Samsung drohte einem Blogger - ein Missverständnis?

Zur “Samsung Mob!lers” lud Samsung zwei Blogger aus Indien auf die IFA nach Berlin. Einer der beiden soll nach eigenen Angaben im Vorfeld erklärt haben, dass er nur als unabhängiger Berichterstatter teilnehmen würde.

Nachdem die Blogger in Berlin angekommen waren, eine Einverständniserklärung zum Stillschweigen unterschrieben hatten und ein T-Shirt von Samsung tragen mussten, wurden sie dazu aufgefordert, "jeden Tag in Uniform am Samsung-Stand (zu) sein und die Produkte Pressevertretern zeigen (zu) müssen", wie ein Blogger gesagt haben soll.

Rückflug sollte gestrichen werden

Nachdem sich die Blogger weigerten und auf die Erklärung verwiesen, soll Samsung Indien mit der Stonierung der Rückflüge und dem Aufkommen für die Hotelkosten aus eigener Tasche gedroht haben. Am 1. September sollten die Blogger nach Hause fliegen, wie sie später erfahren hätten. Zuvor sollten sie allerdings noch mit T-Shirt am Unpacked-Event teilnehmen.

Positive Erfahrung

Jürgen Vielmeier von basicthinking.de vermutet in diesem Fall ein Missverständnis, wie er in einem Beitrag schreibt. "Auch wir wurden und werden zuweilen von Samsung zu Veranstaltungen eingeladen und die Zusammenarbeit ist eigentlich immer gut. Zusagen werden eingehalten", resümiert Vielmeier. Eine kritische Berichterstattung über Produkte sei "für den Konzern oder die beteiligten Agenturen nie ein Problem" gewesen. Der Vorfall gebe dem Blogger Rätsel auf.

Vielmeier hatte wegen des Vorfalls eine Anfrage an Samsung geschickt und folgende Antwort erhalten, die er frei übersetzt hat:

Auf diesen Veranstaltungen sind alle Tätigkeiten, die sie übernehmen, auf freiwilliger Basis. Ihnen werden keine Tätigkeiten aufgedrängt. Wir bedauern, dass es ein Missverständnis zwischen Koordinatoren von Samsung Mob!lers und dem betreffenden Blogger gegeben hat. Unserem Verständnis nach wurde er nicht ausreichend über die Natur der Tätigkeiten von Samsung Mob!lers auf der IFA unterrichtet. Wir haben versucht, mit ihm Kontakt aufzunehmen. (Hierbei handelt es sich nur um einen Auszug.)

Mehrere Missverständnisse könnten zum Vorfall beigetragen haben

Ein anderer Teilnehmer an “Samsung Mob!lers” (von “All About Samsung“) vermutet, dass es zu Missverständnissen gekommen sei. Einmal könnte sich der indische Blogger mit seiner Bitte nach freier Berichterstattung an die falsche Agentur gewandt haben. Zum anderen könnte der Blogger falsch vermerkt worden sein, nämlich als Promoter statt Reporter. In einer Mailingliste einer Agentur hat Lars von “All About Samsung“ allerdings gesehen, dass der Blogger aus Indien über seine Aufgaben auf der IFA informiert wurde. Inakzeptabel findet Lars das angebliche Verhalten von Samsung während der Messe. Schließlich hätte man den indischen Blogger nach Abschluss dieser Reise aus dem Programm entlassen können.

Übrigens: Dank einer anderen Firma kann der Blogger aus Indien nun doch seinen IFA-Aufenthalt genießen. Samsung hat sich unterdessen bei ihm entschuldigt.

 Foto: Samsung