Samsung Galaxy S4: Lockscreen richtig einrichten

Das Samsung Galaxy S4 kommt bekanntlich als eines der ersten Smartphones außerhalb der Nexus-Reihe mit dem neusten Android 4.2.2 daher. Neben vielen Kleinigkeiten unter der Haube, die Google bei Android ständig nachbessert, gibt es immer einzelne Neuerungen die das Interface für den Nutzer wesentlich verändern. In Android 4.2 Jelly Bean wurden Lockscreen Widgets eingeführt, um dem Sperrbildschirm mehr Nutzen zukommen zu lassen.

Wer bereits Erfahrungen mit  Samsung-Geräten gemacht hat, der weiß, dass Samsung immer recht viele Möglichkeiten rund um den Sperrbildschirm in seine Software gepackt hatte. Ich werde hier nun die unterschiedlichen Sperrmethoden vorstellen und dann die Sache mit den neuen Widgets erläutern. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Leute am Anfang sehr verwirrt sind über die neuen Optionen - nehmt euch einfach euer Gerät zur Hand während dem Lesen und probiert es nebenbei aus.

Unterschiedliche Sperrmethoden

  • Streichen – keine Sicherheit
    Die ursprünglichste und einfachste Methode: man wischt in beliebiger Richtung und Intensität über den Bildschirm und das Gerät wird entsperrt. Es gibt keinen eingeblendeten Schieberegler oder ähnliches beim Samsung Galaxy S4.
  • Gesichtserkennung – niedrige Sicherheit
    Es wird ein Foto von eurem Gesicht aufgenommen, zum Entsperren wird nun jedes Mal die Frontkamera aktiviert um euch zu erkennen. Nachteil: Menschen die euch ähnlich sehen, könnten das Gerät auch entsperren. Bei Nichterkennung wird auf Muster oder PIN zurückgegriffen.
  • Gesicht und Stimme – mittlere Sicherheit
    Wie Gesichtserkennung, nur dass ihr zusätzlich nach erfolgreicher Gesichtserkennung noch vier Mal in Folge ein vorher festgelegtes Wort sagen müsst. Dies erhöht zwar die Sicherheit, jedoch ist es im Alltag wohl äußerst unpraktisch. Bei Nichterkennung wird auf Muster oder PIN zurückgegriffen.
  • Muster – mittlere Sicherheit
    Bei Android schon sehr lange vertreten und bei vielen Nutzern äußerst beliebt ist das Muster. Man verbindet in der richtigen Reihenfolge ein paar Punkte und gibt somit das Gerät frei. Man sollte immer bedenken, dass Dritte die Spur oft sehen können, da eure Finger entsprechende Schlieren auf dem Glas hinterlassen.
  • PIN – mittlere bis hohe Sicherheit
    Zahlenkombination zwischen vier und 16 Ziffern, lässt sich sehr zügig eingeben und bietet je nach Anzahl der Stellen eine sehr hohe Sicherheit.
  • Passwort – hohe Sicherheit
    Ähnlich wie die PIN-Eingabe, nur dass euch hier die komplette Palette an Groß- und Kleinschreibung, Ziffern und Sonderzeichen zur Verfügung stehen.
  • Keine (keine Sperre = keine Sicherheit)
    Man kann auch komplett auf einen Sperrbildschirm verzichten. Klingt für viele jetzt sicherlich blöd, aber je nachdem was man für eine Tasche mit seinem Handy verwendet, ist damit Genüge getan.

Kleines Nachwort zum Thema Sicherheit, bevor ich die Sache rund um die neuen Widgets erkläre. Die Sicherheit dieser Sperrbildschirme ist im Großen und Ganzen nur dafür da, dass eure Freunde oder auch Fremde wenn Sie kurz Zugriff auf euer Smartphone haben keinen Blödsinn anstellen.

Euer Gerät ist bei einem Diebstahl hierdurch so oder so nicht davor geschützt, dass jemand das Gerät neu zurücksetzen kann. Und die Sicherheit eurer Daten ist auch nur begrenzt gegeben, denn das ist nur eine Frage wie gut sich der Finder mit der Materie auskennt. Dies soll nicht bedeuten, dass alles sinnlos ist, aber die 100-prozentige Sicherheit gibt es hier noch lange nicht.

Sperrbildschirm Widgets

Hier stellt sich direkt die Frage für welche der oben aufgelisteten Sperrmethoden ihr euch entschieden habt. Solltet ihr auf das einfache Streichen setzen, steht ihr nur vor einer unendlichen Fülle von Möglichkeiten. Bei allen sichereren Methoden dürft ihr nur aus zwei Optionen wählen.

