Samsung Galaxy Note GT-N7000: Schwerpunkt S Pen

Nach meinem ersten Eindruck des Samsung Galaxy Note und dem extrem ausführlichen Testbericht vom Kollegen Marc möchte ich heute auf ein sehr spezielles Feature eingehen, den mitgelieferten S Pen.

Hardware

Für die Funktionsweise des Stiftes wird keinerlei Batterie oder sonstiges benötigt, er funktioniert allerdings auch nur auf dem Samsung Galaxy Note, da eine spezielle Folie im Display verarbeitet sein muss. Wer sich für die Technik dahinter interessiert, kann sicherlich mal auf der Herstellerwebsite der Stiftechnologie vorbei schauen: http://www.wacom.eu

Der S Pen besitz eine druckempfindliche Spitze, die auch beim Zeichnen verschiedene Druckstufen erfassen kann, sowie einen Knopf an der Seite, den man für bestimmte Funktionen drücken kann, Dazu später mehr. Bei den ersten Note Modellen war dieser Knopf in den gleichen Farbe wie der Schaft des Stiftes gehalten, da es viele Beschwerden gab, dass der Knopf schlecht zu erkennen sei, wird er inzwischen farblich hervorgehoben.

Der S Pen steckt an der Unterseite des Note, lässt sich leicht herausziehen, rastet allerdings auch problemlos wieder ein. Natürlich ist es nach zwei Wochen nicht abschließend zu sagen, aber bisher mache ich mir keinerlei Sorgen ihn zu verlieren.

Benutzen des Stiftes

Die einfachste Möglichkeit der Stylus Nutzung ist sicherlich der Ersatz zum Finger. Man kann jede Bedienung die man mit dem Finger durchführt problemlos mit dem S Pen ausführen und erspart sich so lästige Fingerabdrücke auf dem Display. Für mich keine Dauerlösung, aber es ist ganz praktisch, wenn man den Stift eh grad gezückt hat, dann auch alle Funktionen damit durchführen zu können. Wobei ein Geheimtipp sicherlich die Nutzung der Swype-Tastatur mit dem S Pen ist, wenn man bisschen schwitzige Hände hat im Sommer kann man trotzdem mit dem Stift übers Display rasen.

Die Softtouchkeys des Galaxy Notes, namentlich die Menü- und Zurücktasten reagieren nicht auf den S Pen, aber hier man bei Samsung mitgedacht und eine Lösung eingebaut.

S Pen Gesten

Drückt man den kleinen Knopf vorne am S Pen aktiviert man den Gesten Modus und kann dann durch einfache Bewegungen die gewünschten Funktionen erzeugen. Ein Strich von rechts nach links mit gedrücktem Knopf bedeutet zurück und ein Strich nach oben erzeugt den gleichen Effekt wie ein tippen auf die Menütaste.

Darüber hinaus gibt es noch zwei weitere wichtige Gesten, die jeweils mit gedrücktem Knopf ausgeführt werden. Ein doppeltes Tippen auf das Display öffnet die S Memo App, mit der man eine schnelle Notiz per Stifteingabe erzeugen kann, durch tippen neben den Memo Bereich kann man auch schnell wieder den Bildschirminhalt darunter anzeigen lassen, somit lassen sich leicht Informationen einer Website abschreiben.

Hält man den Stift länger auf das Display gedrückt, wird automatisch ein Screenshot aufgenommen und in einem Bearbeitungsmodus geöffnet, in dem man dann per Stift Notizen ergänzen kann, Zeichnungen ergänzen oder auch Bildinhalte ausschneiden kann. Ein gern vorgeführtes Beispiel, kleine Skizzen in einen Google Maps Ausschnitt eintragen um einen Treffpunkt zu erläutern.

S Memo und weitere Apps aus S-Choice

Die vorinstallierte App zum Zeichnen und Malen auf dem Samsung Galaxy Note hört auf den Namen S Memo. In dieser App könnt ihr eure Notizen verwalten und neue erstellen. Man kann aus einer Vielzahl von Hintergründen wählen und dann mit verschiedenen Stiftarten, Stiftstärken und Farben oder je nach künstlerischem Geschick Skizzen, Zeichnungen oder auch richtige Bilder malen. Es sind zudem rudimentäre Funktionen zum Ausschneiden, kopieren und verschieben von Bildinhalten vorhanden. Wem der Umfang der S Memo App zu gering ist, dem gibt Samsung mittels S Choice direkt noch weitere App Empfehlungen mit auf den Weg. Hinter S Choice verbirgt sich ein Link in den Samsung App Store, zu einer Kategorie, mit speziell für den S Pen optimierten Apps. Die dort zu findenden Apps sind zum größten Teil kostenlos und bieten dem geneigten Künstler wesentlich mehr Einstellungsmöglichkeiten, ein Blick in diese Kategorie lohnt sich auf jeden Fall.

