Schickes Mi Note: Xiaomi kann jetzt auch Premium

ANALYSEUnfassbar !41
Xiaomi Mi Note: Groß, schick, leicht, dünn, günstig
Xiaomi Mi Note: Groß, schick, leicht, dünn, günstig(© 2015 Xiaomi)

Jahrelang war Chinas aufstrebender Hersteller dafür bekannt, Apple zu kopieren. Mit dem Mi Note hat das ein Ende. Nach Apples Top-Verkäufen im Reich der Mitte drängt Xiaomi mit einem gelungenen Produkt ins Premium-Segement.

Die Apple-Ära im Hause Xiaomi ist vorbei. Das wurde spätestens dann deutlich, als CEO Lei Jun für eine Premiere sorgte und eine Spitze gegen Apple brachte. Der Mann, der es sich jahrelang zum Ziel gesetzt hatte, Steve Jobs bis ins kleinste Detail zu kopieren - vom schwarzen Turtleneck bis zum "One more thing" - machte sich plötzlich über die hervorstehende Kamera beim iPhone 6 Plus lustig.

Großer, dünner und leichter als ein iPhone 6 Plus

Darf der das? Er darf. Denn das neue Mi Note gewinnt zwar keinen Innovationsaward, ist aber durchaus ein gelungener Handschmeichler. Das dürfte vor allem am sogenannten “Curved Glass” liegen, das der Rückseite des 5,7-Zollers ein hochwertiges Finish aus Glas mit abgerundeten Kanten verpasst. 6,95 Millimeter (iPhone 6 Plus: 7,1 Millimeter) ist das Phablet aus China dünn, im Innern verrichtet ein nicht mehr ganz aktueller Snapdragon 801 seine Arbeit und bekommt Unterstützung von 3 GB RAM. Das Ganze bei eleganten 161 Gramm (iPhone 6 Plus: 172 Gramm) Kampfgewicht. Die Rückkamera löst mit 13 Megapixeln auf, der Akku verfügt über 3000 mAh. In der Pro-Variante wartet das Mi Note mit 4 GB RAM und einem Snapdragon 810 auf.

Doch wichtig an diesem neuen Xiaomi-Flaggschiff ist nicht, was es ist - sondern, was es nicht mehr ist. Xiaomi hat eine lange Historie an Apple-Klonen - das belegt auch unser Test des MiPads. Mehr noch: Das Xiaomi Mi Note ist kein reines China-Phone. Das 1080p-Display stammt von Sharp bzw. Japan Display, der Kamerasensor von Sony, der Dual-LED-Blitz von Philips und der Akku von LG oder Sony. Damit gibt sich der Konzern zwar als Made-in-China-Hersteller, präsentiert gleichzeitig aber auch als weltoffen.

Das Premium-Segment im Visier

Xiaomi befindet sich weiterhin auf Erfolgskurs – das belegen auch die nun öffentlich gewordenen Verkaufszahlen des Jahres 2014. Rund 61 Millionen Geräte verkaufte das chinesische Unternehmen im vergangenen Jahr, also dreimal mehr als noch 2013 mit dem Absatz von 18,7 Millionen Geräten.

Damit hat sich das vier Jahre alte Unternehmen Xiaomi auch 2014 rasant weiterentwickelt, das 2012 noch 7,2 Millionen Geräte verkauft hat, berichtet TechCrunch. Xiaomi blickt auch durchaus optimistisch in die Zukunft: Für 2015 erwartet das Unternehmen 100 Millionen verkaufte Geräte, also nochmals eine deutliche Steigerung zum Vorjahr.

Ist das Mi Note würdig, der nächste Bestseller des aufstrebenden Smartphone-Riesen zu sein? In einem Land, in dem für ein iPhone mehrere Monatsgehälter fällig werden, entscheidet sich das vor allem über den Preis. 2.299 Yuan, rund 315 Euro, für die Standard-Variante und rund 450 Euro für das Pro-Modell sind nach europäischen Maßstäben unverschämt preiswert, liegen in China aber auf Flaggschiff-Niveau. Viel wichtiger: Damit ist Xiaomi immer noch weitaus güngstiger als die Flaggschiffe von Samsung, Sony, HTC und Apple. Und genau die greift der Konzern auch gezielt an.

Apple hat's vorgemacht

Das iPhone 6 feierte mit dem Launch in China einen Rekordverkauf nach dem anderen. Auch wenn das Smartphone aus Cupertino für chinesische Verhältnisse unverschämt teuer ist, bewies der Erfolg doch eindrücklich, dass es auch im Reich der Mitte einen enormen Bedarf an Premium-Modellen gibt.

Verkäufe außerhalb des Kernmarktes China sowie Indien erwarten wir von Xiaomi vorerst nicht. Nach wie vor tut sich der aufstrebende Konzern schwer, in Ländern mit einem klareren Patentrecht zu expandieren. Währenddessen baut er aber fleißig an seinem Ökosystem aus TV-Geräten und Smart-Home-Devices weiter.

Wer Interesse hat: In Deutschland sind die Smarthphones von Xiaomi nicht ohne Weiteres zu bekommen. Der Weg führt meist über einen Importeur. Wie das funktioniert, haben wir an dieser Stelle für Euch aufgeschrieben.

Ist das Mi Note also ein Flaggschiffkiller? Nicht für den US-Markt, auch nicht für Europa, doch mit dem schicken Design, guten Specs und einem vergleichsweise geringen Preis dürften es Samsung, Apple und Co. künftig schwerer haben, im asiatischen Raum am aufstrebenden Drachen vorbeizukommen.


Weitere Artikel zum Thema
Galaxy S7 und S7 Edge: Nougat-Update direkt auf Android 7.1.1
Nach der Beta könnten das Galaxy S7 und S7 Edge direkt das Update auf Android 7.1.1 Nougat erhalten
Das Galaxy S7 und S7 Edge könnten direkt Android 7.1.1 Nougat erhalten: Dies geht zumindest aus dem Screenshot eines Beta-Testers hervor.
Onli­ne­zwang für "Super Mario Run": Darum soll es keinen Offli­ne­mo­dus geben
Marco Engelien5
Weg damit !13"Super Mario Run" setzt eine aktive Internetverbindung voraus.
"Super Mario Run" unterwegs in der Bahn oder im Flugzeug zocken? Das wird wohl nichts. Das Spiel setzt brauchen eine aktive Internetverbindung voraus.
Samsung arbei­tet an zwei falt­ba­ren Smart­pho­nes – Release schon Anfang 2017?
Michael Keller1
Unfassbar !9So wie in Apples Patent könnte auch das faltbare Gerät von Samsung aussehen
Samsung soll an zwei faltbaren Smartphones arbeiten. Eines der Geräte könnte schon zu Beginn des kommenden Jahres vorgestellt werden.