Samsung zeigt ein faltbares Smartphone: Sieht so die Zukunft aus?

Gehört faltbaren Smartphones die Zukunft?
Gehört faltbaren Smartphones die Zukunft?(© 2018 Samsung)

Auf der Entwicklerkonferenz SDC hat Samsung einen Ausblick auf sein faltbares Smartphone gewährt. Das sieht auf den ersten Blick aus wie ein neues Telefon. Der Clou: Dank einer neuartigen Display-Technologie können Nutzer das Gerät bei Bedarf aufklappen und haben dann Zugriff auf einen größeren Bildschirm. Aber: Hat dieses Smartphone eine Zukunft?

Als es im Saal ernst wurde, gingen die Lichter aus. Erst dann zog Justin Denison, Senior Vize-Präsident bei Samsung, die vermeintliche Smartphone-Revolution aus der Tasche. Schon in den vergangenen Wochen hatte das Unternehmen aus Südkorea immer wieder angedeutet, dass man einem faltbaren Smartphone arbeite. Auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz SDC in San Francisco am 7. November 2018 war dann Showtime. Das Gerät, das Denison der Öffentlichkeit präsentierte, verfügte über zwei Bildschirme: einen kleineren auf der Außenseite und einen größeren, der erst sichtbar wurde, als Denison das Smartphone aufklappte.

Samsungs Falt-Phone in Aktion

Das war durchaus beeindruckend. Denn anders als etwa beim ZTE Axion M, bei dem zwei Displays mit einem Scharnier verbunden sind, handelt es sich bei Samsungs Smartphone tatsächlich nur um einen Bildschirm im Inneren. Möglich macht es das sogenannte Infinity Flex Display, ein flexibles OLED-Display, das so biegsam ist, dass es sich in der Mitte komplett zusammenfalten lässt.

Justin Denison präsentiert das Falt-Smartphone von Samsung.(© 2018 Samsung)

Die Idee dahinter: Im normalen Betrieb greift ihr auf den äußeren, sogenannten "Cover-Bildschirm" zurück und benutzt das Gerät wie ein normales Smartphone. Braucht ihr aber ein größeres Display, weil ihr vielleicht in Ruhe etwas lesen oder ein Video anschauen wollt, klappt ihr das Smartphone auf und habt so Zugriff auf einen größeren Bildschirm. Das Gerät unterstützt außerdem Multitasking: Auf dem ausgeklappten Display sollen sich bis zu drei Apps nebeneinander darstellen lassen.

Zu viele Details verlor Samsung übrigens nicht über die Ausstattung des neuartigen Gerätes. Erst später im etwas kleineren Kreise gab es einige wenige Angaben. So wird das äußere Display 4,58 Zoll in der Diagonale messen und mit 1960 x 840 Pixeln auflösen, der innere Bildschirm misst 7,3 Zoll und stellt Inhalte mit 2152 x 1536 Pixeln dar.

Auf dem Bild, das CNET-Reporterin Shara Tibken auf Twitter teilte, lässt sich aber auch erahnen, warum Samsung das Gerät quasi im Dunkeln präsentierte. Im geschlossenen Zustand wirkt es etwas klobig und nicht so elegant, wie man es von Samsungs Top-Geräten gewohnt ist.

Googles Android unterstützt Falt-Phones

Dass das Gerät Zukunft hat, steht aber trotz des kleinen Tricks bei der Präsentation außer Frage. Wie Tibken weiter berichtet, arbeitet Flipboard bereits an der Umsetzung seiner App für das neue Gerät. Diese zeigt im geschlossenen Modus auf dem Cover-Bildschirm die normale Ansicht, klappt ihr das Smartphone auf, bekommt ihr deutlich mehr Inhalte präsentiert.

Ein noch größeren Hinweis auf die Zukunft lieferte Google. Wie The Verge berichtet, kündigte das Unternehmen parallel zur Samsung-Konferenz an, dass das Betriebssystem Android bald auch sogenannte Foldables, also faltbare Geräte unterstützt.

Damit nicht genug. Google arbeitet bereits gemeinsam mit Samsung an einem neuen Gerät, das Anfang 2019 auf den Markt kommen soll. Dass es sich dabei um die finale Version des gezeigten Falt-Smartphones handeln wird, ist mehr als wahrscheinlich. Denison kündigte nämlich an, dass Samsung in der Lage sei, die Produktion für den Massenmarkt in wenigen Monaten anzugehen.

Das FlexPai von Royole sieht nicht halb so gut aus wie das Samsung-Gerät.(© 2018 Royole)

Damit ist Samsung gegenüber der Konkurrenz im Vorteil, denn auch LG, Xiaomi und Microsoft sollen an Geräten zum Zusammenklappen arbeiten, sind aber noch Beweise schuldig. Dass Samsung nicht allein auf dem Markt ist, zeigte zuletzt aber das US-amerikanische Unternehmen Royole mit dem FlexPai. Auch dieses Gerät lässt sich zusammenfalten, sieht dabei aber nicht halb so elegant aus wie das Exemplar von Samsung. Was das Thema Zukunft angeht, scheint das Motto aber klar zu sein: Kannste knicken!

Einen konkreten Termin und einen Preis für das Falt-Gerät von Samsung gibt es, Stand jetzt, allerdings noch nicht.


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