Rückkehr auf den Verbrauchermarkt: Nokia übernimmt Withings

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Die Activité ist ein Fitnesstracker aus dem Angebot von Withings.
Die Activité ist ein Fitnesstracker aus dem Angebot von Withings.(© 2015 CURVED)

Für 170 Millionen Euro übernimmt Nokia das französische Gesundheits-Unternehmen Withings. Damit sind die Finnen zurück auf den Verbraucher-Markt.

Nachdem aus einem Comeback auf dem Smartphone-Markt bislang nichts geworden ist, konzentriert sich Nokia nun auf Gesundheit-Gadgets. Um direkt durchzustarten, plant das finnische Unternehmen die Übernahme von Withings. Einem französischen Hersteller von smarten Waagen, Fitnesstrackern und weiteren Health-Produkten. In einer Pressemitteilung erklärt Nokia-CEO Rajeev Suri: "Wir haben stets betont, dass digitale Gesundheit ein strategisches Geschäftsfeld für Nokia ist, und ergreifen nun konkrete Maßnahmen, um die sich in diesem großen und wichtigen Markt ergebenden Chancen zu nutzen."

Aufbau von Gesundheitsplattform

Auch bei Withings sieht man die Übernahme positiv. "Wir waren beeindruckt von den Plänen zur Gesundheitsvorsorge und Patientenversorgung, die das Nokia-Team mit uns geteilt hat", sagt Withings-Boss Cédric Hutchings in einer weiteren Mitteilung. Im Fokus der Übernahme stehen also nicht die Fitnesstracker von Withings, sondern das medizinische Know-How der Franzosen.

Wie Engadget berichtet, plant Nokia nämlich den Aufbau einer "WellCare" genannten Plattform. Diese soll ähnlich funktionieren wie HealthKit von Apple. Laut Nokia-Präsident Ramzi Haidamus ist WellCare "eine vertrauenswürdige, sichere und einfach zu bedienende Plattform, die um die Daten und Erkenntnisse von trackenden Geräten herum aufgebaut ist." Es seien diese Erkenntnisse, die Patienten, Ärzte und Pflegepersonal über ihre Gesundheit informiert. Dafür sollen nicht nur Fitnesstracker von Withings herhalten, sollten auch medizinische Geräte des Unternehmens wie Blutdruckmessgeräte oder smarte Waagen.

Es wird spannend zu sehen sein, ob Nokia und Withings mit ihrer Strategie Apple noch einholen können. Deren HealthKit-Lösung, mit der Ärzte auf Wunsch Zugriff auf die medizinischen Daten des Nutzers bekommen, ist laut Endgadget bereits an über der Hälfte der Top-Krankenhäuser in den USA zu Testzwecken im Einsatz. Bevor die Aufholjagd losgehen kann, muss aber erstmal der Deal über die Bühne gehen. Das soll im dritten Quartal 2016 passieren. Bevor Nokia die 170 Millionen Euro für Withings zahlen kann, müssen erst noch die Regulierungsbehörden zustimmen.


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