Roaming-Tipps: Mit dem Smartphone im Ausland unterwegs

Roaming sorgt dafür, dass Ihr im Ausland nicht zur Telefonzelle rennen müsst.
Roaming sorgt dafür, dass Ihr im Ausland nicht zur Telefonzelle rennen müsst.(© 2014 CC: Flickr/Alex Montandon)

Roaming ist praktisch, war teuer, ist günstiger geworden und wird bald abgeschafft - also zumindest die Gebühren. Wer sein Smartphone im Ausland nutzen will, kommt um Roaming nicht herum. Früher fielen hohe Gebühren an, wenn Ihr in fremden Mobilfunknetzen unterwegs gewesen seid, doch die Europäische Union will einen einheitlichen Mobilfunkmarkt. Was sie mit den Gebühren macht und was Ihr sonst noch zum Telefonieren und Surfen im Ausland wissen müsst:

Was ist Roaming?

Unter Roaming versteht man allgemein, dass Ihr mit Eurem Smartphone im Ausland das Netz eines anderen Mobilfunkanbieters nutzen könnt. Für diese Nutzung stellen sich die Unternehmen gegenseitig Gebühren in Rechnung und reichen sie an Euch weiter. So müsst Ihr zum Beispiel im Ausland sogar zahlen, wenn Ihr einen Anruf annehmt. Durch diese Roaming-Gebühren kann das Surfen und Telefonieren im Ausland sehr teuer werden - muss es aber nicht.

Die EU bestimmt den Preis

Roaming ist eines der wenigen Themen, bei dem kaum jemand über die Europäische Union meckert, denn seit Jahren senkt sie immer im Sommer die Gebühren für die Mobilfunknutzung im Ausland. 2007 hat die EU erstmals eine Obergrenze für Roaming-Gebühren festgelegt, die die Kosten für Euch inzwischen um bis zu 80 Prozent gesenkt hat.

Für den 15. Dezember 2015 ist die Abschaffung von Roaming-Gebühren innerhalb der EU vorgesehen. Zum 1. Juli 2014 senkt die EU aber noch einmal die Kosten für Telefonate im Ausland. Wenn Ihr selbst aus dem europäischen Ausland jemanden anruft, darf Euch Euer Anbieter höchstens 19 Cent pro Minute berechnen.

Ein angenommener Anruf kostet Euch höchstens 5 Cent pro Minute und eine ausgehende SMS 6 Cent. Wenn Ihr eine SMS erhaltet, darf Euch das nichts kosten. Der Preis für den Datenverkehr wurde auf 20 Cent pro Megabyte festgelegt. Zum Vergleich: Bis zum 30. Juni 2014 galten Grenzen von 24, 7, 8 und 45 Cent. Vor allem die Nutzung von Datenverbindungen wird damit deutlich günstiger.

Allerdings müsst Ihr zwei Ausnahmen beachten: Die Vorgaben der EU gelten nur in der EU. Das bedeutet zum Beispiel, dass die Kosten in der Schweiz, der Türkei oder Thailand und allen anderen Staaten außerhalb der Europäischen Union nicht gedeckelt sind und Ihr bei Unachtsamkeit eine sehr hohe Rechnung bezahlen müsst. Die EU-Vorgaben gelten darüber hinaus nur für Eure normalen Verträge oder Prepaid-Angebote aus Deutschland. Schließt Ihr einen speziellen (Zusatz-)Tarif für das Ausland ab, hebelt dieser die Bestimmungen aus.

Überraschungen nach dem Urlaub verhindern

Der Kauf einer lokalen Prepaid-Karte lohnt sich bei einem typischen Urlaubsaufenthalt innerhalb der EU nicht und verursacht durch die neue Nummer, die Ihr erhaltet, eher nur Komplikationen. Vor dem Urlaub lohnt sich in jedem Fall ein Blick auf Eure Vertragsbedingungen, denn teilweise gelten deutsche Flatrates sogar im Ausland.

Ist dies bei Euch nicht der Fall, besteht bei Telefonaten und SMS kaum ein Einsparpotenzial - außer Ihr unterlasst sie komplett und schaltet im Urlaub mal ab. Anders sieht es schon bei Datenverbindungen aus, denn zahlreiche WLAN-Hotspots könnt Ihr kostenlos nutzen - natürlich aber nur mit den entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen. Darüber hinaus lohnt sich ein Blick darauf, welche Apps im Hintergrund Daten übertragen und welche dies im Urlaub nicht tun müssen. Dort müsst Ihr dann einfach den automatischen Datentransfer abschalten.

Zusätzlich lohnt es sich zu wissen, dass Ihr unter iOS und Android jeweils in den Einstellungen das Daten-Roaming gezielt ausschalten und bei Bedarf wieder einschalten könnt. Wollt Ihr die Datenverbindung nicht komplett kappen, könnte das Abschalten der Push-Benachrichtigungen ein Kompromiss sein, denn diese verursachen vergleichsweise viel Traffic.

Zusammenfassung

  • Roaming-Gebühren werden für Telefonate und den Datenverkehr mit Smartphones und Tablets im Ausland erhoben
  • Im Jahr 2007 hat die EU damit begonnen, die Gebühren schrittweise zu senken
  • Auch 2014 steht im Juli eine erneute Senkung der Roaming-Gebühren-Obergrenze an
  • Bis zum 15. Dezember 2015 sollen Roaming-Gebühren in der EU ganz abgeschafft werden
  • Um hohe Kosten zu vermeiden, solltet Ihr vor dem Urlaub nicht benötigte Apps deaktivieren
  • Informiert Euch über mögliche Angebote Eures Mobilfunkunternehmens

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