Samsung Galaxy Z Fold 2 vorgestellt: Alles über das neue Falt-Handy

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Fold 2 Aufgeklappt
Fold 2 Aufgeklappt(© 2020 Samsung)

Neuer, besser günstiger: Samsung hat nun endlich alle Infos zum Galaxy Z Fold 2 nachgeliefert. Angekündigt wurde das Handy gemeinsam mit dem Note 20. Über die Features des Falt-Handys hat das Unternehmen aber bislang nichts verraten. Das hat sich nun geändert. Und das Gezeigte ist durchaus ein Blick in die Zukunft, der Lust auf mehr macht.

Inhaltsverzeichnis

Faltbare Smartphones sind die Zukunft. Das machte Samsung im Presse-Briefing bereits sehr deutlich. Die Rede war von dem Ende einer Ära, während sich eine entfaltet. Tatsächlich wurde während des (Online-)Events schnell deutlich, dass der Hersteller einen gewissen Fokus auf die Weiterentwicklung von Falt-Handys setzt. Gefühlt bringt das Z Fold 2 nämlich mehr Features mit als das kürzlich enthüllte Galaxy Note 20 (Ultra). Aber der Reihe nach. Zuerst: Was steckt in dem Handy?

Galaxy Z Fold 2 – die technischen Daten

  • Display (außen): 6,2 Zoll AMOLED-Display, löst mit 2260 x 1816 Pixel auf
  • Display (faltbar/innen): 7,6 Zoll AMOLED-Display mit 120 Hz, löst mit 2208 x 1768 Pixel auf
  • Chipsatz: (mutmaßlich) Snapdragon 865+
  • RAM: 12 GB Arbeitsspeicher
  • Speicherplatz: 256 GB interner Speicher
  • Dreifach-Kamera: 12 MP (Weitwinkel), 12 MP (Ultraweitwinkel), 12 MP (2x Telezoom)
  • Frontkamera: 10 MP (Weitwinkel)
  • Akku: 4500 mAh, Fast Charging (25 W), Wireless Charging (15 W)
  • Betriebssystem: Android 10 ab Werk vorinstalliert
  • Anschlüsse: USB-C
  • Dual-SIM: Ja, Nano-SIM und eSIM (5G)
  • Fingerabdrucksensor: Im Rahmen verbaut

Größere Displays und keine Notch

Im Vergleich zum ersten Galaxy Fold hat Samsung zwei Kritikpunkte beseitigt. So ist das Display auf der Außenseite des Falt-Smartphones ein gutes Stück gewachsen: Es misst nun 6,2 Zoll in der Diagonale und löst in  – breite Ränder waren gestern. Das erste Fold setzte bei einem ähnlich großem Gehäuse lediglich auf einen 4,6-Zoll-Bildschirm. Allerdings ist der neue Screen im Vergleich mit "regulären" aktuellen Handys sehr schmal: Er hat ein Seitenverhältnis von 25:9.

Auch das große faltbare Display auf der Innenseite hat offenbar die Pubertät erreicht und darf sich über einen Wachstumsschub freuen: Dessen Größe ist von 7,3 Zoll auf 7,6 Zoll gestiegen. Zudem hat Samsung die Bildwiederholrate auf bis zu 120 Hz erhöht, was die Darstellung flüssiger wirken lässt.

Dann hat der Hersteller beim Falt-Display noch die breite Notch entfernt, die oben rechts als breite Aussparung ein gutes Stück Fläche für sich eingenommen hat. Stattdessen setzt der Hersteller auf eine Frontkamera, die sich in einem kleinen Loch oben im Screen befindet. Offenbar fällt dieses Punch-Hole ähnlich klein aus wie beim Galaxy Note 20 – und dürfte daher überhaupt nicht stören.

Nahtloser Display-Wechsel

Damit ihr das Galaxy Z Fold 2 möglichst flüssig verwenden könnt, gibt es einen nahtlosen Wechsel zwischen den Bildschirmen. Inhalte, die ihr auf dem Außen-Display betrachtet, erscheinen automatisch im entsprechenden Groß- oder Tablet-Format auf dem Innen-Bildschirm, sobald ihr das Handy auseinanderfaltet.

Bei diesem nahtlosen Wechsel passen sich die Apps offenbar automatisch an den größeren Screen an. Dafür ist es (wie bei den nachfolgenden Features) aber zum Teil nötig, dass die App das auch unterstützt. Derzeit seien beispielsweise die Google-Apps, viele Microsoft-Office-Apps, alle Samsung-Apps und Spotify dafür optimiert.

