Samsung Galaxy S3 Mini Test

Das Samsung Galaxy S3 Mini (GT-I8910) ist die neuste Erweiterung der erfolgreichen Samsung Galaxy Reihe und siedelt sich in der Mittelklasse an. Der Name soll hier Programm sein, denn das Samsung Galaxy S3 Mini ist definitiv kleiner als der große Namensgeber, aber es sieht ansonsten auf den ersten Blick gleich aus. Auch das Software Interface wurde größtenteils übernommen und ist nur um ein paar Extras erleichtert wurden. Auf dem oberen Bild sehr Ihr übrigens ein Samsung Galaxy Ace 2, das S3 Mini sowie das große Samsung Galaxy S3.

Pebble-blue stehen genau wie beim großen Bruder zur Auswahl. Ich habe momentan zum Testen ein Vorserienmodell der weißen Version erhalten. Bei Base werden beide Farben verfügbar sein. Zum Lieferumfang kann ich nicht allzu viel Sagen, da meins noch ohne Verpackung und Zubehör geliefert wurde.

Einordnung in die Samsung Galaxy Familie

Ohne Frage, dass Galaxy mini 2.

Wer vielleicht schon ein Samsung Galaxy Smartphone hat und sich fragt, wo das Samsung Galaxy S3 Mini hier vielleicht der Nachfolger sein könnte, so löst es meinerseits das etwas ältere Samsung Galaxy S+ sowie in gewisser Weise auch das gar nicht so alte Samsung Galaxy Ace 2 ab. Wobei sich zum Ace 2 noch eine Reihe von Abgrenzungen festmachen lassen. So sind Maße, Gewicht und Display zum aufgebesserten Samsung Galaxy S der ersten Generation fast identisch.

Aber natürlich erhalten wir beim Samsung Galaxy S3 Mini das moderne Design des Samsung Galaxy S3 sowie das sogenannte "Nature UI", welches Samsung über die Android Version 4.1 – Jelly Bean gelegt hat. Diese beiden Merkmale waren bisher der Oberklasse vorbehalten.

Design und Verarbeitung

Die typischen Merkmale des aktuellen Samsung Designs finden sich alle am Samsung Galaxy S3 Mini wieder. Eine abgerundete Form, silberner Samsung Schriftzug, farblich abgesetzter Rahmen, Akzente an der Hörmuschel sowie die Einfassung des mittigen Homebuttons.

Auf der Front finden sich oben die Frontkamera sowie der Annäherungssensor. Obwohl in manchen Testberichten auch von einem Lichtsensor die Rede ist, muss ich hier einwerfen, dass das Gerät über keine automatische Helligkeitsregelung verfügt. Unten sitzt der Homebutton begleitet von den Softtouch-Tasten für Menü und Zurück. In der weißen Version sind diese nur sichtbar, wenn sie beleuchtet werden. Für Einsteiger mag dies manchmal schwierig sein, aber man gewöhnt sich eigentlich recht schnell daran und bedient diese Schaltflächen nach wenigen Tagen blind.

Auf der Rückseite finden wir den Lautsprecher, die Rückkamera sowie ein Fotolicht. Die Anordnung ist asymmetrisch, etwas das mit persönlich nicht so gut gefällt, jedoch nie ausschlaggebend für den Kauf eines Gerätes wäre. Für die besonders interessierten sei erwähnt, dass hier der Samsung Schriftzug in grau aufgedruckt wurde. Beim großen Bruder ist ein silberner Schriftzug eingesetzt.

Rundherum findet sich die übliche Samsung-Anordnung: Headset-Anschluss oben, On/Off rechts, microUSB unten, Lauter/Leiser links.

Wie immer bei Samsung Galaxy Geräten, ist alles aus Kunststoff gefertigt - auch der silberne Rahmen. Diese waren noch nie aus Aluminium - das ist nur ein hartnäckiges Gerücht. Wie immer schlägt sich dies natürlich positiv beim Gewicht nieder, denn 120g sind für diese Größe völlig angemessen bzw. im Vergleich eher leicht.

Sehr unpraktisch finde ich die Positionierung des microSD Faches unter dem Akku. Zwar gibt es genug Nutzer, die diese Karte nur einmal in zwei Jahren ein- oder ausbauen, mir sind aber genügend Leute bekannt, die dies sehr regelmäßig machen. Hier am Samsung Galaxy S3 Mini definitiv kein Vergnügen.

Es wird übrigens eine ganz normale SIM Karte benötigt und keine micro- oder nano SIM. Warum Samsung hier nicht einheitlich mit allen aktuellen Geräten verfährt ist mir nicht ganz klar.

