Samsung bekommt gegen Apple Schützenhilfe von Verizon

Der Patentstreit zwischen Apple und Samsung nimmt immer größere Dimensionen an. Samsung bekommt jetzt Schützenhilfe von einem auch für Apple nicht ganz unwichtigen Partner: Verizon Mobile, der größte Mobilfunkprovider der USA bezieht öffentlich Stellung für die Koreaner.

Verizon sprach sich in einem Unterstützungsbrief gegen eine einstweilige Verfügung und den Verkaufsstop der Samsung-Geräte Infuse 4G, Galaxy S 4G, Droid Charge und Galaxy Tab 10.1 aus. Damit bezog der Mobilfunk-Riese ganz klar Stellung für Samsung. Ein Verkaufsverbot wäre gegen das öffentliche Interesse, so heißt es von Verizon.

Der Hintergrund: Ein Verkaufsverbot würde die Entwicklung und Ausbreitung des neuen, schnellen Mobilfunkstandards LTE (Long Term Evolution) behindern. LTE ist der Nachfolger von UMTS, Verizon hat bereits mehrere Milliarden Dollar in den Ausbau des LTE-Netzes investiert. Und daher rührt natürlich auch das Interesse, den Ausbau des LTE-Netzes auch weiterhin voranzutreiben.

Der deutsche Patent-Experte Florian Müller sieht Verizons Stellungnahme als eine Kriegserklärung gegen Apple an – und das obwohl Verizon nur im zweiten Quartal 2011 rund 2,3 Millionen iPhone-Kunden in den USA an sich binden konnte und Apple damit ein wichtiger Partner für den Telekommunikationsriesen ist. Doch auch Samsung ist für Verizon kein kleiner, unbedeutender Fisch. Denn die Koreaner sind maßgeblich an der Umsetzung und damit auch am Erfolg des LTE-Netzes beteiligt. Ein Verkaufsverbot von Samsung-Geräten hätte also unter Umständen sehr unangenehme Folgen auch für Verizon.