Flex-Mode: Das Galaxy Z Fold 2 steht jetzt

Der Falt-Mechanismus wurde im Vergleich zum Vorgänger ebenso überarbeitet und macht das Handy flexibler. Passenderweise nennt sich das "Flex-Mode". Faltet ihr das Smartphone auseinander, kann es in jeder Position auch so verharren, sodass eine Hälfte nach oben steht.

In einem Winkel zwischen 80 und 160 Grad teilt sich der Inhalt auf dem Falt-Display dann automatisch. Der eine Bereich kann dann etwa genutzt werden, um ein Video zu schauen. Auf dem anderen Teil des Displays taucht wiederum die Mediensteuerung auf, damit ihr im Clip spulen oder diesen einfach pausieren könnt.

Das Galaxy Z Fold 2 kann auch halb aufgeklappt stehen.(© 2020 Samsung)

Damit der geteilte Bildschirm sinnvoll verwendet wird, muss die App jedoch für das Z Fold 2 optimiert sein. Im Presse-Briefing tauchte überwiegend die Mediensteuerung als Lösung für die geteilte Ansicht auf. Und da sind wir wieder beim Vergleich mit der Pubertät: Das Fold 2 hat neue Features, doch weiß wohl (noch) nicht so wirklich, was es damit anfangen soll.

Es hat aber noch einen anderen Vorteil, dass ihr das Falt-Smartphone nur teilweise aufklappen könnt: Klappt ihr die Hälfte mit der Kamera hoch und stellt das Handy auf eine ebene Fläche, könnt ihr Fotos und Videos komplett ohne Verwackler aufnehmen – quasi wie mit einem Stativ. Das ist insbesondere bei Kamera-Funktionen wie dem Nachtmodus praktisch, der mehrere Aufnahmen für ein helleres Foto kombiniert. Wie gut Bilder bei Dunkelheit wirklich sind, muss sich aber noch zeigen.

Foto- und Video-Features: Verfolger-Kamera mit Doppel-Blick

Bleiben wir beim Thema Kamera: Hier spendiert Samsung seinem Falt-Phone gleich drei Linsen auf der Rückseite. Ultra-Weitwinkel, Weitwinkel und zweifacher Zoom. Cool: Wenn ihr ein Selfie mit der Hauptkamera macht oder eine andere Person fotografieren wollt, könnt ihr das äußere Display nutzen, um das Kamerabild anzuzeigen. So sieht euer Model oder ihr selbst, ob das Foto schön wird. Die Frontkamera selbst ist demnach für Selfies überflüssig und könnte eher für Videotelefonie zum Einsatz kommen.

Die Triple-Kamera erinnert mit ihrem Design an das Galaxy Note 20.(© 2020 Samsung)

Zu den Neuerungen gehört auch die Video-Funktion "Auto Framing": Das Galaxy Z Fold 2 erkennt Personen im Bild und richtet die Kamera entsprechend auf diese aus. Hierfür zoomt das Smartphone digital in den Bildausschnitt rein oder raus. Hier muss sich in der Praxis aber erst noch zeigen, wie sich dieses Zoom-Feature auf die Qualität der Aufnahmen auswirkt. Praktisch ist "Auto Framing" etwa, wenn ihr alleine etwa ein Video aufnehmt, in dem ihr tanzt. Hier hält euch das Fold 2 dann automatisch im Fokus.

Android-Premiere: Multitasking mit drei Apps

Was wäre ein großer faltbarer Bildschirm, wenn ihr auf diesem nicht mehrere Apps gleichzeitig verwenden könntet? Das hat sich Samsung wohl auch gedacht. Bis zu drei Programme könnt ihr gleichzeitig auf dem Screen anzeigen. Wie diese auf der Bildfläche angeordnet sind, könnt ihr hierbei frei entscheiden. Statt drei könnt ihr natürlich auch nur zwei Anwendungen öffnen und so etwa zwei Browser-Fenster parallel verwenden.

Damit das Ganze wirklich praktisch ist, gibt es sogar Drag & Drop: Ihr könnt Inhalte aus einer App ganz einfach in eine anderen hinüberziehen. So fügt ihr etwa Fotos aus eurer Galerie in eine Präsentation ein. Auch hier gilt aber offenbar, dass die Apps dies unterstützen müssen.

