Review: Ein Kurzausflug zum Galaxy Tab 2

Privat nutze ich schon länger ein iPad, aktuell habe ich die dritte Generation. Mir wurde nun ein Galaxy Tab 2 zum Test zur Verfügung gestellt: Das erste Android-Tablet für mich und einige große Erkentnisse direkt in den ersten Minuten.

Hardware und der erste Eindruck

Das Galaxy Tab 2, hier in der 10,1-Zoll-Variante, wirkt edel und durch das ordentliche Gewicht des Tablets auch wertig. Es ist trotzdem noch rund 70 Gramm leichter als mein iPad 3. Was wohl hauptsächlich daran liegt, dass Samsung bei diesem Gerät auf ein komplettes Kunststoffgehäuse setzt. Weiterhin fällt auf: Anders als bei anderen Samsung-Geräten ist der Akku beim Galaxy Tab 2 fest verbaut und bietet 7000mAh.

Dort wo man eigentlich einen MicroUSB-Port zum aufladen suchen würde, findet man einen wesentlich breiteren Port. Das hat mich genauer interessiert und nach kurzer Suche ließ sich feststellen, dass es sich wohl um einen PDMI-Port handelt. Eine Art "Open Standard", der bereits vor Jahren als Konkurrenz zum Apple Dock-Connector erschaffen wurde. Hierüber lassen sich als Alternative zum USB-Port Audio und Videodaten übertragen.

Die Lautsprecher sind, wenn man das Gerät im Querformat betreibt, links und rechts neben dem Display angebracht, was dem Sound absolut zu Gute kommt. Ein aktueller Kinotrailer auf dem Galaxy Tab 2 macht wirklich Spaß - und zwar mehr Spaß als auf einem vergleichbaren iPad. Stereo-Sound der zum Benutzer gerichtet ist macht wirklich was aus. Hier spielt natürlich auch das Display eine große Rolle. Es hat einen angenehmen Kontrast und ist ausreichend hell.

Die Auflösung ist gut, wirkt jedoch für ein "iPad-gewöhntes" Auge leicht pixelig (149ppi zu 264ppi).

Durch die dünne Bauweise und das Plastikgehäuse bedingt, wirkt das Tablet leider insgesamt nicht so stabil. Hält man es mit einer Hand und übt dementsprechend Druck auf die Rückseite aus um es grade zu halten, so verschwimmt das Display an einigen Punkten, da der Druck bis zum Display vordringen kann. Man sollte es also vermeiden das Gerät so zu halten, bevor man damit noch das Display beschädigt.

Software und der zweite Eindruck

Wir kennen es mittlerweile vom Smartphone: Erst die Kombination aus guter Hardware und guter Software macht ein tolles Gerät aus. Auf diesem Tablet läuft Android, natürlich leicht angepasst durch Samsung. Was sofort auffällt nach dem ersten Start des Gerätes: Der Wechsel der Homescreens "ruckelt". An so einer Stelle frage ich mich immer, ob niemand die Geräte als Prototyp testet, bevor man es in Massenproduktion gibt? Da muss man sich doch als Hersteller dann eingestehen: Wir brauchen einen besseren Prozessor oder wir müssen an der Software arbeiten und optimieren. So bleibt leider ein sehr enttäuschter erster Eindruck.

Insgesamt läuft Android natürlich zufriedenstellend auf dem Gerät. Es kommt jedoch oft zu kleinen Hängern und längeren Ladezeiten. Der Preisunterschied zu einem aktuellen iPad mit gleichen Vorraussetzungen (16 GB + WiFi) beträgt ungefähr 200€. Das ist natürlich viel Geld und soll wohl überlegt sein. Die Anforderungen sind individuell und so kann es gut sein, dass nur ein Android-Tablet auf Grund der Einschränkungen im Apple-Eco-System in Frage kommt.

Android und die Tablet-Apps

Was sofort nach einem kleinen Ausflug in den Play Store auffällt: Viele beliebte Apps sind unter Android nicht auf die Tablet-Nutzung optimiert. Nutzt man auf einem iPad eine nicht angepasste iPhone-App, so kann man diese entweder im kleinen "Fenster" oder proportional gezoomed auf "fast" Vollbild betreiben. Beides sieht nicht wirklich schick aus, erfüllt aber im Notfall seinen Zweck. Unter Android muss man es sich etwas anders vorstellen. Die App denkt einfach, es handele sich um ein "großes Handy" und streckt die Steuerelemente über den gesamten Bildschirm. Natürlich bei gleichbleibend kleiner Schriftart.

Leider werden auch beim Galaxy Tab 2 diverse Dienstleister-Apps vorinstalliert (Lieferheld, MyTaxi, HRSHotels, KaufDa). Selbst diese sind nicht als "Tablet-App" angepasst, was außerordentlich schade ist, denn man möchte ja eigentlich dem Benutzer ein tolles Gesamterlebnis bieten, wenn er sein Tablet zum ersten Mal nutzt und die Apps erkundet. Um einmal zwei beliebte Apps zu nennen die nicht als Android-Tablet-Version erhältlich sind: Dropbox & Facebook. Hier kann man nur auf Besserung seitens der Entwickler hoffen.

Fazit

Es bleibt letztendlich ein enttäuschender Gesamteindruck. Das Galaxy Tab kann in Sachen Display, Verarbeitungsqualität und Softwarequalität dem iPad nicht gefährlich werden. Für Multimedia-Liebhaber und Android-Fans ist es aber sicherlich eines der besten Tablets, welches aktuell auch iPad der aktuellen Generation muss man gut 200€ mehr ausgeben.