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Roaming: Auch im Ausland smart telefonieren und surfen

Telefonieren im Ausland kann schnell teuer werden, muss es aber nicht
Telefonieren im Ausland kann schnell teuer werden, muss es aber nicht(© 2014 CC: Flickr/Matthias Neugebauer)

Endlich Urlaub! Zeit, die Seele baumeln zu lassen und abzuschalten – am besten auch das Handy. Denn das Teilen von Bildern, Videos und coolen Sprüchen oder das Stöbern in Reiseführern und Karten kann außerhalb Deutschlands zur Kostenfalle werden. Das muss nicht sein: Wir zeigen Euch, worauf Ihr beim Roaming achten müsst und wie Ihr Euer Smartphone auch im Ausland smart nutzt.

Innerhalb Deutschlands müssen wir uns als Mobilfunkkunden über plötzliche Horror-Rechnungen schon längst keine Gedanken mehr machen. Sprach-Flat, SMS-Flat und Datenflat sorgen automatisch für eine konstante Handyrechnung am Ende des Monats. Mit der Grenzüberschreitung buchen sich Smartphone und Tablet aber in ein fremdes Netz ein, das zwar grundsätzlich Datendienste, Telefonate und SMS ermöglicht, jedoch zu höheren Kosten.

Der EU-Tarif schafft Abhilfe

Dank der Bemühungen der Europäischen Kommission sind die Preise für die Nutzung des Mobilfunktarifs im Ausland in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken. Die letzte Preissenkung fand erst kürzlich zum 1. Juli statt. Seitdem dürfen Mobilfunker brutto maximal 22,61 Cent pro Minute für ausgehende Anrufe und 5,95 Cent für eingehende Anrufe verlangen. Der Versand einer SMS schlägt im Standardtarif mit maximal 7,14 Cent zu Buche, der Empfang ist weiterhin kostenlos. Die Übertragung eines Megabytes kostet im europäischen Ausland nur noch 23,8 Cent, abgerechnet wird in 1-Kilobyte-Schritten. Zum 15. Dezember 2015 sollen die Roaming-Gebühren nach dem Willen des Europäischen Parlaments sogar komplett entfallen. Bisher fehlt jedoch die Zustimmung der Europäischen Kommission. Bis die Pläne in geltendes Gesetzt umgesetzt worden sind, sollten Verbraucher, die Wert auf die Verwendung ihrer mobilen Geräte legen, sich vor dem Urlaub weiterhin gut vorbereiten.

Deutlich teurer ist die Verwendung des Telefons außerhalb Europas. Da die Tarife nicht reguliert sind, werden für Anrufe in der Regel über ein Euro pro ausgehende Minute und etwa die Hälfte für eingehende Telefonate fällig. Auf die Verwendung von Daten sollte man am besten komplett verzichten, da mehrere Euro pro Megabyte Standard sind. Die genauen Tarife für Euren Vertrag erfahrt Ihr in den Tarifbedingungen Eures Anbieters. Aufgrund der hohen Preise stellt sich bei einer Reise in die USA oder Australien um so mehr die Frage: Wie viele Daten brauche ich eigentlich?

Verbrauch messen

Bei der Verwendung der mobilen Datenanbindung im Ausland sollte man sich zuerst über die verbrauchten Daten im Klaren sein. Eine E-Mail, WhatsApp-Nachricht oder iMessage, die ausschließlich Text enthält, beansprucht lediglich zwischen 5 und 25 Kilobyte und damit weniger als einen halben Cent. Ein Text mit Grafiken wie ein Word-Dokument liegt bei etwa 100 Kilobyte. Ein hochauflösendes Foto mit knapp acht Megapixeln beansprucht zwischen zwei und fünf Megabyte und kostet damit deutlich mehr als einen Euro.

Etwas anschaulicher wird der Verbrauch einzelner Apps bei der Berechnung anhand eines Datenvolumens von 500 Megabyte. Mit einem solchen lassen sich zum Beispiel laut einer Messung der E-Plus-Gruppe 20.000 E-Mails, 15.000 Fotos in Webauflösung oder 5.000 Dokumente verschicken. Leseratten stehen bei solch einem Volumen 2.500 Nachrichten-Artikel oder 1.000 Blogeinträge zur Verfügung. Demnach sind auch 500 Minuten Video drin, vorausgesetzt die Auflösung ist entsprechend niedrig.

Um den eigenen Datenverbrauch zu messen, hilft ein Blick in die Smartphone-Einstellungen. Unter Android findet sich die Übersicht des Verbrauchs aller Apps unter Datennutzung, iPhone-Eigentümern präsentiert sich diese Übersicht im Menüpunkt Mobiles Netz. Unter Windows Phone hat eine neue App namens Datenoptimierung mit Windows Phone 8.1 Einzug in die Liste der Apps gehalten, in der ebenfalls der Datenverbrauch aller Apps aufgeschlüsselt ist.

Wie ein Experiment der E-Plus-Gruppe ergab, ist Facebook der größte Datenfresser mit 54 Megabyte. E-Mails schlugen mit 16 Megabyte zu Buche, während für das Browsen im Web samt Google-Suche gut 12 Megabyte draufgingen. Bei der Orientierung mit Google Maps verbrauchte der Tester fünf Megabyte. Für die Nachrichten von FOCUS und Spiegel sowie die Wetterlage von Wetter.com gingen 5,5 Megabyte vom Guthaben ab. Insgesamt betrug der Verbrauch etwa 170 Megabyte. Verzichtet man auf datenintensive Anwendungen wie YouTube oder Facebook lässt sich der Verbrauch noch etwas weiter nach unten korrigieren.