Akkulaufzeit? Diese Info fehlen uns noch

Zwar hat Samsung viele Infos genannt, doch eine Frage ist immer noch offen: So fällt etwa auf, dass der Akku eine Kapazität von 4500 mAh mitbringt – exakt wie das Galaxy Note 20 Ultra. Bei dem Note-Modell habe ich im Test allerdings schon die nur durchschnittliche Akkulaufzeit bemängelt. Allerdings hat das Note 20 Ultra den Exynos 990 als Antrieb, der energiehungriger ist als ein Snapdragon 865+.

Das Galaxy Z Fold 2 hat nun aber ein noch deutlich größeres Display, das noch mehr Energie für sich beanspruchen dürfte. Die Frage ist also, ob die Laufzeit des Falt-Smartphones überhaupt auf ein akzeptables Maß kommt.

Das Z Fold 2 wirkt insgesamt sehr edel.(© 2020 Samsung)

Mehr Schutz vor Schmutz, aber...

Samsung hat auch beim Thema Staub und Schmutz nachgebessert. Der Faltmechanismus in der Mitte des Falt-Screens hat nun eine Art "Wischblatt", das ungebetene Partikel vom Mechanismus fernhält. Das ist schon einmal gut. Wasserdicht ist das Falt-Phone aber immer noch nicht.

Der für mich wichtigste Punkt wurde im Briefing leider nicht behandelt: Wie steht es um die Haltbarkeit des faltbaren Bildschirms? Wir erinnern uns: Das erste Galaxy Fold musstet ihr quasi wie ein rohes Ei behandeln. Inwiefern Samsung hier nachgebessert hat (um Display-Schäden zu minimieren), ist nicht bekannt.

Galaxy Z Fold 2 – eine Investition für längere Zeit?

Das Galaxy Z Fold 2 ist zwar etwas günstiger als das erste Falt-Phone von Samsung. Trotzdem ist es kein Schnäppchen (dazu kommen wir noch). Zum Schutz der Investition bietet Samsung aber das Programm "Samsung Care+", damit wäre das Premium-Modell zumindest im ersten Jahr nach Kauf gegen Schäden versichert.

Außerdem soll das investierte Geld dafür sorgen, dass ihr mindestens drei Jahre möglichst viel von dem Z Fold 2 habt. Samsung verspricht, dass mindestens drei große Android-Updates erfolgen. Also in diesem Jahr Android 11, dann aber auch Version 12 und 13 ebenso.

Durch das große Gehäuse ist auch viel Platz für größere Stereo-Lautsprecher vorhanden.(© 2020 Samsung)

Preis, Verfügbarkeit und Farben: So viel kostet der Spaß

Gute Redakteure bewahren sich immer ein Ass für das Ende auf, damit es noch einmal spannend wird: Und das ist in diesem Fall der Preis. Während das erste Galaxy Fold 2100 Euro kostete, sieht das beim Nachfolger besser aus.

Okay, ich habe euch genug auf die Folter gespannt: Das Samsung Galaxy Z Fold 2 erscheint zum Preis von 1949 Euro im Handel und ist damit immerhin 150 Euro günstiger als der Vorgänger.

An Farben stehen euch Mystic Bronze und  Mystic Black. Wer das Handy bei Samsung im Shop vorbestellt, kann aber noch den "Rücken" farblich anpassen lassen, der die beiden Hälften der Rückseite miteinander verbindet. Hier stehen die Farben Silber, Rot, Blau und Gold zur Auswahl.

Unsere Ersteindruck? Das Fold bekommt Bartwuchs

Wenn wir das erste Galaxy Fold als Kind bezeichnen, das seine ersten Schritte als etwas völlig neues beschreitet, ist das Samsung Galaxy Z Fold 2 gerade einmal in der Pubertät. So langsam entdeckt Samsung nämlich neue Features, die aus dem Falt-Handy mehr macht als nur ein Gerät, das ein großes Display in Hosentaschengröße bietet. Je mehr sinnvolle Funktionen der Hersteller entwickelt, desto näher kommt die Fold-Serie dem Erwachsenenalter.

Das Galaxy Z Fold 2 präsentiert sich jedenfalls (zurecht) stolz mit seinem ersten Bartwuchs – und zumindest wir sind gespannt, wo die Reise hiernach hinführt. Persönlich halte ich Falt-Handys definitiv für die Zukunft. Zumindest in Sachen Preis, vermutlich Display-Robustheit und vielleicht auch Akkulaufzeit muss Samsung aber nachbessern, damit wir einem ausgewachsenen Produkt für den Massenmarkt gegenüberstehen.


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