RIM: Können Gratis-Apps noch helfen?

In der letzten Woche sind die diversen mobilen Online-Dienste des Blackberry-Herstellers Research in Motion (RIM) zum Erliegen gekommen. Bis zu vier Tagen konnten die Kunden von RIM teilweise keine E-Mails empfangen oder versenden, nicht über den internen Kurzmittelungsdienst kommunizieren und nicht im Internet surfen. Das Problem lag im System von Blackberry. Die wichtigsten Funktionen wie SMS und Telefonie blieben aber erhalten.

Mehr als 70 Millionen Blackberry-Anwender sollen als Entschädigung bis Ende diesen Jahres zahlreiche Apps gratis herunterladen können. Darunter befinden sich beispielsweise die Spiele "Sims 3" und "Texas Hold'em Poker 2". Vonseiten RIMs wurde zudem ein Monat Service kostenlos hinzugegeben.

"Wir sind unseren treuen Kunden dankbar für ihre Geduld", so Vize-Chef Mike Lazaridis zur Nachrichtenagentur dpa.
In einer Umfrage widersprachen indirekt etwa 25 Prozent der Kunden dieser Aussage - während der andauernden Probleme. Sie wollten zur Konkurrenz wechseln.

Um die Fans nicht ein weiteres Mal zu enttäuschen versprach Mike Lazaridis: "Wir ergreifen sofortige und scharfe Schritte, um zu verhindern, dass dies noch einmal passiert".

Der Ausfall wurde durch eine defekte Netzwerk-Komponente ausgelöst. Die Probleme erstreckten sich über Europa, Afrika, Lateinamerika, dem Nahen Osten, Indien, USA und Kanada. Als das eigentliche Dilemma am Donnerstag, dem 13. Oktober, beendet war, folgte ein Zweites: Die angesammelten Nachrichten verstopften das Netzwerk.

Das Vertrauen zu RIM ist bei vielen Kunden gestört. Oben beschriebenes Problem hat dem Smartphone-Hersteller vielleicht den Rest gegeben. Zwar sind die Produkte in verschiedenen Schichten noch sehr angesehen, fragt sich nur wie lange. Ein Großaktionär soll bereits einen Verkauf von RIM gefordert haben.