Der Einfachheit halber fangen wir mit diesen zwei Optionen an, da sie wirklich bei allen Sperrbildschirmen zur Auswahl stehen.

Begebt euch im Menü auf den Reiter Mein Gerät > Sperrbildschirm > Sperrbildschirm-Widgets. Dieses Menü ist immer verfügbar, egal welche Methode ihr gewählt habt.

Unter Uhr oder pers. Nachricht könnt ihr nun auswählen welche der beiden Varianten euch mehr zusagt. Eine Darstellung bei dem einen beliebigen Text im Vordergrund steht, der durch eine kleine Uhr ergänzt wird. Oder aber eine größere Uhr, die auch bei Bedarf durch einen Text ergänzt werden kann. Sollte ihr euch für die persönliche Nachricht entscheiden, dürft ihr Schriftart und Farbe noch frei bestimmen, sowie die einzelnen Elemente ein- oder ausblenden.

Für alle Anhänger der komplexeren Sperrmethoden ist hier nun auch schon wieder Schluss mit der Vielfalt und ihr könnt nicht mehr viel tun, außer das Hintergrundbild ändern. Für alle anderen geht der Spaß aber erst so richtig los.

Im Menüpunkt Mein Gerät > Sperrbildschirm > Sperrbildschirm-Widgets > Bevorzugte Apps oder Kamera dürft ihr nun wählen, was passiert wenn ihr im oberen Bereich eures Sperrbildschirmens von links nach recht wischen werdet. Entweder öffnet sich direkt die Kamera für schnelle Schnappschüsse oder aber ihr bekommt ein großes Widget auf dem ihr selbst zwölf frei wählbare Anwendungen hinterlegen könnt. Egal welche Methode euch lieber ist, ich finde Sie beide gar nicht schlecht. Momentan nutze ich die App-Liste und habe hier einfach einen Punkt der Kamera gewidmet.

Noch spannender wird es aber wenn ihr unter Mein Gerät > Sperrbildschirm > Mehrere Widgets auswählt. Nachdem der Haken gesetzt wurde dürft ihr sofort euer Gerät sperren und dieses Mal aber bitte im oberen Bereich von rechts nach links wischen, also in die andere Richtung als eben beschrieben. Ihr solltet nun eine Seite mit einem großen Plus erblicken. Über dieses Plus könnt ihre nun weitere Widgets hinzufügen. Anders als auf dem normalen Homescreen ist aber jedes Widget hier so aufgebaut, dass es eine eigene komplette Seite einnimmt.

Nach dem Hinzufügen eines oder mehrere neuer Widget-Seiten könnt ihr diese nun durch langes drücken auch in der Reihenfolge verändern oder bei Nichtgefallen auch in den Papierkorb befördern.

Von der Sortierung her ist das Muster immer gleich aufgebaut. Ihr seht eine Seite, die mit dem kleinen Häuschen markiert ist. Hier beginnt ihr stets nach dem Entsperren. Rechts davon liegt entweder die Kamera oder die Liste der bevorzugten Apps. Auf der linken Seite folgen so viele weitere Seiten, wie ihr es eingerichtet habt und zusätzlich am Ende die Plus-Seite zum Hinzufügen weitere Widgets.

Es sei noch erwähnt, dass viele der Sperrbildschirm-Widgets über zwei verschiede Aussehen verfügen. Eine eingeklappte und eine vergrößerte Variante. Sollte das Widget auf dem ersten Sperrbildschirm (mit dem Häuschen) liegen, so wird es immer eingeklappt geladen. Wenn ihr nun von oben nach unten wischt, wird es vergrößert. Alle Widgets auf den anderen Seiten sind immer direkt vergrößert.

Wenn ihr ein Widget anklickt um den Inhalt davon direkt aufzurufen, dann wird eine weißliche Box angezeigt, dieses Feld dient nur zur Überprüfung, ob ihr wirklich entsperren wolltet. Die übliche kurze Geste entsperrt nun das Gerät und lädt die richtige App. Sollte es ein Versehen gewesen sein, drückt einfach die Zurück-Taste.

Fazit

Ich nutze mit Begeisterung die neuen Möglichkeiten und freue mich, dass Samsung diese doch recht nah an Googles Original-Vorgaben umgesetzt hat. Ich empfehle jedem Besitzer eines Samsung Galaxy S4 im Play Store die Augen offen zu halten nach Apps, welche extra ein Android 4.2 Sperrbildschirm Widget unterstützen. Ansonsten schaut einfach regelmäßig in eure Plus-Liste rein damit ihr seht, welche Apps so dazu gekommen sind.