Schlappe für Google – Google Books

Alle Bücher der Welt will Google für seinen kostenlosen Dienst Google Books digitalisieren. Schon vor Jahren äußerte Google-Mitbegründer Larry Page diese Vision. Doch nun muss Google Books einen schweren Rückschlag hinnehmen.

Der zuständige Richter am District Court of the Southern District of New York lehnte eine Einigung ab, die Google 2008 mit der Authors Guild (Autorenverband) und der Association of American Publishers (Verlegerverband) geschlossen hatte. Google hatte sich für $125 Millionen (rund €87 Mio.) das Recht erkauft, Bücher, die in den USA registriert sind zu digitalisieren und bei Google Books zu veröffentlichen.

Es ging bei dieser Einigung um „verwaiste“ Bücher – also Bücher, deren Urheberrechtsinhaber nicht bekannt oder auffindbar sind. Die Einigung hätte vorgesehen, dass die Rechteinhaber einer Digitalisierung ihrer Werke explizit widersprechen müssen (Opt-Out-Verfahren). Dem Richter Denny Chin ging das zu weit, da Google dadurch einen erheblichen Vorteil gegenüber Mitbewerbern hätte, auch wenn Chin die Idee der universellen, digitalen Bibliothek grundsätzlich nicht schlecht fand. Er sieht außerdem die Rechteinhaber durch den Deal ausgebeutet und weist auf Kollision mit internationalem Recht hin. Der Richter forderte sowohl Google als auch die Kläger der Authors Guild und des Verlegerverbands auf, sich noch einmal zu Verhandlungen an den grünen Tisch zu setzen.

Denny Chin schlug vor, statt nach dem Opt-Out-Verfahren nach dem Opt-In-Verfahren vorzugehen. Google müsste demnach jeden einzelnen Rechtsinhaber ausfindig machen und anfragen, ob das jeweilige Buch digitalisiert werden darf. Google sieht diese Methode als zu umständlich und zeitintensiv an.

Die Entscheidung des US-Richters stieß auch hierzulande auf Zustimmung. Sowohl der deutsche Buchhandel als auch die VG Wort halten die Entscheidung für richtig. Auch Kanzlerin Merkel sowie zahlreiche Autoren und Verlage hatten sich im Vorfeld gegen die Einigung zwischen Google auf der einen und Autoren und Verlagen auf der anderen Seite ausgesprochen.