Die Verarbeitung insgesamt ist solide und gut. Für mich als eingefleischten Samsung Galaxy Nutzer ist der Kunststoff kein Nachteil. Bei meinem Modell sind mir zwei Mängel aufgefallen. Der microUSB Anschluss ist nicht ganz sauber gefräst, sprich an dem silbernen Rahmen etwas scharfkantig. Das zweite Problem betrifft die Lautstärke-Wippe, diese sitzt im Vergleich zu meinen anderen Galaxy Geräten recht locker. Beide Mängel könnten daran liegen, dass ich ein Vorserienmodell habe, was vorher schon durch einige Hände gewandert ist. Wer hier besorgt ist, kann ja mal im BASE-Shop seines Vertrauens vorbei schauen und es selber in die Hand nehmen.

Display und technische Ausstattung

10,16 cm bzw. 4" Displaydiagonale mit einer Auflösung von 480 x 800 Pixeln. Dies entspricht wie oben erwähnt genau dem Display des ersten Samsung Galaxy S(+) und ist von der Auflösung her auch identisch mit dem Samsung Galaxy Ace 2 (bei 3,8“) oder dem Samsung Galaxy S2 (bei 4,3“).

Wie Ihr seht ist es gar nicht so einfach das richtige Display für sich selbst zu finden. Gleiche Auflösung bei wachsender Größe bedeutet ganz klar einen Verlust an Schärfe. Ihr solltet also immer darauf achten, hier keine Rückschritte zu machen, denn wenn Ihr ein empfindliches Auge habt, werdet Ihr mit dem neuen Gerät nicht glücklich. Falls Ihr euer Auge aber noch nicht durch hochpreisigere Smartphones an zu viel Luxus gewöhnt habt, bekommt Ihr hier ein super Display.

Die Super-AMOLED Technik von Samsung steht für leuchtstarke Farben und echtes schwarz. Ein LCD-Display kann da nicht mithalten, sollte allerdings ein kleines weniger spiegeln. In der Praxis zeigt sich meistens jedoch, dass in praller Sonne alle Displays Ihre Schwierigkeiten haben.

Als Prozessor kommt ein 1 GHz Dual-Core ans werkeln, welcher auf 1 GB Arbeitsspeicher zurückgreifen kann. Innerhalb der normalen Benutzeroberfläche und beim Fotos machen konnte ich hier keine Ruckler feststellen.

Um die Spiele Performance auszutesten habe ich mal drei neuere Spiele mit ganz verschiedenen Anforderungen ins Rennen geschickt. Angry Birds Star Wars stellte keinerlei Probleme dar, dies war aber auch nicht anders zu erwarten. Einen Gang höher geschaltet habe ich dann mit dem neusten Need for Speed™ Most Wanted, welches auch reibungslos lief. Hier muss man dazu sagen, dass es auf meinem normalen S3 aber deutlich besser aussieht, anscheinend regelt das Spiel die Anforderungen passend. Der dritte Kandidat war der beliebte Ego-Shooter N.O.V.A. 3 - Near Orbit welcher mir aber keine Freude machen konnte. Es waren klare Ruckler in den Videosequenzen zu erkennen und auch während dem spielen hakte es zwischenzeitlich schon sehr unangenehm. Hier muss der Hardcore-Gamer wohl doch tiefer in die Tasche greifen, wenn er jederzeit volle Power haben will.

Als Speicherplatz sind 8 GB ausgewiesen, wobei in der Praxis für den Anwender hier nur 4 -5 GB übrig bleiben, da der komplette Rest für das System reserviert ist. Gott sei Dank muss dies aber nicht das Ende sein, denn eine 32 GB microSD Karte kann ohne Probleme eingebaut werden. Mein persönlicher Tipp hier, kauft Euch nichts Langsameres als Class 10, Ihr werdet es sonst bereuen.

Meiner Meinung nach ist die Ausstattung dem Preis entsprechend, wenn man mal den aktuellen Preisbrecher, Google Nexus 4, außer Acht lässt. Denn in diesem Preis-Leistungs-Verhältnis kann momentan keiner am Markt mithalten. Dabei ist natürlich auch zu bedenken, dass das Nexus 4 nicht mit Laufzeitverträgen zu bekommen ist, sondern nur gegen direkte Einmalzahlung und nur online via Kreditkarte.

Kameras

Bei Handykameras ist mein Urteil irgendwie immer recht ähnlich. Sie liefern tolle Schnappschüsse und können keinen Fotografen mit professionellen Ansprüchen überzeugen ;)

Auf der Rückseite befindet sich die Hauptkamera mit einer 5 Megapixel-Auflösung (2.560 x 1.920). Die Kamera hat einen Autofokus, ein Fotolicht sowie ein paar nette Extra Funktionen zu bieten: Serienbild, HDR, Panorama-Funktion, Fotoeffekte und einen elektronischen Bildstabilisator. Neben Fotos könnt Ihr einwandfrei Videos  in HD-Qualität (1.280 x 720 Pixel) aufnehmen. Es sei nur noch mal angemerkt, dass man so ein Fotolicht nicht mit einem vollwertigen Blitz einer richtigen Kamera verwechseln sollte. Wenn Ihr Bilder im dunklen machen wollt, bekommt man doch sehr schnell Rauschen ins Bild oder bekommt etwas größere Räume einfach überhaupt nicht ausgelichtet.

