:55 Minuten

MacPro - 5:16 Minuten

Das Display ist so hoch aufgelöst, dass sich 4K-Filmmaterial (in 21:9) ganz leicht auf 100 Prozent skaliert auf dem Monitor anzeigen lässt. Wenn man das allerdings mit FullHD-Material macht, ist das Vorschaubild im Schnittprogramm tatsächlich viel zu klein.

Die große Leistung des iMacs entfaltet sich beim Display. Alles wirkt gestochen scharf. Der Bildschirm zeigt nicht einfach alles Pixel-zu-Pixel-genau an, sondern skaliert es entsprechend, sodass ein beispielsweise 600px-Bild nicht aussieht wie eine winzige Briefmarke. Diese Skalierung lässt sich in den Display-Optionen einstellen und je nach Geschmack größer oder kleiner wählen. Das Großziehen der eigentlich niedrig aufgelösten Bilder setzt die Hardware erstaunlich gut um.

Ein weiterer Pluspunkt ist die Lautstärke: Während der Mac Pro unter Volllast hörbar die warme Luft aus dem Gehäuse wirft, bleibt der iMac leise.

Fazit

Zwar bringt der iMac aufgrund seiner Retina-Auflösung Vorteile bei der Bildbearbeitung mit sich. Das reflektierende Display und die fehlende Möglichkeit der Hardware-Kalibrierung erschweren allerdings den Profi-Einsatz im Fotobereich. Ganz anders in Sachen Videoschnitt: Hier überzeugt der Retina-iMac mit sehr guten Leistungswerten bei 4K-Material und bringt aufgrund der verfügbaren Pixel noch genug Arbeitsfläche trotz hundertprozentiger Videoanzeige aufs Display. Der Preis ist aus Consumersicht fraglos hoch, für einen Arbeitsrechner mit diesen Leistungswerten aber angemessen — und unterscheidet sich sogar kaum von aktuellen High-End-4K-Display ohne Rechner.


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