Samsung Galaxy S3 - S Beam, Wi-Fi Direct und AllShare Play Group Cast

Endlich ist es mir gelungen Zugriff auf ein zweites Samsung Galaxy S3 zu bekommen und somit ein paar Funktionen zu testen, die mit einem Gerät alleine nicht möglich sind.

Die Grundlegende technische Ausstattung und die Idee hinter den Funktionen haben Marc und ich beide schon mehrmals erklärt, für alle die einen Kompletten Review des Samsung Galaxy S3 lesen wollen, hier noch mal die Links:

Ich gehe davon aus, dass die Basis bekannt ist und verliere mich nicht in Details.

S Beam und Android Beam

Bei der Google I/O 2011 wurde mit Android Ice Cream Sandwich und dem Samsung Galaxy Nexus auch Android Beam vorgestellt. Eine Technik, bei der mittels NFC zwei Geräte durch berühren der Rückseiten gekoppelt werden und Dateiaustausch der gerade angezeigten Daten ermöglichen.

Samsung hat diese Technik aufgenommen und noch ein wenig weiter ausgebaut, so dass mehr Dateiformate unterstützt werden.

Schaffen wir als erstes die Grundvoraussetzungen, damit wir diese Funktionen überhaupt nutzen können: Einstellungen > Weit. Einst. > NFC (Haken rein) > Android Beam (öffnen, einschalten, zurück) > S Beam (öffnen, einschalten, zurück)

Sobald alles aktiviert wurde können wir das ganze mal ausprobieren. Ganz wichtig ist, aus Schutz vor Missbrauch und versehentlichem aktivieren des NFC Chips, müssen beide Geräte das Display einschalten und entsperrt werden. Erscheint einerseits etwas lästig, aber macht im Großen und Ganzen für mich schon Sinn.

Nun öffnet ihr an dem Gerät, von dem aus ihr senden wollt, einen geeigneten Inhalt  wie z.B. einen Kontakt, eine Website, ein Mp3, ein Video, ein Bild usw. und ihr berührt die beiden Geräten Rücken an Rücken . Beispielhaft seht ihr rechts einen Screenshot zum Übertragen einer Website, drückt ihr auf das kleine Vorschaubild, wird dies ohne weiteres Zutun des Empfängers übertragen.

Die meisten der Inhalte sind von der Dateigröße her eh zu vernachlässigen, aber auch bei MP3 Dateien und Bilder ist die Übertragung sofort fertig und man hat alles übertragen, bevor man per Bluetooth seinen Gegenüber gefunden hätte. Für das Übertragen ganzer Ordner bzw. von vielen Dateien, kann ich den Dienst aber nicht empfehlen, dazu aber gleich mehr im Absatz zu Wi-Fi Direct.

Alles in allem Begrüße ich diese Art der Übertragung von Inhalten, denn das Verbinden von Geräten ist ein Kinderspiel und geht leicht von der Hand. Wenn man sich vorstellt, so auch in Bälde ein kabelloses Headset ans Handy zu koppeln, sehr nett und wenig kompliziert.

Der Einzige Haken ist meiner Meinung nach natürlich noch die Verbreitung des Ganzen. Ich habe jetzt gerade mal zwei Samsung Galaxy S3 zur Hand, kann natürlich nicht jeder mit aufwarten. Aber ich hoffe einfach mal, dass sich hier mit der Zeit offene Standards und ein hoher Verbreitungsgrad noch durchsetzen wird. Den hohen Marktanteil des Android Betriebssystems im Allgemeinen haben wir ja bereits, da werden die Features in den neuen Generationen auch noch kommen. Das S3 ist auch nicht das erste Gerät mir NFC Technik, aber es wird sicher bald das meistverkaufte mit NFC sein ;)

Wi-Fi Direct

Die oben vorgestellten S-Beam und Android-BeamTechniken sind ja ganz nett, aber was wirklich dahinter steckt ist die Übertragung via Wi-Fi Direct. Ohne mich in technischer Tiefe zu verlieren, eure Geräte tauschen Daten via WLAN aus, ohne das ihr gerade in einem größeren WLAN verbunden sein müsst. Die beiden Geräte verbinden sich, wie der Name schon sagt, einfach kurzfristig direkt miteinander.

Zu finden ist dies unter: Einstellungen > Weit. Einst. > Wi-Fi Direct falls ihr euer Gerät zum Empfang bereit machen wollt. Zum Senden reicht es, im ganz normalen Teilen Dialog von Android „Wi-Fi Direct“ zu wählen. Angemerkt sei hier, dass die Verbreitung von Wi-Fi Direct auch schon wesentlich höher ist als bei NFC.

Ich habe zum Testen mal einen Ordner mit 490 Hintergrund-Bildern, ca. 80 MB, übertragen. Hat etwas weniger als 8 Minuten gedauert, lief tadellos durch. Würde man weniger Dateien, dafür aber größere nehmen, ginge es noch etwas schneller. Ich für meinen Teil, bevorzuge diese Methode gegenüber Bluetooth auf jeden Fall.

Group Cast – AllShare Play

Kommen wir zum nächsten technischen Highlight, welches mir bei der Präsentation in London irgendwie toller vorkam, als es sich jetzt in der Praxis darstellt. Das dürfe aber daran liegen, dass ich keinen Fuhrpark an Group Cast fähigen Geräten besitze, wie es wohl erforderlich ist.

Kurz erklärt, ihr könnte Bildschirminhalte zwischen Geräten teilen, also alle sehen dasselbe. Das hört sich jetzt besser an, als es ist. Denn das Ganze funktioniert nur mit bestimmten Inhalten und leider nicht einfach komplett über alle Ebenen. Nebenbei, ihr müsst im selben WLAN eingewählt sein.

Getestet habe ich es in der Galerie zum gemeinsamen Betrachten von Bildern und im Adobe Reader mit PDF-Dokumenten. Gerade das mit den Bildern ist eine nette Sache, wenn eure Bekannten ein fähiges Gerät haben, müsst ihr nicht mit drei Leuten auf ein Smartphone schauen, sondern jeder hat seinen eigenen Bildschirm.  Zusätzlich kann man noch per Hand einfach in das gezeigte Bild rein malen und alle sehen dies, leider lässt sich das aber anscheinend nicht speichern, was wiederum bisschen nutzlos erscheint. Wenn die Funktion weiter aufgebohrt wird, sehe ich aber eine glorreiche Zukunft bei zukünftigen Geräten der Note Familie.

Auf den unteren Screenshots seht ihr noch mal kurz wie das ganze ablaufen soll. Der Teilende sucht einen Inhalt aus und geht im Teilen Menü auf Group Cast. Alle Empfänger starten die AllSharePlay App und gehen über Menü > Group Cast Beitreten. Nachdem das Passwort eingegeben wurde, sehen alle gleichzeitig dieselben Bilder. So einfach ist der Spaß.