Schnulzig bis peinlich: WM-Songs unserer Fußball-Elf

Melanie Müller oder Fettes Brot? In diesem Jahr sind bereits so viele Songs zur Fußball-WM 2014 in Brasilien erschienen, dass die Übersicht schnell verloren geht. Doch die meisten Lieder werden nach der WM schnell in Vergessenheit geraten. Für uns Grund genug, einmal in der Mottenkiste zu wühlen und die WM-Songs der Deutschen Nationalmannschaft selbst hervorzuholen. Das eine oder andere Lied dürfte für ein Schmunzeln oder Fremdschämen sorgen – oder Erinnerungen an vergangene Zeiten wecken.

WM 1974 – Jack White: Fußball ist unser Leben

Mit "Fußball ist unser Leben" begann 1974 eine Tradition, die in den folgenden Jahren bis zur WM 1994 in den USA fortgeführt wurde: Alle vier Jahre nahm die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft zur Weltmeisterschaft mindestens zwei WM-Songs mit bekannten Musikern auf. Aber keines der folgenden Lieder erreichte jemals die Bekanntheit und Beliebtheit wie das von Jack White produzierte Lied mit der Mannschaft von Helmut Schön von 1974 – kein Wunder, nutzte es doch die Beliebtheit des Deutschen Schlagers aus, einem Genre, das sich gerade auf dem Höhepunkt befand.

WM 1978 – Udo Jürgens: Buenos Dias Argentina

Udo Jürgens in der ZDF-Hitparade

Eindeutig in den Bereich Schnulze ist der WM-Song Buenos Dias Argentina von 1978 einzustufen – der gleichzeitig zum größten finanziellen Erfolg für Udo Jürgens werden sollte. Nach nur zwei Monaten bekam er dafür eine Platin-Schallplatte verliehen. Nach der durchwachsenen Leistung der Nationalmannschaft und dem frühen Ausscheiden widmete Udo Jürgens Trainer Helmut Schön noch das Lied "Der Mann mit der Mütze". Dass die Weltmeisterschaft 1978 als Skandal-WM in die Geschichte des Fußballs einging, verleiht dem Titel dieses Liedes aus heutiger Sicht einen Hauch von Ironie.

WM 1982 – Michael Schanze: Adiós España

Unverkennbar von Ralph Siegel komponiert, erinnert "Adiós España" nicht zufällig an Dschinghis Khan und ihren Hit "Moskau" von 1979. Die damaligen Spieler um Bundestrainer Jupp Derwall und Torwart Eike Immel trafen offensichtlich erstaunlich viele Töne – und das Tor. Auch wenn es im Finale gegen Italien im Estadio Santiago Bernabéu dann nicht zum Sieg reichte.

WM 1986 – Peter Alexander: Mexico Mi Amor

Lothar Matthäus und Pierre Littbarski in ihrer Freitzeitkleidung

Peter Alexander und die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft sangen 1986 zusammen "Mexico Mi Amor" – und knüpften damit musikalisch eher an Udo Jürgens an. Erinnerungswürdig ist in jedem Fall der gemeinsame Auftritt im ZDF, bei dem Pierre Littbarski und Lothar Matthäus teilnahmslos unter ihren riesigen Hüten hervorgucken... Der Final-Fluch setzte sich auch in diesem Jahr nahtlos fort: Deutschland wurde wieder nur Zweiter.

WM 1990 – Udo Jürgens: Wir sind schon auf dem Brenner

Deutlich schwungvoller ging es da schon vier Jahre später zur Sache: Wieder durfte Udo Jürgens ran, um mit der Nationalelf den verdächtig an Torfrock erinnernden Song "Wir sind schon auf dem Brenner" aufzunehmen. Es scheint geholfen zu haben, denn Deutschland gewann das Finale am Ende etwas glücklich durch den verwandelten Foulelfmeter von Brehme in der 85. Minute.

WM 1994 – Village People: Far Away in America

Wieder von Ralph Siegel stammt das letzte Kapitel in dem Buch "Die Deutsche Nationalmannschaft singt ihre WM-Songs selbst". Als begleitende Musiker standen ihnen für den Song "Far Away In America" die Village People zur Seite. Einzig Jürgen Klinsmann scheint für das offizielle Musikvideo den nötigen Enthusiasmus für die Performance aufgebracht zu haben – kein Wunder, dass es ihn später wieder in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten zog. Dass die Tradition der WM-Songs der DFB-Elf hiermit ihr Ende fand, mag von einigen bedauert werden; aber nachdem Ihr den zweiten WM-Song von 1994 gehört habt, werdet Ihr den musikalischen Entgleisungen von Fußballspielern sicher keine Träne mehr nachweinen. Den Rest der unrühmlichen Geschichte von der WM 1994 in den USA kennt Ihr sicher: Stinkefinger, Ausscheiden im Viertelfinale und böse Pressestimmen.


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