Ich merke hier einfach mal an, dass ich das ganze schon enorm praktisch finde und es einfach und intuitiv zu bedienen ist. Jedoch sind die Funktionen bei jemandem wie mir, der einfach keinerlei zeichnerische Begabung hat, auch nicht ganz so wertvoll wie sicherlich bei manch anderem.

Handschrifterkennung als Texteingabe

Das Galaxy Note bietet als besondere Eingabemethode auch die Handschrifterkennung per Eingabe durch den S Pen an. Hierbei wird mit dem S Pen auf den Bildschirm geschrieben und euer Galaxy Note übersetzt diese Eingaben in digitalen Text.

Es werden diverse Einstellungen zu dieser Systematik mitgeliefert, aus der man sich das passende aussuchen kann. Ein bisschen experimentieren ist hier wohl von Nöten, jedoch können sich die Ergebnis mit ein wenig Übung schon sehen lassen. Neben den Einstellungen zur Stiftfarbe, der Liniendicke und der Reaktionszeit, können zwei fundamentale Einstellungen vorgenommen werden, die vier Kombinationen zulassen.

Man kann in ein extra Feld zu Erkennungen hineinzeichnen oder den ganzen Bildschirm zur Verfügung haben und nach Belieben schreiben. Das zweite gefiel mir auf den ersten Blick etwas besser, wobei man dann natürlich Probleme bekommt, sobald man während dem Schreiben irgendwelche Schaltfläche nutzen möchte, da alle Toucheingaben als Schrift erkannt werden.

Zudem ist die Art der Erkennung zu wählen, Berührungserkennung oder Vollständige Erkennung. Der Unterschied beruht darin, ob der Text direkt umgewandelt wird oder ob man in der eigenen Handschrift noch Korrekturen vornehmen kann. Hierzu gibt es auch eine Reihe von einfachen Gesten, die man mit dem Stift ausführt, um die passenden Korrekturen auszuführen.

Ich persönlich habe wirklich eine schreckliche Handschrift, das Note erkennt diese aber überraschend gut! In meinem Alltag konnte sich diese Art der Eingabe allerdings noch nicht durchsetzen, vielleicht ist man da doch zu sehr in alten Gewohnheiten verankert. Zudem ist natürlich eine ständige Entnahme des Stiftes, bzw. eine Bedienung mit zwei Händen erforderlich, es sei denn das Gerät liegt auf dem Tisch.

Anbei noch drei Bilder, die Handschrifterkennung als Berührungserkennung im Vollbildmodus, einen Teil der verfügbaren Handschriftgesten, sowie die Vollständige Erkennung um Textfeld:

Fazit

Der S Pen ist schon eine Bereicherung und ich behaupte einfach mal, ich nutze sein Potential bei weitem nicht aus. Die Bedienung ist äußert intuitiv und bedarf kaum Übung um tolle Ergebnisse zu erzielen. Trotzdem wird man natürlich nicht zum Künstler werden, nur weil man mal den Stift in die Hand nimmt. Jeder dem diese Erfahrung verborgen bleibt, hat wohl was verpasst, jedoch wird es wohl nicht zum Ausschlusskriterium werden, wenn mein nächstes Smartphone wieder ohne Stift daher kommt.

Samsung hat bereits angekündigt, ein 10 Zoll Tablet mit S Pen auszuliefern, gerade hier sehe ich einen wirklichen Mehrwert. Der Nutzen von Notizen in Präsentationen und PDF Dokumenten auf einem großen Display, dass hätte mein Studentenleben doch nachhaltig verändert. Bin gespannt wie oft man dies auch im Arbeitsleben antreffen wird, die Leute müssen natürlich auch erst einmal damit in Berührung kommen und den doch hohen Preis stemmen.

Als kleinen Bonus verweise ich hier noch auf die Samsung Tipps fürs Galaxy Note, eine Sammlung von netten Videos, die euch mehr Eindrücke zum S Pen, S Memo und dem Note im allgemeinen verschaffen.

Update:

Anbei eine Liste der inzwischen weiterhin erschienen Artikel rund um das Samsung Galaxy Note: