Sicherheit: Facebook liest Chat mit

Facebook durchleuchtet die Chat-Nachrichten seiner User. Das berichtet der Mediendienst kress. In einem Gespräch soll der Sicherheits-Chef von Facebook, Joe Sullivan, erklärt haben, dass das soziale Netzwerk eine Technologie nutze, um die Kommunikation im privaten Bereich automatisch zu überwachen. Die Technologie sucht nach vorgegebenen Begriffen, die auf kriminelle Machenschaften hinweisen könnten.

Suchen nach Schlüsselwörtern

Wie die Süddeutsche Zeitung auf ihrer Webseite berichtet, finde dieses Verfahren auch in Deutschland Verwendung. Die Schlüsselwörter stammen aus Chat-Protokollen von Personen, auf die ein sexueller Übergriff erfolgt war. Erkennt Facebook eine Übereinstimmung, oder zumindest Ähnlichkeit zwischen den vorliegenden Protokollen und einer gerade getätigten Konservation, reagiert die Software und schickt Mitarbeitern von Facebook eine Warnnachricht. Diese müssen dann entscheiden, ob sie Ermittlungsbehörden über den Fall in Kenntnis setzen wollen. Sullivan verweist in dem Zusammenhang auf eine Geschichte im März: Hier wurde ein Mann überführt, der mit einem 13 Jahre alten Mädchen über Sex geredet und ein Treffen mit ihr vereinbart hatte.

Enge Freunde unverdächtig

Facebook erklärte gegenüber der SZ, dass man im Ernstfall ebenso in Deutschland auf die Ermittlungsbehörden "proaktiv" zugehen würde. Das soziale Netzwerk scheint nicht alle Facebook-Nachrichten im gleichen Maße zu durchsuchen: Je weniger ein User nach der Einschätzung von Facebook mit einem anderen Nutzer in der realen Welt zu tun hat, desto stärker geraten die beiden Personen ins Zielfeld der Technologie.