Sechs Gründe, Amazons Fire TV jetzt nicht zu kaufen

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Amazon Fire TV: Bedingt einsatzbereit
Amazon Fire TV: Bedingt einsatzbereit(© 2014 CURVED)

Der Run auf Amazons Fire TV ist groß: Schon jetzt müssen sich Vorbesteller bis zum 1. November gedulden, bis sie ihre Set Top Box in den Händen halten. Das muss doch nicht sein.

Ihr hängt im Amazon-Kosmos

Als Buchhändler angefangen hat sich Amazon enorm entwickelt. Erst kam der Kindle, dann die Kindle-Fire-Tablets, dann das Fire TV und zuletzt das Fire Phone. Eines eint alle Produkte: Sie sind darauf ausgerichtet, dass Amazon mit der Nutzung Geld verdient. Theoretisch basiert das Betriebssystem der Gadgets auf Android, de facto hat Amazon seine eigenen Dienste aber fest im System verankert. Festzementiert trifft es wohl noch eher. Wer etwa Filme, Serien oder Musik aus Googles Play Store sehen will, schaut in die Röhre.

Auf dem Fire TV könnt und dürft Ihr nur konsumieren, was Amazon auch zulässt. Für Deutschland heißt das: Ihr bekommt Zugriff auf die Mediatheken von ARD, ZDF, BR, arte sowie der Tagesschau und heute, Spiegel TV, Sport1, Bild. Demnächst soll auch Maxdome auf dem Fire TV Einzug halten.

Das Angebot könnte besser sein

Das wohl größte Verkaufsargument ist der Zugriff auf Amazon Instant Video. Der On-Demand-Dienst hat jede Menge Serien und Filme in Angebot. Ganz ehrlich: Wer Lust auf neue Serie und halbwegs neue Blockbuster hat, der kommt zwar mit den Amazon-Produktionen wie „Alpha House“ zunächst auf seine Kosten - das war’s dann aber schon. Vieles, was Instant Video im Sortiment hat, das liegt schon sehr lange in den Regalen und würde in einer echten Videothek wohl eher nach unten geräumt - dort, wo man nur bei großer Langeweile und wenn man schon alles andere gesehen hat, überhaupt mal einen Blick darauf wirft.

Wenn überhaupt, dann wartet bis zum 16. September. Dann launcht Netflix in Deutschland. Kurz danach sollte auch feststehen, ob Amazons Fire TV auch zu den unterstützten Geräten zählt.

Es lohnt sich vor allem für Prime-Kunden

Wer viel bei Amazon shoppt, der hat es sowieso: das Prime-Abo. Kostenloser Versand und Zugriff auf viele Amazon-Dienste - darunter auch Instant Video. Damit wären wir aber schon bei des Pudels Kern: Wirklich lohnen kann sich das Fire TV nur für Prime-Kunden. Ansonsten bekommt Ihr höchstens Zugriff auf die oben genannten Mediatheken. Und den bekommt Ihr auch mit Eurem Notebook, Smartphone oder Tablet.

Aber ich kann damit Spiele zocken!

Nun ja, Amazon bietet Zugriff auf bestimmte TV-optimierte Versionen beliebter Casual Games. Mit Gaming auf einer Xbox One oder Playstation 4 hat das recht wenig zu tun. Das muss es auch nicht unbedingt. Immerhin hat es ja auch seinen Reiz, seine Lieblingsgames vom Smartphone auf den großen Schirm zu übertragen. Das bieten die meisten Systeme und Hersteller aber mittlerweile schon selbst an. Microsoft zeigte auf der IFA ein Modul, das sich zunächst mit einer Art „Bierdeckel“ über NFC mit dem Windows-Smartphone koppelt und dann wiederum die kabellose Übertragung an einen TV-Empfänger ermöglicht. Auf dem Fernseher ist dann der Bildschirminhalt des Smartphones gespiegelt zu sehen. Auch Android unterstützt schon Mirroring. Und mit einem Apple TV könnt Ihr etliche Spiele aus dem App Store mit dem iPhone oder iPad koppeln und so auch auf einem Fernseher zocken.

Nur Streaming

Das Fire TV ist ein Medienplayer, allerdings nur für Streams. Wer lokal Filme oder Serien von einer Festplatte oder einem USB-Stick abspielen will, eventuell sogar mit unterschiedlichen Untertiteln, der wird mit dem Amazon-Gadget nicht auf seine Kosten kommen. Eigentlich schade. Denn genug Rechenpower wäre mit dem integrierten Quad-Core-Prozessor, zwei Gigabyte Arbeitsspeicher und einer eigenen Grafikeinheit zweifelsohne vorhanden.

Es gibt Alternativen für das gleiche Geld - oder weniger

>> Amazon Fire TV im Vergleich zu Chromecast, Apple TV und Playstation TV

Nun bleibt noch das Preisargument. Prime-Kunden zahlen anfangs für das Fire TV nur 49 Euro. Regulär kostet die Set Top Box nur 99 Euro. Googles Chromecast kostet nur 35 Euro, bietet dafür aber ebenfalls Zugriff auf etliche On-Demand-Portale (etwa Watchever und Maxdome) - wenn Ihr die Apps auf einem Smartphone oder Tablet installiert habt. Wer sowieso im Apple-Kosmos mit Mac, iPhone oder iPad verankert ist, der  ist auch weiterhin gut mit dem Apple TV beraten. Das ist in diesen Tagen kaum noch zu bekommen. Was daraufhin deutet, dass wir vermutlich zur Apple-Keynote kommende Woche auch endlich eine neue Generation zu sehen bekommen. Ein ewiger Liebling unter Serienjunkies und Heimkino-Betreibern ist außerdem die Boxee Box, die nicht nur schick aussieht, sondern auch nahezu jedes Video-Format abspielt. Zwar wird der Player nicht mehr von D-Link hergestellt. Allerdings ist die Box weiterhin zu Preisen ab 129 Euro erhältlich - und bietet sowohl Streaming mit Netflix als auch das Abspielen von lokalen Inhalten über USB an.


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