Simfy - der Musikstreamingdienst aus Deutschland im Test

Vor wenigen Wochen ist der schwedische Musikstreamingdienst Spotify auch in Deutschland an den Start gegangen. Nun wollen wir euch den deutschen Anbieter Simfy aus Köln vorstellen, der schon einige Jahre in Deutschland nutzbar ist und neben Spotify die umfangreichsten Funktionen, meisten Lieder und Künstler in der Bibliothek bereitstellt.

Was ist Simfy?

Simfy ist ein Musikportal über das kostenlos oder kostenpflichtig Musik gehört werden kann. Die Plattform bietet neben 16 Million ständig verfügbaren Songs von über 600.000 Künstlern auch ein eigenes soziales Netzwerk, in dem sich Freunde vernetzen und Songs empfehlen können. Simfy ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz bereits verfügbar und wird in den kommenden Monaten auch im europäischen Ausland den Dienst anbieten. Die Musik wird, ähnlich wie bei Spotify, über Server bereitgestellt und befindet sich nicht auf der Festplatte des Nutzers. Lediglich eine Internetverbindung ist notwendig.
Um die Übersicht der Musik zu behalten, kann der Nutzer Musik in diversen Listen organisieren, durchsuchen und Lieblingskünstler als Favoriten markieren. Gefällt ein Song oder Künstler besonders gut, so kann dieser kommentiert und Freunden empfohlen werden. Auch die Blindsuche nach Musik verschiedener Genres ist problemlos möglich.

Muss ich mich auch über Facebook registrieren?

Nein. Im Gegensatz zu Spotify gibt es auch die Möglichkeit sich mit einer bestehenden Email-Adresse anzumelden und somit auch ohne eigenen Facebook-Account Musik zu hören. Die Anmeldung ist sehr einfach und bedarf nur weniger Minuten.
Auf der Hauptseite befindet sich am oberen Bildschirmrand der Button registrieren. Von dort gelangt man zur kostenlosen Anmeldung. Auf der nun folgenden Seite wählt man den Tarif Free, der sich am unteren Bildrand befindet. Wer sich mit diesem Tarif anmeldet, muss noch einen Benutzernamen, eine Email-Adresse und ein Passwort eintragen. Danach kann es auch schon los gehen. Der Grundtarif bietet dem Nutzer nun 2o Stunden Musikgenuss pro Monat ohne dafür bezahlen zu müssen. Nach acht Wochen wird dieser jedoch auf 5 Stunden gratis Musikstreaming pro Monat beschränkt.
Wer nur ab und zu Musik über das Internet hört und über die regelmäßig eingeblendeten Werbespots zwischen den Songs hinwegsehen kann, sollte mit diesem Tarif gut fahren. Um jedoch jeden Tag uneingeschränkten Zugang zu haben, empfiehlt es sich einen Premium Tarif zu buchen.

Was muss ich für die Premium Tarife bezahlen?

Der Grundtarif Free ist und bleibt kostenlos, jedoch hat der Nutzer dann einen eingeschränkten Zugriff auf Simfy und bekommt regelmäßig Werbebanner und Werbespots angezeigt. Außerdem kann Musik nicht über die Smartphone-App wiedergegeben werden.
Neben dem Tarif Free bietet Simfy noch zwei kostenpflichtige Tarife an. Den Premium Tarif für 4,99 € im Monat und den PremiumPLUS Tarif für 9,99€ im Monat, die jeweils 30 Tage kostenlos getestet werden können. Beide sind monatlich kündbar und zeigen weder Banner- noch Werbespots zwischen den Songs oder auf der Website. Außerdem ist die zeitliche Beschränkung von maximal 20 Stunden im Monat aufgehoben und der Nutzer kann Musik jederzeit hören. Bezahlt werden die Tarife mit einer Kreditkarte oder auch per Lastschriftverfahren, welches allerdings nur in Deutschland verfügbar ist.
Wer viel von Unterwegs Musik hört, kann dies mit dem PremiumPLUS Tarif für 9,99€ auf dem Smartphone tun. Die dazugehörige App ist im Download-Bereich für das iPhone, BlackBerry und Android Smartphones verfügbar. Sollte mal keine oder nur eine eingeschränkte Internetverbindung vorhanden sein, so können Songs im PremiumPLUS Tarif auch vorher gespeichert und bequem im offline Modus gehört werden. Dies ist bei Auslandsreisen oder im Flugzeug sehr hilfreich. Wer sparen will, kann auch im Voraus für 6 oder 12 Monaten bezahlen und spart dabei 10€ bzw. 20€.

Kann ich auch meine eigenen Lieder zu Verfügung stellen?

Als Nutzer kann ich Musik aus meiner iTunes Mediathek und andere mp3-Dateien über den Desktop Player hoch laden und dann lokal anhören. Dabei gibt es die Möglichkeit diese mit anderen Songs aus der Simfy-Bibliothek zu kombinieren und in Playlisten zu speichern. Eigene Lieder anderen Nutzern zugänglich zu machen oder von einem Smartphone zu hören, ist jedoch nicht möglich. Auch das downloaden eigener lokal gespeicherter Songs durch andere Nutzer funktioniert nicht. Somit ist ein Missbrauch von Musik durch andere Nutzer ausgeschlossen.

