Russland verbannt Windows - Linux als Alternative?

Die russische Regierung hat einen Zeitplan veröffentlicht, in dem sie die  Migration aller staatlichen Systeme von Windows auf "freie Software"  ankündigt. Bis Ende 2015 sollen in der Russischen Förderation keine staatlichen Rechner mehr mit Produkten von Microsoft ausgestattet sein.

Leere Staatskassen und Autarkie

Schon im kommenden Jahr sollen Anwendungen ermittelt werden, die die bisherigen kostenpflichtigen Programme ersertzen können. Viele Lizenzen laufen bald ab - etwa die Windows-Lizenzen der Moskauer Schulen. Deshalb ist Eile geboten. Der Staat will durch den Umstieg Millionen sparen - und sich von ausländischen Softwareherstellern unabhängig machen.

Raubkopieren an der Tagesordnung

In Russland blüht das Geschäft mit Raubkopien, Experten gehen davon aus, dass auch viele staatliche Stellen mit illegaler Software ausgerüstet sind. Auch dieses Problem dürfte sich mit der Umstellung auf freie Software erledigen.  Insgesamt wird der Anteil der illegalen Software in Russland auf zwei Drittel geschätzt.

Russische Linux-Distribution in der Entwicklung?

Der veröffentlichte Zeitplan spricht nicht explizit von Linux - sondern allgemein von "freier Software". Man kann aber davon ausgehen, dass als Grundlage auf Linux gesetzt wird. Inoffizielle Stellen spekulieren schon länger über ein russisches Linux.

Sowohl Putin als auch Medwedew messen dem Projekt große Bedeutung zu - schließlich bringt es ein Stück Unabhängigkeit vom Westen. Abgesehen davon kann man den Umstieg von Windows auf Linux in Behörden und Unternehmen wohl als sinnvoll bezeichnen - wird damit doch Geld gespart und die Sicherheit erhöht. Das russische Migrationsprogramm soll übrigens dem gleichen, dass die Stadt München vollzogen hat. Dort arbeitet die Verwaltung inzwischen erfolgreich mit Linux.