Die Frontkamera liefert mit Ihrer VGA-Auflösung (640 x 480 Pixel) genau die richtige Qualität für Videotelefonie, denn die meisten Services werden eh kaum mehr übertragen bekommen.

Anbei ein paar Bilder aus der Kamera App:

Testbilder werden hier in Kürze eingebunden.

Software und Android Version

Das Samsung Galaxy S3 Mini kommt mit Android 4.1 – Jelly Bean daher und ist damit sehr aktuell ausgestattet. Google hat gerade am 13.11.2012 angefangen die ersten eigenen Nexus-Geräte mit Android 4.2 auszustatten. Bisher gibt es Android 4.1 offiziell bei Samsung nur auf dem Galaxy S3 und dem Galaxy Note 2. Manch anderer Hersteller hat noch gar keine Geräte damit am Markt.

Zudem kann man sich bei dieser Ausgangsbasis doch sehr berechtigte Hoffnungen machen, auch noch den nächsten Update Schritt zeitnah mitzumachen, da die Anpassungen von Android 4.1 zu 4.2 wohl nur wenig aufwendig sind.

Samsungs Oberfläche mit dem Nature UI sieht im Allgemeinen anders aus als die Android Oberfläche von Google direkt, ist aber beim Samsung Galaxy S3 gleich zum großen Bruder. Das sicher bekannteste Feature von Jelly Bean ist Google Now, welches selbstverständlich neben S Voice voll implementiert wurde.

Ich empfehle hier einen Blick in die unten eingefügte Screenshot Serie zu werfen, so gewinnt man sicher den besten Eindruck der Oberfläche. Wer durch die Menüs schaut wird viele Funktionen des Samsung Galaxy S3 wiederfinden, die bei dessen Präsentation für viel Beifall sorgten. So könnt Ihr auch die Smart Stay Funktion nutzen, welche automatisch das Display anlässt, solange Ihr auf selbiges schaut. Auch die Vielzahl an Sperrbildschirmen ist gleich geblieben, wobei nicht ganz so viele Einstellungsmöglichkeiten dazu geboten werden. Der Text im Menü ist hier etwas irreführend, da er Funktionen wie Sperrbildschirm-Shortcuts oder Ticker-Informationen beschreibt, welche ich vom S3 kenne, diese sind dann aber nicht zu finden. Ob die Funktion fehlt oder der Text falsch ist, kann ich nicht genau sagen, denn wie erwähnt habe ich ein Vorseriengerät.

Bei der Tastatur hat Samsung auch dieselbe wie beim großen S3 eingepackt und bietet so dem Nutzer neben dem klassischen T9-Tastenfeld und der QWERTZ Tastatur einen Eingaben durch Wischen an. Wer dies nicht kennt, sollte sich mal Swype ansehen um einen Eindruck zu gewinnen.

Ein kleiner Tipp am Rande, werft mal einen Blick in die Hilfe-App auf dem Geräten wenn Ihr etwas nicht wisst, die ist wirklich gut gemacht und man hat diese praktischerweise auch immer dabei. Wer meint, dass er schon alles weiß, der muss sich aber durch solch eine App auch nicht stören lassen. Einfach mal unter Apps verwalten vorbei schauen und die nervigen Apps im Einzelnen deaktivieren.

Fazit

Bei BASE ist das Samsung Galaxy S3 mini zu einem Einmalpreis von 319,- € erhältlich. Wir haben hier ein solides Mittelklasse Smartphone der neusten Generation, mit praktisch aktueller Software. Die Mehrheit aller Anwender wird dem Samsung Galaxy S3 Mini auf einen geeigneten Begleiter treffen. Es ist handlich und wohl für die meisten locker mit einer Hand zu bedienen. Die üblichen Alltagsaufgaben hat es alle gut gemeistert.

Wer allerdings eine Gaming-Maschine der Oberklasse oder ein großes HD-Display erwartet, der wird wohl mit dem Samsung Galaxy S3 mini nicht glücklich und muss zum richtigen Samsung Galaxy S3 greifen.

Meine zwei Kritikpunkte an diesem Gerät sind wohl der fehlende Lichtsensor für die automatische Helligkeit sowie die Positionierung des microSD Faches.

Fotos:

Samsung Galaxy Ace2 vs Samsung Galaxy S3 Mini

Samsung Galaxy S3 vs Samsung Galaxy S3 Mini

Offizielle Produktbilder

Screenshot Galerie

Autor: Heiko Both