Wie kann ich die Lieder hören?

Grundsätzlich hat der Nutzer drei Möglichkeiten Musik über Simfy zu hören. Dies kann über einen Browser wie Mozilla, Safari oder auch Chrome geschehen. Dazu muss man sich unter simfy.de anmelden, was auf jedem Computer in Deutschland gemacht werden kann. Wer einen klassischen Music-Player bevorzugt und übersichtlicher findet, kann sich auch den Simfy Desktop Player kostenlos für PC, Mac oder Linux herunterladen und Musik streamen. Die Dritte Möglichkeit bietet die Smartphone App, die jedoch nur im PremiumPLUS Tarif benutzbar ist.

Laut simfy.de werden folgende Android-Smartphones unterstützt:
HTC Wildfire, Desire Z, Desire HD, Desire, Magic, MyTouch 3G und Nexus One
Motorola Milestone, Milestone 2 und Defy
Samsung Galaxy S und Galaxy Ace
Sony Xperia X Mini, Xperia Play, Xperia XArc und Xperia X10

Schaut man in den Google Play Store, so wird als erforderliche Android-Version 1.6 oder höher genannt. Damit dürfte simfy auf so ziemlich allen Android-Geräten laufen.

Um Simfy auf einem BlackBerry zu nutzen, wird die Version OS 4.7 oder höher verlangt. Der Download kann direkt aus dem Browser auf simfy.de gestartet werden oder ist in der App World zu finden.
Die Apps für iPhone, iPod oder iPad liegen im AppStore bereit und können runter geladen werden. Die iPad Version befindet sich jedoch noch im Beta Status, so dass es zu Problemen bei der Benutzung kommen kann.

Welche Verbindungen habe ich zu anderen sozialen Netzwerken?

Simfy bietet eine Integration in andere Netzwerke wie Facebook oder Twitter an. Aktuell gehörte Songs können automatisch zu Facebook gepostet und von anderen Nutzern auf Facebook kommentiert werden. Sieht ein Nutzer, dass bei anderen Nutzern ein Song auf Facebook gepostet wurde, so kann dieser Song ebenfalls durch anklicken gehört werden. Verbindet man mit Simfy einen Twitter-Account, so kann der Nutzer aus Simfy heraus einen Tweet abschicken, Tweets lesen und sehen wer wem folgt. Außerdem kann Simfy mit einem last.fm-Profil verknüpft werden, so dass Listen und Charts ohne Zeitverzögerung aktualisiert werden.
All diese Verbindungen sind nach Erstellen eines Simfy Kontos deaktiviert und müssen ausdrücklich durch den Nutzer erlaubt werden, so dass keine Daten ohne Zustimmung des Nutzers übertragen werden. Nach Aktivierung einer Verknüpfung kann diese ohne Probleme auch wieder deaktiviert werden. Facebook, Twitter und last.fm sind keine Voraussetzung, um Simfy nutzen zu können. Auch hier wird dem Nutzer die Freiheit und Kontrolle über eigene Daten gelassen.

Wie kann ich sicher sein, dass die Musik legal ist?

Simfy hat mit Sony Music, Warner Music, Universal Music, EMI und vielen kleinen Musikfirmen Verträge geschlossen und somit die Rechte, alle 16 Millionen Songs legal anbieten zu dürfen. Auch die Verwertungsrechte mit der GEMA sind vertraglich geregelt, so dass keine Bedenken aufkommen müssen. Nutzer eines Premium oder PremiumPLUS Tarifs unterstützen damit sogar die Künstler und Plattenfirmen durch geringe Abgaben.

Und für welchen Dienst soll ich mich jetzt entscheiden - Simfy oder Spotify?

Vergangene Woche hatten wir bereits Spotify vorgestellt und da stellt sich sicherlich jetzt die Frage, welcher Musikstreamingdienst nun der richtige ist. Beide Dienste sind absolut zu empfehlen und bieten mit 16 Millionen Songs die umfangreichste Bibliothek aller Anbieter in Deutschland an. Einen ersten Eindruck sollte sich jeder Nutzer selber machen und beide Dienste vorab kostenlos testen. Wer nur selten Musik hört, wird wahrscheinlich auch mit dem kostenlosen Tarif der jeweiligen Anbieter auskommen. Dann empfiehlt es sich Spotify zu nutzen, da dieser nach acht Wochen immer noch 10 Stunden gratis Musik-Streaming erlaubt. Wer kein Facebook hat oder es nicht mit Spotify zwangsweise verknüpfen will, sollte Simfy nutzen.
Andere Dienste wie Aupeo!, rdio oder Juke werden wir Euch demnächst vorstellen und schauen, ob diese ebenfalls zu empfehlen sind.