Runtastic motiviert fortan durch Story Running

Fitness-Apps als persönlicher Sportcoach sind der große Trend in der Welt der mobilen Anwendungen. Die Apps wollen Sportler dabei helfen den Fitnessüberblick zu behalten, zu motivieren und neue Ideen gemeinsam mit Freunden zu entdecken. Ein der erfolgreichsten Anwendungen ist Runtastic aus Deutschland. Nach Downloads ist runtastic.com sogar beliebter als die amerikanischen Konkurrenten um Runkeeper und Nike+. Dem Erfolg des Hagenberger Startups geben auch Investoren recht und habe erst kürzlich wieder mehrere Millionen Euro investiert. Um den Nutzern stetig etwas neues zu bieten, hat Runtastic nun die Funktion Story Running eingeführt. Was das genau ist, habe ich für euch beim Laufen getestet.

Wie funktioniert Story Running

Runtastic gehört zu der Gattung der Quantify Yourself Anwendungen, die versuchen alle Aktivitäten des menschlichen Körpers zu messen und in Statistiken Veränderungen zu erfassen, um zu zeigen, wie gut oder schlecht z.B. das Training im Vergleich eines anderen Trainings oder Freundes war. Neben Sportanwendungen kann z.B. auch das Schlafverhalten gemessen werden, um den optimalen Schlafrhythmus zu finden. Wie sinnvoll einige Anwendungen sind, sei dahingestellt. Auf die Signale des Körpers hören, hilft auch manchmal. Fakt ist jedoch, dass sie helfen können, den Inneren Schweinehund zu überwinden und mehr Sport zu treiben. Runtastic als solches hatte ich euch schon einmal vorgestellt. Die Erweiterung Storytelling ist ein zusätzliches Element der Gamification, die den Läufer spielerisch motivieren und zu Höchstleistungen verhelfen soll. Derzeit sind 4 verschiedene Geschichten für jeweils 0,99€ als In-App Kauf erhältlich, die jeweils eine Dauer von ca. 38 Minuten haben und mit einem Intro-Video untermalt werden. Ich habe für euch die Geschichte Die Mauern von Alcatraz getestet und bin mit Kopfhörern auf dem Kopf durch Berlin gelaufen.

Grundlegend verwenden die Geschichten das Intervalltraining und animieren den Läufer durch langsame und schnellere Musik zu aggressiveren und entspannteren Laufphasen. Startet man die Geschichte, erzählt ein fiktiver Charakter was er zu tun hat, um aus Alcatraz auszubrechen und trabt dabei vor sich hin, alles untermalt mit Geräuschen einer Höhle. Das dauert ca. 1 bis 2 Minuten und geht dann über in eine panische Fluchtphase, wo der Charakter vor "etwas" fliehen muss, um nicht gefasst zu werden. Die Idee dabei ist wohl, dass Panik beim Läufer geschürt wird und die Urinstinkte des Überlebens angesprochen werden. Rhythmisch schnelle Musik untermalt diese Szenerie. Nach 5 bis 7 Minuten fängt der fiktive Charakter wieder zu traben und die nächste Aufgabe des Fluchtplans zu erzählen. Dabei wird er dann z.B. dann von Wärtern oder Hunden entdeckt und fängt wieder an, getrieben von Angst, loszurennen und die Musik wird aggressiver. Diese Intervalle wiederholen sich abwechselnd, bis man die 38 Minuten überstanden hat. Das Ende und ob die Flucht gelingt, will ich nicht verraten, es soll jedem selbst gegönnt sein, das heraus zu finden.

Fazit

Ich war zuerst sehr skeptisch, ob diese Form der angstgetriebenen Motivation zielführend ist, da ich prinzipiell kein Läufer bin, der mit Kopfhörer laufen geht. Ich mag es Umgebungsgeräusche wahrzunehmen. Doch nach einigen Minuten der Geschichte und dem zweiten Intervall fand ich Interesse an der Geschichte und merkte, wie mich die Musik und zuweilen auch die Panik des Charakters ergriff und ich gefühlt stärker durch die Berliner Parks lief. Zumal ich auch meine Standardlaufstrecke wählte, war die Geschichte eine schöne Abwechslung zur altbekannten Laufstrecke. Jedoch kann ich mir vorstellen, dass auch die Geschichten nach mehrmaligen Hören langweilig werden. Bei Hörbüchern geht es mir zuweilen immer so. Nichtsdestotrotz, kann ich die Geschichten jedem Empfehlen.

Spannend würde ich es finden, wenn die Geschichten interaktiv mit dem Läufer verfahren und entweder nach Laufgeschwindigkeit den Fortgang der Geschichte bestimmen oder durch Entscheidung des Läufers, der festlegt, welche fiktive Route genommen werden soll. Das könnte man dann als Kontextbasierte Sporthörbücher beschreiben. So könnten z.B. auch Zielvorgaben implementiert werden. Ist der Läufer z.B. zu langsam, dann wird er gefasst und das „Level“ ist wie bei einem Computer Spiel gescheitert. Kombiniert man das jetzt noch mit Google Glass, dann möchte ich mir gar nicht ausmalen, wie die Hunde, die mich verfolgen, plötzlich neben mir erscheinen und Adrenalin meine Beine befeuert.