Rich Kids of Snapchat: Auf Vatis Kosten im Web protzen

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Die reichen Kinder von Snapchat: Empörung ist programmiert
Die reichen Kinder von Snapchat: Empörung ist programmiert(© 2014 Facebook, CURVED Montage)

Sie haben Geld, viel Geld. Und das zeigen sie. Der Nachwuchs der Superreichen protzt auf Snapchat - und ruft Neider auf den Plan.

"Wenn deine Filipina mit dem Privatjet unterwegs ist." Diese Worte brachten das Fass zum Überlaufen. Auf einem Bild ist ein Dienstmädchen im Ledersitz eines Privatjets zu sehen. Schlafend. Das Foto stammt von Snapchat.

Verbreitung hat es allerdings erst über die Facebook-Seite "Rich Kids of Snapchat" gefunden. Da werden Erinnerungen an die "Rich Kids of Instagram" wach. Ihr erinnert Euch?

Der Tumblr-Blog funktionierte nach einem einfach Prinzip: Hier sammelten Blogger Bilder von den Eskapaden amerikanischer Superreichen-Teens, die sich während der Feriensaison wohl vor allem eine Frage stellten: Wie verschleudere ich möglichst viel Geld mit nur einer Rechnung? Ein Problem, das der Jetset lange Zeit unter sich ausmachte. Doch mit dem Aufkommen von Instagram ließen sich derlei Eskapaden nur allzu gut öffentlich dokumentieren. Für alle Nutzer von Instagram sichtbar markierten die “Rich Kids” ihre Fotos von Autos, Häusern und anderen Luxusgütern selbstbewusst mit Begriffen wie #Reichtum #Kaviar oder #Villa.

Während die reichen Kids auf Instagram nunmehr zum Inventar gehören, haben sich die Luxus-Teens nun eine neue digitale Bleibe gesucht: Snapchat. Der Vorteil: Hier ist man wieder unter sich, teilt Bilder und Meinungen nur privat. Eigentlich. Denn auch dieses Mal schaffen es etliche der Aufnahmen an die Öffentlichkeit. Ein Account sammelt die digitalen Eskapaden des neuen Jet-Sets, die es auch nur allzu sehr darauf anzulegen scheinen, den Durchschnittsbürger aufzuregen. So werden Nicht-Reiche schlicht als "peasants", zu Deutsch "Bauern" bezeichnet.

"Ich will ihnen die Lichter ausknipsen"

Die fordern wiederum die Löschung der Seite auf Facebook. Dort schreibt ein Nutzer über das Dienstmädchen-Bild: „Deine Filipina? An den Vollidioten, der das gepostet hat: Mit Geld kannst du dir keinen Menschen kaufen, um ihn zu besitzen. Du kaufst nur seine Dienstleistung. Das hier ist ein weiteres Beispiel dafür, dass Geld weder Empathie noch Intelligenz kaufen kann." Andere Einträge hingegen lassen eher Neid zwischen den Zeilen vermuten: "Wie kann man nur so viel Geld für eine Uhr ausgeben. Ich habe sie gegoogelt, sie sieht noch nicht einmal gut aus", schreibt der Betreiber der Seite zu einem Bild von einer Rechnung für eine Rolex über 11.000 Dollar. Auch auf Twitter finden die "RKOS" wenig Anklang. "Die bringen mich dazu, ihnen die Lichter ausknipsen zu wollen", twittert ein Nutzer.

Allerdings dürften diese Bemühung wenig Chancen auf Erfolg haben. Denn eine Löschung der Facebook-Seite dürfte das vermeintliche Übel nicht bei der Wurzel packen. Schließlich sammelt derzeit ein Instagram-Account die luxuriösen Offenbarungen der "Rich Kids".  Und solange Nutzer nicht zu viel nackte Haut zeigen, machte Instagram bislang keine Anstalten, Benutzerkonten zu sperren.

Entstanden war der Hype ursprünglich aus einer Sammlung von Protzereien von Privatschülern unter dem Titel "What Happens at Private School Goes On Snapchat", zu Deutsch "Was in der Privatschule passiert, kommt auf Snapchat". Im Impressum der Seite, die über mehr als 230.000 Fans verfügt, ist ein Alex Pridiss als Betreiber genannt, über den sich allerdings keine weiteren Informationen finden lassen.

Das dürfte einen guten Grund haben: Während die "Rich Kids of Instagram" ihre Bilder wohl wissentlich mit der Öffentlichkeit teilten, verhält es sich hier anders: Die Snapchats waren nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Schließlich strotzen etliche nur so vor Arroganz und Gehässigkeit gegenüber Nicht-Reichen.

Sei's drum: Zumindest ist das Social Web dank der neuen Snapchat-Schickeria neben der Fußball-WM um einen neuen Sommer-Hype...reicher!


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