"Simband": Samsung startet Kampf um Eure Gesundheit

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Das Simband erinnert eher an ein medizinisches Gerät als an ein Fitnessarmband.
Das Simband erinnert eher an ein medizinisches Gerät als an ein Fitnessarmband.(© 2014 Lisa Oberndorfer)

Das neue Samsung-Armband Simband misst mehr als die üblichen Fitness-Gadgets. Der südkoreanische Tech-Riese will ins Gesundheitsgeschäft einsteigen und sucht dafür Unterstützung von App-Entwicklern. Dabei könnte der nächste Konkurrenzkampf mit Erzfeind Apple ausbrechen.

Simband misst EKG und Blutdruck

Der Kampf um Eure Gesundheit zwischen den Technologie-Riesen hat offiziell begonnen. Samsung stellte heute in San Francisco ein neues Projekt vor, mit dem Menschen ihr Wohlbefinden messen und kontrollieren können. "Die gleichen Leute, die Euch Smartphones und Computer gebracht haben, kümmern sich jetzt um Eure individuelle Gesundheit", lautet die Ansage des südkoreanischen Unternehmens.

"Simband" heißt Samsungs neue Fitness-Technologie. Neu an dem smarten Armband ist die Sensorentechnologie, die das Unternehmen mit Forschungsinstitutionen entwickelt hat. Das Device misst neben den üblichen Gesundheitsinformationen unter anderem auch EKG und Blutdruck.

Auf der Rückseite des Bands ist Platz für Sensorenmodule, die ausgetauscht werden können. Für den Test hat Samsung einen Chip von IMEC eingebaut.  Aus biometrischer Sicht sei das Handgelenk kein idealer Ort, aber für den Konsumenten das angenehmste, erklärt Ram Fish, Vice President Digital Health.

Überdacht hat der Produzent beim Simband auch den Aufladeprozess des Akkus. "Shuttle"-Batterie heißt die Lösung des Problems, mit dem Nutzer Akkus austauschen können und nie ohne Energie auskommen müssen, erklärt Fish.

Zentrale Datenbank für Gesundheitsinformationen

Die Datenbank, auf der Samsung alle Informationen speichert, heißt "SAMI" (Samsung Architecture Multimodal Interaction). Langfristiges Ziel für diese Schnittstelle ist es, dass Nutzer Informationen von unterschiedlichen Health-Gadgets hier sicher speichern können. Für die Plattform bietet Samsung offene APIs an, mit der Drittanbieter neue Anwendungsmöglichkeiten bauen können. Ein Beispiel dafür ist das vom Startup Tictrac entwickelte Dashboard, das den Wellness-Core des Simband-Trägers visualisiert.  Als wissenschaftlichen Partner hat sich der Hersteller die UCSF geholt. Die Universität prüft, validiert und kontrolliert die Technologie dahinter. 

"Unser Ziel ist, dass wir Sensoren haben, die viel mehr über unseren Körper wissen als wir selbst": Dieses Ziel nannte Young Sohn, President und Chief Strategy Officer, bei seiner Eröffnungsrede. "Wir wollten herausfinden, wie wir die Stimme des Körpers verbessern können und unser physisches Wohlbefinden besser verstehen können."

Die Vision: Menschen sollen Kontrolle über ihre eigene Gesundheit und Fitness erhalten und nicht "in letzter Minute" zum Arzt gehen. Digital Health besteht für den Konzernchef nicht nur aus Hardware, sondern auch aus Cloud und Big Data, Verhaltensforschung und Algorithmen.  Die Herausforderung dabei sei die Entwicklung der Sensoren und die Genauigkeit der Fitness-Devices. Auch Privatsphäre und Sicherheit ist für Sohn eine wichtige Komponente: "Eure persönlichen Daten sind in Eurem Besitz."

Hilfe von Entwicklern

"Das ist nur der Anfang", hielt Unternehmenschef Sohn abschließend fest. Was Samsung jetzt brauche, seien die Entwickler, die die Technologie weiterentwickeln. Bei der Samsung Developer Confernce werde die Simband SDK vorgestellt und die SAMI-API in der Betaphase verfügbar sein, kündigte Sohn an.

Konkreter Gastgeber des Gesundheits-Events war übrigens das im Silicon Valley ansässige Strategy & Innovation Center des Unternehmens. Wir hatten vorab spekuliert, dass es sich dabei um eine neue Gesundheitsplattform, ähnlich wie Nikes Fuel Community, handeln könnte.

Auffällig war auch das Timing des Events: In einer Woche stehen bei Apple wichtige Produktpräsentationen an. In Sachen Health will der Konzern mit Nike gemeinsame Sache machen. Präsentiert Apple bei seiner Konferenz nicht nur die iWatch, sondern auch eine offene Plattform, so könnte der Kampf bald nicht nur um Eure Handgelenke, sondern auch um die App-Entwickler ausbrechen.


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