Sparsam surfen

Die einfachste Möglichkeit, sich vor einer horrenden Rechnung zu schützen, ist ein überleger Umgang mit den Daten. Kartenmaterial für die Wanderung? Am besten schon vor dem Urlaub runterladen. Sowohl unter Android als auch auf dem iPhone bietet Google Maps seit kurzem die Möglichkeit, einen Kartenausschnitt zur Verwendung ohne Datenverbindung zu Speichern. Die Option zeigt sich mit einem Tipp auf das Suchfeld im unteren Bildschirmbereich. In Windows-Phone ist die Offline-Speicherungen von HERE-Kartenmaterial in den App-Einstellungen im Reiter Karten zu finden.

Wer statt Kartenmaterial Informationen im Internet sucht, sollte mit Opera Mini einen Versuch wagen. Denn dank eines Umwegs über die Opera-Server werden Bilder und Texte komprimiert, was zu deutlich weniger Datenverbrauch führt. Die App ist kostenlos für Android und iOS erhältlich. Windows-Phone-Anwender sparen hingegen mit Nokias Xpress-Browser auf eine ähnliche Art und Weise Daten.

Nicht nur Daten-sparsam, sondern komplett ohne mobilen Datenverbrauch können iOS- und Android-Anwender untereinander mit FireChat chatten. Statt über die kostbare mobile Datenverbindung wird eine Verbindung über Bluetooth hergestellt. Dadurch lassen sich auch Gespräche führen, wenn überhaupt nicht die Möglichkeit für eine mobile Datenverbindung besteht. Die App kann kostenlos im Google Play Store oder im App Store heruntergeladen werden.

Sollen trotzdem große Daten verschickt werden, ist es ratsam sich auf die Suche nach einem WLAN-Hotspot zu machen. Apps wie WiFi Map erleichtern diese Aufgabe enorm. Die App enthält allerdings nicht nur eine Liste mit WLAN-Zugängen, sondern nebenbei auch noch zu einigen eingetragenen Hotspot das WLAN-Passwort, sofern eine Verschlüsselung eingerichtet ist.

Roaming-Paket buchen

Günstiger als der EU-Tarif und komfortabler als die Smartphone-Enthaltsamkeit sind die speziellen Roaming-Pakete, die alle großen Mobilfunkanbieter ihren Kunden zur Verfügung stellen. Grundsätzlich gilt: Wird ein Kunde selbst nicht aktiv, ist der EU-Tarif automatisch eingestellt. Durch den freiwilligen Wechsel in ein spezielles EU-Roaming-Paket, das bei den meisten Mobilfunkern zusätzlich für die Schweiz, Liechtenstein, Norwegen und Island gilt, lassen sich allerdings noch günstigere Konditionen erreichen.

Die E-Plus-Tochter BASE bietet ihren Kunden beispielsweise für nur drei Euro monatlich bei 24 Monaten Mindestlaufzeit die Möglichkeit, die Daten- und Telefonflat uneingeschränkt auch im EU-Ausland für Gespräche nach Deutschland verwenden zu können. Wer nur selten in den Urlaub fliegt, ist mit dem EU-Reisepaket Woche für 10 Euro und EU-Reisepaket Komfort für 20 Euro etwas besser beraten. Während ersteres lediglich 150 Megabyte Surfvolumen beinhaltet – umgerechnet sechs Cent pro Megabyte und damit mehr als drei Mal günstiger als der EU-Tarif –, sind im Komfort-Paket zusätzlich 150 Minuten für Telefonate und 150 SMS zur Verwendung innerhalb der EU enthalten.

Wurde eine der Auslands-Optionen gebucht, verringern sich bei BASE auch die Kosten für Telefonate von bis zu 2,49 Euro pro ausgehende Minute auf 99 Cent. Ankommende Anrufe kosten dann statt 39 Cent nur noch 19 Cent, ebenso wie eine SMS.

Ähnliche Tarife bietet auch Simyo. Der Prepaid-Anbieter erlaubt allerding etwas mehr Flexibilität bei der Wahl der Optionen. So können Kunden für 4,99 Euro sowohl ein Sprach-Paket mit 100 Minuten als auch 100 Megabyte Datenvolumen buchen. Wer sein Smartphone wie gewohnt nutzen möchte, erhält aber auch für 19,90 Euro 150 Minuten, 150 SMS sowie 300 Megabyte für Mails, Chats, Facebook-Posts und andere Datendienste. Bestandskunden buchen die Option im Online-Konto oder unter der Rufnummer 1155.

Falls bei der Buchung eines Roaming-Pakets etwas doch nicht so funktioniert wie es sollte, die Roaming-Deaktivierung nicht geklappt hat oder sich irgendeine App nicht an das Datennutzungsverbot hält, wird die Verbindung bei simyo und Base bei 59,90 Euro automatisch gekappt.

Ihr wollt ganz sicher gehen? Dann nehmt den Begriff Abschalten doch einfach mal wörtlich. Schönen Urlaub!


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